Nun geht‘s richtig rund am Kramertunnel: 340 Meter sind die Bauarbeiter schon im Berg. Das heißt, dass nun auch nachts gesprengt werden darf. Richtig laut wird es aber nicht, verspricht Projektleiter Martin Wohlketzetter.
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Für den Lärmschutz wird der Tunneleingang abgedichtet.

Fortschritt bei wichtigem Bauprojekt

340 Meter im Berg: Nun wird auch nachts gesprengt am Kramertunnel

  • Christian Fellner
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Nun geht‘s richtig rund am Kramertunnel: 340 Meter sind die Bauarbeiter schon im Berg. Das heißt, dass nun auch nachts gesprengt werden darf. Richtig laut wird es aber nicht, verspricht Projektleiter Martin Wohlketzetter.

Landkreis – Wenn es ab heute auch nachts rund um das Nordportal des Kramertunnels scheppert, dann hat das einen Grund: Das Nacht-sprengverbot für die Tunnelbaustelle ist aufgehoben worden. Zwischen 22 und 6 Uhr dürfen ab sofort bis zu zwei zusätzliche Sprengungen stattfinden. „Das kann aber auch mal nur eine sein“, betont Martin Wohlketzetter, Projektleiter des Staatlichen Bauamts für den Kramertunnel in Garmisch-Partenkirchen. „Im Schnitt finden die Sprengungen alle sechs Stunden statt.“

Maßgeblich für die Erlaubnis, nun auch in den Nachtstunden im Berg zu arbeiten, ist der Vortrieb. Rund 340 Meter sind die Experten seit dem Baubeginn am 7. Februar und trotz Corona-Zwangspause von Norden her in das Kramermassiv vorgedrungen. Zumindest in der Kalotte, dem oberen Drittel der künftigen Tunnelröhre. Nachtsprengungen sind ab einem Baufortschritt von 250 Metern in das Berginnere zulässig – und auch erforderlich, um die geplante Vortriebsleistung zu erreichen. Um die Lärmbelästigung so klein wie möglich zu halten, wird das Nordportal mit einem Schallschutz abgedichtet. Im Vorfeld haben Messungen stattgefunden, um sicherzustellen, dass die Werte im gesetzlichen Normbereich bleiben. „Die Lautstärke liegt nachts bei unter 65 Dezibel“, beruhigt Wohlketzetter.

Insgesamt wird an einem normalen Tag am Kramertunnel-Nordportal bis zu sechsmal gesprengt. Pro Vorgang kommen die Tunnelarbeiter rund 1,70 Meter vorwärts. Das Material, das aus dem Berg transportiert wird, umfasst rund 12 bis 14 Lkw-Fuhren. Im Süden hingegen geht es derzeit nur mit Baggern vorwärts. „Das wird noch zirka fünf Monate so weitergehen“, sagt Wohlketzetter. Erst dann wird auch hier gesprengt. 

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