Aufwändig: die Bodenarbeiten auf dem Spielplatz-Areal.
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Aufwändig: die Bodenarbeiten auf dem Spielplatz-Areal in Burgrain.

Areal wird am 20. Juli eröffnet

Burgrain: Spielplatz-Projekt mit Hindernissen

  • Andreas Seiler
    VonAndreas Seiler
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Was lange währt, wird endlich gut: Mit reichlich Verspätung und deutlichen Mehrkosten feiert am 20. Juli der neue Spielplatz in Burgrain Eröffnung. Aufwändige Bodenarbeiten verzögerten das Vorzeige-Projekt, bei dem die Kinder und Jugendlichen ein gehöriges Wort mitreden konnten.

Burgrain – Garmisch-Partenkirchens Zweite Bürgermeisterin Claudia Zolk (CSB) nimmt die Schwierigkeiten, die sich im Zuge des Spielplatz-Baus im Ortsteil Burgrain auf dem Gelände des ehemaligen Bolzplatzes an der Loisach ergaben, sportlich. Entscheidend sei das Ergebnis, betont sie. Und das könne sich sehen lassen: „Das ist ein tolles Gelände“, bilanziert die Kommunalpolitikerin, für die das Vorhaben eine Herzensangelegenheit ist. Am 20 Juli um 15 Uhr soll nun endlich Eröffnung gefeiert werden – mit einem kirchlichen Segen und einer Überraschung für die Kinder und Jugendlichen. Sollte das Wetter nicht mitspielen, wird die Feier auf den nächsten Tag verschoben.

Bodenarbeiten sind nötig

Doch „Burgi“, so der Name der Anlage, bereitete den Gemeinderäten einige Kopfschmerzen. Eigentlich sollte die Freizeiteinrichtung – es ist der sechste Spielplatz im Kreisort, zählt man das geplante Gapark-Areal an der Krankenhausstraße mit – bereits im vergangenen Herbst seine Tore öffnen. Doch dann kamen die Corona-Pandemie und ein weiteres Problem dazwischen, das im Vorfeld niemand auf dem Schirm hatte. Wie berichtet, verhinderte eine Lehmschicht im Untergrund, dass Wasser richtig abfließen konnte. Die Folge: Bei Regen bildeten sich schnell große Pfützen, die einen Betrieb unmöglich machten.

Die Marktgemeinde muss nachbessern (lassen) – ein umständliches Unterfangen. Denn die Spiel- und Klettergeräte – allesamt hochwertige Anfertigungen, vor allem aus Holz – waren bereits installiert. Eine beauftragte Fachfirma für Garten- und Landschaftsbau muss um diese herumbaggern, in weiten Teilen etwa 40 Zentimeter abtragen, eine Drainage verlegen und das Ganze mit Kies und Humus wieder aufschütten. Darauf kommt schließlich noch ein Rollrasen. Dem Vernehmen nach befinden sich die Arbeiten in den letzten Zügen. Der anvisierte Eröffnungstermin soll jedenfalls nicht gefährdet sein. „Die schaffen das“, ist Zolk optimistisch. Die Vize-Rathauschefin würde das Ärgernis mit dem Boden am liebsten abhaken. „Das ist halt passiert“, sagt sie.

Geschätzte Kosten: 120000 Euro

Doch die Zusatzaufgaben kommen dem Markt teuer zu stehen – und lassen die Gesamtkosten kräftig nach oben schnellen. Anfangs ging man noch von rund 80 000 Euro aus. Am Ende dürfte es auf um die 120 000 Euro hinauslaufen, schätzt Zolk. Aber: „Das hat sich rentiert.“

So sieht es auch Gemeinderat Mike Bräu (CSU): „Für die Kinder ist kein Geld zu schade.“ An seiner Kritik, die sich gegen die Vorgehensweise richtet, hält er allerdings fest. „Das war der verkehrte Weg“, findet Bräu. Man hätte es wissen müssen, dass die Bodenverhältnisse nicht die Besten seien. „Das hätten einem die Einheimischen gleich gesagt.“

Trotz aller Hürden und Hindernisse bleibt „Burgi“ ein Vorzeige-Projekt: Denn die Marktgemeinde, die sich als kinderfreundliche Kommune versteht, holte bei der Planung die Jungbürger mit ins Boot. So fanden bereits 2019 Workshops statt, in denen die 6- bis 18-Jährigen ihre Wünsche und Anregungen einbrachten. Ein Ergebnis steht bereits: ein Klettergerät mit aufgehängten Reifen – eine Konstruktion, die sich die Heranwachsenden in der Zukunftswerkstatt überlegt hatten. Sabine Schmeidl von der Gemeindejugendpflege, die das Mitmach-Projekt betreute, ist zufrieden: „Das Ergebnis ist super. Wir haben viel umsetzen können.“

Und auch in der Toiletten-Frage zeichnet sich eine Lösung ab: Es läuft wohl auf eine Kompost-Version hinaus, die nächstes Jahr am Wanderweg außerhalb des Spielplatzes errichtet werden soll. Kostenpunkt: zwischen 15 000 und 25 000 Euro. Darauf verständigte sich der Sozial- und Ordnungsausschuss. Die Verwaltung wurde beauftragt, Angebote einzuholen. Der Vorteil der besagten Variante: Sie ist deutlich günstiger als eine herkömmliches WC mit Wasser- und Abwasseranschlüssen. Denn die Leitungen müssten in diesem Fall erst verlegt werden.

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