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Blumen für den Besuch: (v.l.) Dr. Sigrid Meierhofer, Natascha Kohnen, Ortsvorsitzende Ulrike Bittner-Wolf und Vize-Kreis-Chef Enrico Corongiu. 

Neujahrsempfang

SPD fordert: Sachlichkeit statt Hetze

Viel Applaus für die Hoffnungsträgerin der SPD in Bayern, Natascha Kohnen, gab es beim ersten großen Termin der Sozialdemokraten in diesem Jahr. 

Garmisch-Partenkirchen – Bildung, Wohnungsnot, Flüchtlingskrise und Energie – das waren die großen Themen, mit denen sich die SPD in Garmisch-Partenkirchen bei ihrem Neujahrsempfang auseinandergesetzt hat. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, zugleich Kreisverbands-Chefin, blickte auf ein bewegtes Jahr zurück. Und sprach Projekte an, die ihr am Herzen liegen – wie eine Pflegeschule im Ort sowie die Modernisierung der landkreiseigenen Berufsschule. „Auch der soziale Wohnungsbau braucht in Zukunft Lösungen“, sagte Meierhofer.   Direkt von den Sondierungsgesprächen aus Berlin angereist war Natascha Kohnen, Vorsitzende der Bayern-SPD. Sie stellte die sich stark verändernde Welt in den Mittelpunkt. „In diesen bewegten Zeiten braucht es Mut, neue Wege zu gehen.“ Kohnen hob hervor, wie wichtig politischer Anstand ist. Und warnte mit einem indirekten Querschläger gegen Alexander Dobrindt (CSU) vor einer Hetze gegen Minderheiten. „So ein Verhalten bringt nichts und hat Demokratien immer geschadet. Die Menschen erwarten Sachlichkeit und Ernsthaftigkeit, die wir ihnen schuldig sind.“

Die 50-jährige Politikerin, die nach ihrem Biologiestudium als Lektorin tätig war, lebt mit ihren beiden erwachsenen Kindern in Neubiberg und ist seit 2017 die Hoffnungsträgerin der SPD. Entsprechend erwartungsvoll wurde Kohnen empfangen. Ihre offenen und klaren Worte stießen bei den Zuhörern auf sichtbares Wohlwollen und reges Interesse. Am Ende erhielt sie viel Beifall.

In jedem Fall will die neue Frontfrau für frischen Wind sorgen und sich den vielen Baustellen und Herausforderungen offensiv stellen. Ihr ist bewusst, dass das zurückliegende Jahr für die Sozialdemokraten ein Desaster war. Immerhin hat die Bayern-SPD unter Kohnens Führung bereits 3500 neue Mitglieder gewinnen können. „Wir werden den gesellschaftlichen Wandel aktiv mitgestalten“, versprach sie optimistisch.

Ihr Parteikollege aus Mittenwald, Enrico Corongiu (39), empfahl: „Wir stehen an einem Scheideweg und müssen unsere Rolle neu überdenken“. So seien weitere Rüstungsausgaben für die SPD nicht tragbar. Sie möchte das Geld künftig in Bildungsprojekte, zum Beispiel in eine kostenlose Kinderbetreuung, investieren. Wie Kohnen will Corongiu lieber Wohnungen bauen, statt Panzer zu kaufen. Er widmete sich weiteren Themen wie dem Klimawandel, der Bürgerversicherung, der Gesundheit und forderte: „Wir brauchen ein neues Kranken- und Pflegeversicherungssystem.“ So fanden die Politiker auf ihrer ersten größerer Versammlung in der Marktgemeinde klare Worte. Eines war deutlich zu spüren: Die SPD ist sich bewusst, dass es neue Ansagen geben muss. fal

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