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G7-Gipfel in Elmau: „Bayern kann Gipfel“ frohlockt Söder – doch die Gastro muss den „Schaden“ auswerten

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Von: Patrick Freiwah, Veronika Mahnkopf

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Der G7-Gipfel in Elmau ist beendet. Zeit, Bilanz zu ziehen. Und die fällt reichlich unterschiedlich aus – die Organisation freut sich, doch es hagelt auch Kritik.

Update 28. Juni, 22.30 Uhr: Für sie hatte das Skistadion früh schließen müssen: Am Rande des G7-Gipfels in Elmau war im Skistadion von Garmisch-Partenkirchen ein Justizzentrum errichtet worden. Dazu zählten 50 Container, die als Arrestzellen fungierten. Doch die Bilanz des Gipfeltreffens in Bayern zeigt: Gerade einmal zwei Menschen waren dort untergebracht worden. Platz wäre für 150 Personen gewesen.

Laut Justizsprecher Florian Gliwitzky wurden nur zwei Haftbefehle verhängt. Gegen einen Mann, weil dieser gegen das Vermummungsverbot verstieß und sich weigerte, seine Personalien anzugeben. Und ein Haftbefehl, der mit dem G7-Gipfel gar nichts zu tun hatte – bei den Grenzkontrollen war eine Person mit gefälschtem Ausweis angetroffen worden.

Update 28. Juni, 18.37 Uhr: Ein Seufzer der Erleichterung geht durch den Freistaat. Nach Ende des G7-Gipfels ist es aber auch an der Zeit, Bilanz zu ziehen. „Bayern kann Gipfel“ freut sich zum Beispiel ein stolzer Söder. Auch die Organisatoren der Sicherheit ziehen eine positive Bilanz. Heftige Kritik – „demütigende Kontrollen, Schikane und Einschüchterung“ – gibt es aber vonseiten der Demo-Organisation.

Auch der Hotel- und Gaststättenverbands in Garmisch-Partenkirchen fällt ein Fazit – es fällt gemischt aus. Die Hotels waren zwar voll, das wären sie aber ohnehin dank Tourismus gewesen. Die Gastronomie hat es dagegen härter getroffen, unter anderem, weil teils auf ausländisches Catering zurückgegriffen wurde, statt auf die einheimische Gastro. Nun müsse man „auswerten, wie groß der Schaden war im Vergleich zum Nutzen“, sagte Daniel Schimmer, der Ortsvorsitzende des Verbandes.

G7-Gipfel in Elmau: Bilanz von Innenminister Herrmann

Update 28. Juni, 16.46 Uhr: Der G7-Gipfel in Elmau ist zu Ende. Laut Landespolizeipräsident Michael Schwald waren rund um den Tagungsort bis zu 10.000 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Insgesamt seien etwa 18.000 Beamte wegen des G7-Gipfels vor allem in München und in der Region Garmisch-Partenkirchen im Einsatz gewesen. In diesem Zusammenhang habe es 37 Festnahmen gegeben. 1400 Personalien seien aufgenommen worden, in 11 Fällen seien Menschen in Gewahrsam genommen worden.

Nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann waren alle festgenommenen Demonstranten zum Ende des Gipfels am Dienstag wieder auf freiem Fuß. Die Demonstrationen in der Landeshauptstadt München und Garmisch-Partenkirchen rund um den Gipfel seien „weitestgehend störungsfrei und friedlich“ geblieben, führte der CSU-Politiker aus.

Update 28. Juni, 15.32 Uhr: Getrübtes Fazit im bayerischen Innenministerium nach der Abreise von US-Präsident Joe Biden vom G7-Gipfel in Elmau. Minister Joachim Herrmann (CSU) verteidigt zwar die hohe Polizeipräsenz in der Region Garmisch-Partenkirchen. Das enorme Maß der Sicherheitsvorkehrungen habe die Abläufe jedoch deutlich erschwert. Herrmann ist unzufrieden mit der Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Secret Service, welcher für den Schutz des US-Präsidenten verantwortlich ist. „Es ist nicht einfach“, ließ der 65-Jährige wissen. Die Angaben der US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörde seien Herrmann zufolge oft vage. Zur zweistündigen Straßensperrung in der Kleinstadt Garmisch-Partenkirchen erklärte der CSU-Politiker: „Das ist eine Zumutung für die Bevölkerung und nicht normal. Das bedauere ich.“

G7-Gipfel: Biden reist ab - Mega-Konvoi beeinträchtigt Alltag der Bürger

Update vom 28. Juni, 15.14 Uhr: Bei den Grenzkontrollen während des G7-Gipfels hat die Bundespolizei „keine herausragenden Fälle“ festgestellt. Zwar seien Menschen „mit G7-Bezug“ kontrolliert worden. Jenen sei allerdings nichts vorzuwerfen gewesen. Abseits davon gab es jedoch sehr wohl Bemerkenswertes: Erkannt worden seien Waffen- und Drogendelikte, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei. Außerdem seien Personen entdeckt worden, die per Haftbefehl gesucht wurden. „Wenn man viel kontrolliert, entdeckt man auch viel“, führte die Polizei aus. Schleuserdelikte seien ebenfalls darunter.

Update vom 28. Juni, 14.41 Uhr: Aufgrund der Abreise von Joe Biden vom G7-Gipfel konnten Einheimische wie Besucher offenbar rund eineinhalb Stunden nicht die durch Garmisch-Partenkirchen führende B2 überqueren. Bei doch recht kühlen Temperaturen von 16 bis 17 Grad fingen Berichten zufolge Passanten (darunter Kinder) in T-Shirts und kurzen Hosen aufgrund der Straßensperre an zu frösteln. „Obwohl in der circa 1,5-stündigen Phase mit der höchsten Sicherheitsstufe noch nicht einmal mehr Polizeikräfte die fast durchgängig von Gittern gesäumte Straße überqueren durften, machten die Beamten zumindest eine Ausnahme: Eine junge Mutter durfte hinübereilen und ein Brot kaufen - weil sie ihr kleines Kind derweil alleine in der Wohnung ließ“, so ein Betroffener.

G7-Gipfel: Söder spricht über Rückkehr nach Bayern im Jahr 2029

Update vom 28. Juni, 13.41 Uhr: Nach dem G7-Treffen in Elmau will Bayern auf „absehbare Zeit“ nach Worten von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nicht noch einmal einen großen internationalen Polit-Gipfel ausrichten. „Bayern kann Gipfel“, sagte der Parteivorsitzende in München. Das habe der Freistaat bewiesen. Der 55-Jährige ergänzte: „Jetzt ist aber auch wieder gut.“ Eine Rückkehr in sieben Jahren an den gleichen Schauplatz erscheint indes ausgeschlossen.

Markus Söder beim Empfang von US-Präsident Joe Biden am Münchner Flughafen
Markus Söder beim Empfang von US-Präsident Joe Biden am Münchner Flughafen. © Daniel Karmann/dpa

Der Freistaat habe seine Pflicht getan, sagte Söder. Der Freistaat war auf Schloss Elmau Ausrichter für die letzten beiden G7-Gipfel unter deutscher Gastgeberschaft 2015 und 2022. Für den nächsten G7-Gipfel in Deutschland, voraussichtlich 2029, schlug er andere Bundesländer vor. Statt der Gebirgsschützen und Trachtler, die bei den ausländischen Gästen großen Anklang gefunden hätten, könne man etwa einen Shanty-Chor oder einen Bergmannschor einladen, schlug Söder in Anspielung auf nördlich gelegene Bundesländer vor.

Ein G20-Treffen steht nach Hamburg im Jahr 2017 in Deutschland turnusmäßig erst wieder im Jahr 2037 an. Das nächste Treffen der G7 im Jahr 2023 wird übrigens Japan ausrichten.

G7-Gipfel in Elmau: Biden landet in München und steigt in Air Force One

Update vom 28. Juni, 13.06 Uhr: Olaf Scholz hat sich bei den Bürgerinnen und Bürgern von Krün und Garmisch-Partenkirchen dafür bedankt, dass der G7-Gipfel nahe der Orte stattfinden konnte. „So ein Treffen ist für die Bürgerinnen und Bürger dieser Orte eben auch mit Belastungen verbunden gewesen“, sagte der SPD-Politiker zum Abschluss des dreitägigen G7-Gipfels.

„Und deshalb: Danke. Danke für das Verständnis, für die Unterstützung und sicherlich an der einen oder anderen Stelle auch für den Langmut.“ Der Bundeskanzler dankte auch den Beschäftigten von Schloss Elmau, den Sicherheitskräften und Polizisten.

Update vom 28. Juni, 12.37 Uhr: Biden ist in München gelandet und soeben in die Air Force One eingestiegen. Zum Abschied winkt er noch einmal, wie auf den Live-Bildern des Flughafens von ntv zu sehen ist. In rund zwei Stunden wird der Präsident wohl schon in Madrid sein. Unterdessen gibt Bundeskanzler Olaf Scholz seine Abschlusspressekonferenz in Elmau.

Joe Biden in München
Joe Biden bei seinem Abflug aus München. © Brendan Smialowski / AFP

Update vom 28. Juni, 12.31 Uhr: US-Präsident Joe Biden ist offenbar schon mit dem Hubschrauber auf dem Weg nach München. Dort angekommen, marschiert er direkt in die Air Force One weiter, die ihn weiter nach Madrid zum Nato-Gipfel fliegt.

Update vom 28. Juni, 12.08 Uhr: Noch nicht offiziell bestätigt ist, dass Biden vom Flugplatz Ohlstadt dann weiter zum Flughafen München geflogen werden soll. Von dort dürfte ihn die Air Force One weiter nach Madrid bringen.

Abreise durch Garmisch-Partenkirchen: US-Präsident Joe Biden fährt im 47 Auto starken Konvoi durch den Markt.
Abreise durch Garmisch-Partenkirchen: US-Präsident Joe Biden fährt im 47 Auto starken Konvoi durch den Markt. © Tanja Kipke

G7-Gipfel: US-Präsident Biden fährt mir Autokonvoi durch Garmisch-Partenkirchen

Update vom 28. Juni, 11.28 Uhr: US-Präsident Joe Biden fährt in diesen Minuten durch Garmisch-Partenkirchen. US-Außenminister Antony Blinken sitzt wohl auch mit im Präsidenten-Wagen. Der Konvoi wurde von zwei Militärflugzeugen begleitet.

Update vom 28. Juni, 10.45 Uhr: Jetzt tut sich etwas auf der Protokollstrecke: Polizeiautos und andere offizielle Wagen fahren durch, der 47 Autos starke Konvoi dürfte bald kommen. In Elmau starten nun offenbar die Wagen. Am Wegesrand in Garmisch-Partenkirchen steht auch Bürgermeisterin Elisabeth Koch. Unsere Reporter vor Ort sagt sie: „Ich bin froh, wenn‘s jetzt dann vorüber ist.“ Der Gipfel sei anstrengend gewesen, man sehe es ihr ja auch an, sie habe kaum Schlaf bekommen. Insgesamt sei sie aber vor allem froh, dass alles friedlich geblieben sei.

Update vom 28. Juni, 10.28 Uhr: Der Unmut in Garmisch-Partenkirchen und den umliegenden Ortschaften wird größer: Offenbar melden sich verunsicherte Eltern beim Landratsamt, weil ihre Kinder die Schulen nicht verlassen können. Die Sperrung soll wohl bis 15 Uhr immer wieder erfolgen. Offenbar sollen alle Staatsmänner den G7-Gipfel in Elmau mit dem Auto verlassen.

In Garmisch-Partenkirchen bereitet die Polizei offenbar alles für die Auto-Abreise Joe Bidens vor.
In Garmisch-Partenkirchen bereitet die Polizei offenbar alles für die Auto-Abreise Joe Bidens vor. © Videoredaktion/Ippen.Media: Daniel Quero Espino

Ärger wegen früherer Sperrung zu G7-Gipfel in Elmau: Keiner kommt mehr durch

Ein Pärchen aus dem Bayerischen Wald beklagt an einer der Sperrungen in Garmisch-Partenkirchen gegenüber unserer Reporterin vor Ort seinen Unmut über die Straßensperrung: „Wir sind echt angepisst.“ Zum Geburtstag haben sie in der Gegend einen Kurzurlaub gebucht, das Zimmer war nach Bekanntgabe des Gipfels in Elmau nicht mehr stornierbar. Eigentlich sind sie auf der österreichischen Seite geblieben, heute wollten sie Garmisch anschauen und auf dem Heimweg in die Therme Erding. Durch die Sperrung der Kontrollstrecke kommen sie jetzt nicht zu ihrem Auto. Die junge Frau kommt aus dem Aufregen gar nicht mehr raus. Ihr Partner kann darüber nur lachen und schüttelt den Kopf. „Wir haben auch Angst, dass wir einen Strafzettel kriegen.“

Bianca Sasso aus Garmisch-Partenkirchen sagt: „Ich stehe gerade mit dem Auto in Eschenlohe und komm nicht nach Garmisch-Partenkirchen in die Arbeit.“ Sie war in Murnau beim Arzt. Was sie besonders ärgert: „Keiner kann mir sagen, wann ich endlich durchfahren darf.“ So wie Sasso geht es aktuellen vielen Menschen, die vor der gesperrten Protokollstrecke warten müssen.

G7-Gipfel in Elmau: Autokonvoi mit Biden soll 10.40 Uhr starten

Update vom 28. Juni, 10.15 Uhr: US-Präsident Joe Biden nimmt gerade noch am Treffen mit Scholz, Macron und Johnson beim G7-Gipfel in Elmau teil. Derweil hat die Polizei die Region weitgehend abgeriegelt, wie sie vor Ort unserer Reporterin sagt, um die Straße für mögliche Abreisen freizuhalten. Wann diese stattfinden und wer abreist, bleibt offen. Ersten Infos aus Polizeikreisen nach, soll der Autokonvoi mit Joe Biden gegen 10.40 Uhr in Elmau starten. Wie das Weiße Haus gegenüber der dpa bestätigt, reist Biden wegen der Wetterverhältnisse früher als geplant ab.

Update vom 28. Juni, 9.45 Uhr: Farchant, Garmisch-Partenkirchen, die ganze Region ärgert sich mal wieder: Kindergärten und Schulen rufen an, die Kinder können wegen der spontanen Sperrung für die angebliche Abreise von Biden vom G7-Gipfel in Elmau nicht mehr abgeholt werden. Die Straßen sind nun für jegliche Verkehrsteilnehmer gesperrt.

Am Montag hatten Anwohner in Garmisch-Partenkirchen Schilder aufgestellt, weil sie monierten, dass die Polizei zu schnell durch das Wohnviertel düse - die Kinder seien in Gefahr.

G7-Gipfel in Elmau: Letzte Arbeitssitzung am Dienstag

Garmisch-Partenkirchen - Am Dienstag ist offiziell der letzte Tag des G7-Gipfels in Elmau, danach endet die Hochkaräter-Veranstaltung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, die für so viel Aufwand gesorgt hat.

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Biden reist von G7-Gipfel ab: US-Präsident soll Elmau mit Auto verlassen

Nach einer letzten Arbeitssitzung am Vormittag (hier das G7-Tagesprogramm für Dienstag als Übersicht), steht Bundeskanzler Olaf Scholz am Mittag in Schloss Elmau Journalisten Rede und Antwort. Doch schon jetzt verdichten sich die Anzeichen, dass US-Präsident Joe Biden früher und wie bei seiner Ankunft mit dem Auto abreisen wird. Gegen 9 Uhr bringen sich Polizisten an diversen Absperrungen in Position, bereiten die Protokollstrecke vor. Ab 9.45 Uhr sind die Straßen in Garmisch-Partenkirchen offiziell gesperrt.

In Garmisch-Partenkirchen eskortieren Polizisten Passanten über die Straße. Hier wird vermutlich in Kürze US-Präsident Joe Biden vom G7-Gipfel in Elmau abreisen.
In Garmisch-Partenkirchen eskortieren Polizisten Passanten über die Straße. Hier wird vermutlich in Kürze US-Präsident Joe Biden vom G7-Gipfel in Elmau abreisen. © Videoredaktion/Ippen.Media: Daniel Quero Espino

Bereits am Samstag war Biden im Autokonvoi zum G7-Gipfel angereist, weil seine Piloten wegen des Wetters die Tage zuvor den Flug nach Elmau nicht üben konnten.

Noch mehr aktuelle Nachrichten rund um das Gipfeltreffen 2022 finden Sie auf Merkur.de/G7-Gipfel Elmau

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