Alter Hase und junger Hupfer: Stephan Sprenger hat schon vielen Kindern das Schwimmen beigebracht.
+
Alter Hase und junger Hupfer: Stephan Sprenger hat schon vielen Kindern das Schwimmen beigebracht.

Schwimmkurse

SPD-Antrag sorgt für Schwung im Becken

Nicht nur die Präsenzklassen fielen wegen Corona aus, Buben und Mädchen konnten auch keine Schwimmkurse besuchen. Ein Manko, das lebensgefährlich sein kann. Die SPD stellte deshalb im Gemeinderat einen Antrag für kostenloses Schwimmen und entsprechenden Unterricht in den Ferien. Vollends in die Tat umgesetzt werden konnte dies noch nicht, getan hat sich aber einiges.

  • Die SPD-Fraktion im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat stellte einen Antrag für kostenloses Schwimmen und entsprechenden Unterricht in den Ferien.
  • Auch bei den Wasserwachten wurde das Problem erkannt.
  • Der BRK-Kreisverband plant ab September, 20 Kurse pro Jahr anzubieten.

Garmisch-Partenkirchen – Viele Badetage gab es in diesem wechselhaften Sommer heuer nicht. Nach einem verregneten Frühling waren die Tage über der 25-Grad-Marke rar gesät. Ein Umstand, der auf den ersten Blick nicht erfreulich ist. Indirekt aber vielleicht sogar einen Glücksfall darstellt. Denn coronabedingt mussten viele Kinder nicht nur von der Schule zuhause bleiben, daheim lernen, auch die Schwimmkurse für Mächen und Buben fielen flach. Und sicheres Bewegen im Wasser ist für alle Altersklassen eine wichtige Voraussetzung für einen unbeschwerten Sommer.

Ein Manko, das die Garmisch-Partenkirchner SPD aufgriff – und als Antrag im Gemeinderat einbrachte. Darin forderte die Fraktion kostenloses Schwimmen für Kinder in den Bädern, aber auch Unterricht in den Sommerferien. „Der Antrag wurde gestellt, weil es lebenswichtig ist, dass Kinder und Jugendliche schwimmen lernen“, untermauert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kathrin Rotter-Heinle.

Zeiten freigeschaufelt

Zunächst sah es aufgrund der Auslastung der Fachkräfte nicht gut aus, dass die Gemeindewerke im Wellenbad überhaupt Kurse in den Ferien würden anbieten können. Erst danach sollten diese wieder starten. Doch auch Zweite Bürgermeisterin Claudia Zolk (CSB) schaltete sich ein, kontaktierte Werkechef Wodan Lichtmeß. Mit Erfolg. „Er hat Zeiten freigeschaufelt, und das Angebot wird sehr gut angenommen.“

Das bestätigt Marianne Bauer, Abteilungsleiterin für Eisstadion und Alpspitz-Wellenbad. „Wir hatten sehr viele Anfragen.“ Sogar Wartelisten entstanden, die abgearbeitet werden mussten. Eltern wurden angerufen, ob ein Schwimmkurs für sie noch in Frage kommt. Bei vielen gab es eine positive Rückmeldung. Zwei Einheiten wurden schließlich angeboten, die jeweils 14 Tage lang dauern. Weitere Kurse bis nach den Ferien stehen bereits. Das Personal arbeite in Zusatzschichten, um die große Nachfrage zu bedienen.

Auch bei den Wasserwachten wurde das Problem erkannt. Laut Florian Credé, stellvertretender Vorsitzender der Kreiswasserwacht, sind unter anderem zusätzliche Lehrkräfte ausgebildet worden, die den Schwimmunterricht unterstützen. Der BRK-Kreisverband plant außerdem ab September, 20 Kurse pro Jahr zu offerieren, die im Sommer auch in Freibädern mit entsprechenden Schwimmanzügen stattfinden werden. Angebote soll es auch für sozial schwächere Familien mit weniger Einkommen geben. Für den ersten Kurs kann man sich bereits anmelden. Infos dazu gibt im Internet unter www.brk-gap.de/schwimmkurse.

Anlaufstelle Jugendzentrum

Familien, die sich einen Kurs für die Kinder nicht leisten können, haben aktuell in Garmisch-Partenkirchen die Möglichkeit, sich ans Jugendzentrum zu wenden. Derzeit läuft dort eine Bedarfsanalyse, um diesen Kindern kostenlosen Unterricht zu ermöglichen. Außerdem dürfen Buben und Mädchen das Kainzenbad in den Sommerferien ohne Eintritt nutzen. Eine Aktion, die der Markt finanziert. „Er übernimmt alle hier anfallenden Kosten“, betont Pressesprecherin Silvia Käufer-Schropp. Ein Defizit, das die Gemeinde gerne trägt.

Auch seitens der bayerischen Regierung tut man etwas und fördert den Erwerb des Frühschwimmerabzeichens. Vorschulkinder und Erstklässler sollen deshalb zum ersten Schultag einen Gutschein von 50 Euro zum Erwerb des Seepferdchens erhalten. „Als Zuschuss für die Kursgebühren“, betont eine Ministeriumssprecherin. Angebote wie diese seien wichtig, um den Ausfall des Unterrichts von beinahe zwei Jahren zu kompensieren. Das unterstreicht Wasserwacht-Vize Credé sofort: „Gerade in unseren Seen und Flüssen ist es sehr gefährlich, wenn man nicht schwimmen kann.“

Magdalena Kratzer

Auch interessant: Bidbook für Ski-WM 2027 ist übergeben

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare