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Für Martin M. begann alles an Spielautomaten in Kneipen. (Symbolbild)

Mit wenigen Klicks in den Ruin

Vom Daddel-Automaten in die Internet-Spiel-Hölle: Bayer verzockt Vermögen - „Alter, was machst du hier?“

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Für einen Garmisch-Partenkirchener fing alles mit Spielautomaten in Kneipen an. Dann ging es weiter in Spielhallen, um schließlich online um schwindelerregende Summen zu spielen.

  • Viele Menschen in Deutschland weisen suchtähnliches oder problematisches Glücksspielverhalten auf.
  • In sogenannten „Online-Casinos“ können schwindelerregende Beträge investiert, und wieder verloren werden.
  • Ein Mann aus Garmisch-Partenkirchen erzählt von seiner jahrelangen Spielsucht.

Garmisch Partenkirchen - Geschätzt 33.000 Menschen gelten in Bayern als pathologische Glücksspieler, weitere 35.000 zeigen problematisches Spielverhalten, so das Bayerische Staatsministerium. Gerade Online-Casinos treiben immer mehr Menschen in ihren Bann. So auch einen jungen Mann aus Garmisch-Partenkirchen, der in den letzten Jahren vollkommen die Kontrolle über sein Spiel verloren hatte.

Online Geld verloren: Mann aus Garmisch-Partenkirchen fing erst mit Spielautomaten in Kneipen an

Die „Einarmigen Banditen“ gibt es schon ewig. Sie gehörten schon vor vielen Jahren zum Inventar vieler Eckkneipen und Bars. Dort konnte man ein paar Pfennige „verdaddeln“, man ging also kein größeres finanzielles Risiko ein. Doch die Glücksspiel-Industrie ist gewachsen - und hat einen sehr starken Verbündeten dazu bekommen: Das Internet. In sogenannten „Online-Casinos“ können Spieler bequem von zuhause aus spielen und Unmengen an Geld investieren. Mit wenigen Klicks sind schwindelerregende Beträge auf das Spielerkonto gebucht, die in wenigen Minuten wieder verspielt werden können.

Im Internet gespielt: Spielsucht vorprogrammiert - Bayer erzählt seine Spieler-Geschichte 

Wie Martin M. bei bild.de berichtet, ging alles mit den üblichen Spielautomaten in Kneipen los. „Ich hatte ältere Freunde, mit denen ich in den Kneipen an den Automaten gedaddelt habe“, so Martin M gegenüber der Zeitung. Dann, ein paar Jahre später, entdeckt er die Welt der Online-Casinos. Wie das Portal berichtet, sei es für ihn bequemer gewesen, als in Spielhallen zu fahren. Online spielt Martin M dem Bericht nach „Cash-Fever Slots“, ein bekanntes Automatenspiel.

Mann aus Garmisch-Partenkirchen gewinnt tausende Euro im Online-Casino

Weiter berichtet Martin M., dass er „erst 5, dann 10, dann 20 Euro pro Umdrehung gesetzt habe.“ Umdrehungen sind Spielrunden, die ein klassisches Automatenspiel vorsieht. Dort werden Beträge gesetzt, die bei richtiger Anordnung der Symbole Gewinne bringen können. Wie Martin M. der Zeitung verrät, habe er „ 100.000 Euro gewonnen, die aber sicher in den Jahren zuvor auch schon verspielt.“ Doch oft habe er sich demnach nicht gut dabei gefühlt und sich gefragt: „Alter, was machst du hier?“

Glücksspiel: Mann aus Garmisch-Partenkirchen verliert Unsummen - jetzt ist er sauber

Wie Martin M. berichtet, spielt er seit drei Monaten nicht mehr, da er realisiert habe, dass dies nicht gut für ihn sei. Glücklicherweise hat sich der gelernte Kfz-Mechaniker nie verschuldet, sodass die Spielsucht keine weiteren Folgen mit sich bringt. Dem Bericht nach ist Martin M. mittlerweile erfolgreicher Unternehmer in der Automobilbranche. Für viele Menschen in Bayern und Deutschland ist Glücksspiel jedoch eine ernsthafte Gefahr, die meist im Verborgenen und unbemerkt ausgelebt werden kann. 

Sollten Sie selber oder Menschen aus ihrem Umfeld problematisches Spielverhalten aufzeigen, können sie kostenlos unter der Hotline 0800 1372700 Informationen und Hilfsangebote zum Thema Spielsucht einholen.

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Ein Wettbüro in der Nachbarschaft? Da sind die Kommunen im Landkreis Ebersberg skeptisch. Nach Ebersberg sagte jetzt auch Grafing „nein“ zu so einem Vorhaben.*

Der Mitarbeiter eines Kiosks in Wörthsee hat satte 15.000 Euro verspielt. Dafür musste er sich vor Gericht verantworten.*

Für zwei Lottospieler ging mit der jüngsten Ziehung des Eurojackpots ein Traum in Erfüllung. Die beiden gewannen Beträge in Millionen-Höhe. Doch der Jackpot entging den beiden nur gang knapp. 

Ein Lotto-Gewinner aus NRW scheint gar nichts von seinem Glück zu wissen - er hat sich nach dem Knacken des 90 Millionen Eurojackpots noch nicht gemeldet.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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