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Die Zentrale der Kreissparkasse an der Bahnhofstraße in Garmisch-Partenkirchen.

Schrumpfkur geht weiter

Sparkasse schließt Filialen in Oberau, Farchant und Partenkirchen

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Die Sparkasse Garmisch-Partenkirchen setzt ihre Schrumpfkur fort. Ab Mitte 2018 werden die Filialen in Partenkirchen, Oberau und Farchant dicht gemacht. Dort soll es in Zukunft nur noch einen Geldautomaten und einen Kontoauszugsdrucker geben.

Landkreis - Grausamkeiten zu verkünden, ist nie schön. „Wir tun das nicht gerne“, sagt Peter Lingg. Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen macht ein ernstes Gesicht. „Aber es gibt keine Alternative. Wir müssen an jeder Schraube drehen.“ Eine davon ist das Filialnetz, das ab Mitte 2018 weiter ausgedünnt wird. Lingg und seine Vorstandskollegin Grit Fugmann haben beschlossen, die Zweigstellen in Partenkirchen, Farchant und Oberau zu schließen. Partenkirchen soll spätestens Ende 2019 dichtgemacht werden. An allen drei Standorten gibt es in Zukunft nur noch einen Geldautomaten und einen Kontoauszugsdrucker. Als sich Lingg bei Farchants Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD) und Oberaus Rathaus-Chef Peter Imminger (CSU) zum Gespräch anmeldete, um die Nachricht zu überbringen, ahnten beide, was die Stunde geschlagen hat. Dass sowohl Wohlketzetter als auch Imminger vor Freunde nicht in die Luft gesprungen sind, kann man sich denken. Das weiß auch Lingg. „Eine Sparkassenfiliale ist auch immer ein sozialer Treffpunkt.“ Die Zweigstellen in Ohlstadt und Bad Kohlgrub stehen nicht zur Disposition. „Sie sind unsere Außenposten“, erklärt Lingg.

Die Fortsetzung der Schrumpfkur ist zahlreichen Faktoren geschuldet. Die Hauptgründe: die anhaltende Niedrigzinsphase und das veränderte Kundenverhalten. „Das ist der Treibsatz“, sagt Lingg. Durchschnittlich betreten Kunden eine Filiale nur noch ein- bis zweimal im Jahr. Kontakt zur Bank besteht meist per Internet oder Callcenter, das Fugmann „unser Tor nach außen“ nennt.

Der Zinsüberschuss, von dem die meisten Finanzhäuser leben, ist bei der Kreissparkasse um zwei Millionen Euro pro Jahr eingebrochen. Betrug er 2015 noch 21,6 Millionen Euro, so wird er sich laut Prognosen 2020 nur noch auf 15,1 Millionen Euro belaufen. Um nach der gescheiterten Fusion mit den Vereinigen Sparkassen Weilheim und der Sparkasse Schongau, die sich heuer zur Sparkasse Oberland zusammenschlossen, langfristig am Markt bestehen zu können, haben Lingg und Fugmann weitere Maßnahmen eingeleitet. „Die beginnen zu greifen“, sagt Lingg. Neben der Schließung von Geschäftsstellen wurden die Sachkosten reduziert und an der Kostenschraube gedreht, was zu Lasten der Kunden geht. So wurden Strafzinsen eingeführt und die Giropreise angepasst. Und man hat Personal abgebaut. „Ohne betriebsbedingte Kündigungen“, betont Lingg. Die insgesamt neun Angestellten in Farchant (3), Oberau (2) und Partenkirchen (4) verlieren nicht ihren Job, sondern erhalten neue Aufgaben in der Zentrale an der Bahnhofstraße. Von 2015 bis 2017 ist die Zahl der Mitarbeiter um 32 zurückgegangen. Derzeit verfügt die Kreissparkasse über 196 Stellen. Die Stimmung unter der Belegschaft beschreiben sowohl Lingg als auch Fugmann als „gut“. Der eingeschlagene Weg sei schwierig und anstrengend, „aber machbar“.

Und er schlägt sich Lingg zufolge bereits in der Bilanz nieder. „Wir werden für 2017 ein stabiles Ergebnis ausweisen. Das heißt gleich oder leicht besser“, sagt er. Im Vorjahr belief sich der Gewinn des Finanzinstituts auf rund 200 000 Euro. Der Vorstandsvorsitzende schaut zuversichtlich in die Zukunft. „Bis 2022 sind wir safe.“ Die starke Eigenkapitaldecke bezeichnet er als „unsere Lebensversicherung“.

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