Abfällige Stellungnahmen im Netz

St.-Irmengard-Gymnasium sagt Feier im „AfD-Lokal“ ab: Verunglimpfungen im Internet

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Garmisch-Partenkirchen - Schule  wird nach Absage der internen Weihnachtsfeier für das Lehrerkollegium stark kritisiert. Direktor Otmar Würl weist die Vorwürfe von sich. 

Betroffen. Dieses Wort drückt wohl am besten aus, was Otmar Würl, Direktor des St.-Irmengard-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen, angesichts der Reaktionen auf die Absage der schulinternen Weihnachtsfeier empfindet. Was ihn besonders stört, ist die Unterstellung, dass die Schule damit an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Die Unterstellungen erstaunen den Direktor

Das ist allerdings nicht der Fall. Vielmehr wurde von Vertretern der AfD bei ihrer jüngsten Veranstaltung im Gasthof zum Rassen angeprangert, dass Wirt Hubert Ecker, der ihnen den Saal bereits zum zweiten Mal zur Verfügung gestellt hatte, deshalb andere Gäste abgesprungen seien. Dass die abfälligen Stellungnahmen, die vor allem auf merkur.de zu finden sind, davon ausgehen, die Schule hätte die Absage öffentlich zelebriert, um sich als „Gutmenschen“ hervorzutun, erstaunt Würl. „Die Wahrheit ist, dass wir uns in persönlicher Absprache vom Wirt aus dem mündlichen Vertrag entbinden haben lassen, um unsere Weihnachtsfeier zu retten“, betont er. Und das geplante Fest betrifft allein die Lehrer. Nachdem ein großer Teil von ihnen nicht in das Lokal kommen wollte, in dem sich die rechtspopulistische Partei und ihre Anhänger so wohlfühlen, ging der Direktor diesen Schritt. Dies sei nicht breitgetreten worden, nicht gegenüber Schülerinnen oder Eltern, und schon gar nicht in der Öffentlichkeit.

Die Meinungsfreiheit ist eines der höchsten Werte - dies wird an St. Irmengard seit jeher gelehrt

Die Verunglimpfungen, mit denen die Schule jetzt überschüttet wird, „haben wir nicht verdient“. Am St. Irmengard werde Würl zufolge seit jeher gelehrt, dass die Meinungsfreiheit in unserem Land einer der höchsten Werte ist. Das Recht, dass die AfD ihre Ansichten öffentlich vertreten darf, sei ein schützenswertes Gut. „Wir lehren unsere Schülerinnen aber auch, sich eigene Meinungen zu bilden, sich eigene Haltungen anzueignen und diese aufrecht zu vertreten und zu leben, ohne dabei andere zu verletzen, ohne andere herabzuwürdigen“, sagt er. „Und wir betreiben keine Parteipolitik.“ Vielmehr setze die Schule ihren Erziehungs- und Bildungsauftrag seriös und liebevoll um.

Rubriklistenbild: © Kornatz Archiv

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