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Inhaber des Spielwarenladens reicht Rechtsaufsichtsbeschwerde ein

Zitzmann wieder vor dem Aus?

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Beim Spielwaren-Geschäft Zitzmann am Richard-Strauss-Platz drohen erneut die Lichter auszugehen. Inhaber Max Zitzmann wehrt sich gegen einen Beschluss des Finanzausschusses, der die Verlängerung des Mietvertrags verweigert hat.

Max Zitzmann.

Garmisch-Partenkirchen – „Was wir brauchen, ist ein Wunder“, sagt Max Zitzmann. Der Klang seiner Stimme und sein Mienenspiel verraten, dass er weiß, dass es kaum eintreten wird. Das Wunder, das Zitzmann benötigt, ist noch unwahrscheinlicher als ein Flug von Astronauten in den nächsten Jahren zu fremden Galaxien. Realistisch ist hingegen: Die Tage von Spielwaren Zitzmann, das Traditionshaus am Richard-Strauss-Platz, in Garmisch-Partenkirchen sind gezählt, nachdem der Finanzausschuss des Gemeinderats Ende Mai die erneute Verlängerung seines Mietvertrags bis zum 31. Dezember 2018 abgelehnt hatte. Damit muss Zitzmann die Räume, die Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) zufolge für die dringend notwendige Erweiterung der Tourist-Info benötigt werden, bis Ende 2017 räumen. „Wir brauchen den Platz“, sagt Meierhofer. „Die Entscheidung ist absolut richtig und nachvollziehbar“, heißt es von einem Gemeinderat, der dem Finanzausschuss angehört.

Der nächste negative Bescheid aus dem Rathaus hat Zitzmanns Kampfgeist noch einmal angestachelt. Aufgeben kommt für ihn, trotz der Aussichtslosigkeit seiner Situation, nicht in Frage. Er streitet für sich und seine 17 Mitarbeiter. Den meisten muss er bis Ende des Monats kündigen, sollten am 31. Dezember in seiner Firma endgültig die Lichter ausgehen. „Es geht um Existenzen“, sagt Zitzmann. Deshalb legt er sich weiter ins Zeug. Zum einen schob er am 26. Mai – zwei Tage, nachdem ihm die Absage auf den Schreibtisch geflattert war – einen Antrag nach, in dem er um einen Vier-Jahres-Mietvertrag bittet. In der Hoffnung, dass sich ob des hohen Mietzinses von etwas mehr als 300.000 Euro der Gemeinderat beschäftigen muss und er dort Unterstützer für seine Sache findet. Am 31. Mai fuhr er zudem schweres Geschütz auf und legte beim Landratsamt Rechtsaufsichtbeschwerde gegen die Entscheidung des Finanzausschusses ein. „Ich versuche alles, um ein altes Geschäft zu retten, das hierher gehört“, sagt Zitzmann. 

Schadensersatzklage gegen Gemeinde wird in Erwägung gezogen

Der Kaufmann rügt vor allem, dass der Beschluss des Finanzausschusses umgehend öffentlich gemacht wurde. Der Markt habe seine Verschwiegenheitspflicht verletzt, was zu einer schweren Ruf- und Geschäftsschädigung geführt habe. Seit dem 29. Mai sei der Umsatz „bis zu 60 Prozent pro Tag eingebrochen“ schreiben Max Zitzmann und sein Sohn Markus, der ebenfalls der Geschäftsleitung anhört. Sie denken über eine Schadenersatzklage gegen die Gemeinde nach. „Die behalten wir uns vor.“ Obwohl alles darauf hindeutet, dass das Tischtuch zwischen Gemeinde und Zitzmann zerschnitten ist, zeigt er sich gesprächsbereit. „Wir bieten den Dialog an.“

Zitzmann hält den Standort am Richard- Strauss-Platz, an dem die Firma seit mehr als 60 Jahren logiert, für den einzig möglichen, um wirtschaftlich überleben zu können. „Wir würden uns auch innerhalb des Gebäudes bewegen“, sagt er. Alle Alternativen, die ihm die Gemeinde angeboten hatte, lehnte er ab. Auch Räumlichkeiten am Mohrenplatz. In denen hat die Spielwaren- Kette Krömer mit Stammsitz in Schrobenhausen (Oberbayern) vor einem Jahr eine Filiale eröffnet, die Zitzmann Marktanteile gekostet hat – allerdings nicht so viele wie befürchtet. Ein Laden in der Fußgängerzone, den er gemeinsam mit der Besitzerin besichtigte, erwies sich für die Bedürfnisse eines Spielwarenladens als zu klein. „Wir wollen dort bleiben, wo wir sind“, sagt Zitzmann und hofft auf ein Wunder.

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