Trotzdem mehr Kontrollen

St.-Martin-Straße - kein Unfallschwerpunkt

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So kann man sich täuschen: Während Anwohner die St.-Martin-Straße häufig als Rennstrecke und Sicherheitsrisiko wahrnehmen, kommen die Zahlen von Polizei und Verkehrsüberwachung zu einem anderen Ergebnis. Tempoverstöße von Autofahrern liegen unter dem Garmisch-Partenkirchner Durchschnitt.

Garmisch-Partenkirchen – Die St.-Martin Straße ist breit und fast schnurgerade. Viele Anwohner meinen, sie lade deshalb Autofahrer ein, schneller als erlaubt zu fahren, sie sei eine Autobahn, attraktiv für Raser. Gewagte Überholmanöver sollen ebenfalls keine Seltenheit sein, die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer sei gefährdet. Zu deren Anwalt machte sich CSU-Gemeinderat Hermann Guggemoos. Er fand, damit müsse Schluss sein und drängte auf Maßnahmen, damit die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Stundenkilometern eingehalten wird. Guggemoos forderte stärkere Verkehrskontrollen in diesem Bereich. Die kommen auch. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Hauptausschusses. Helfen sollen Geschwindigkeitsanzeigen, bekannt auch als Smileys, sowie verdeckte Lasermessungen der Polizei am Tag und in der Nacht. Den Anhängern, die am Straßenrand abgestellt werden und die die Sicht erheblich einschränken, will man mit einem Halteverbot beikommen. Pkw dürfen weiter parken.

Allerdings wurde im Laufe der Sitzung deutlich, dass die St.-Martin-Straße alles andere als ein Unfallschwerpunkt ist. „Vieles ist subjektiv“, meinte Wolfgang Berger, der Leiter des Ordnungsamtes. Bei einem Ortstermin von Polizei und Rathaus-Verwaltung, bei dem zahlreiche Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen und rund 100 Fahrzeuge kontrolliert wurden, ergaben sich kaum Verstöße. 57 Stundenkilometer waren laut Hubert Hohenleitner von der Inspektion Garmisch-Partenkirchen der Höchstwert.

Nachfragen beim Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland, der in Garmisch-Partenkirchen die Verkehrsüberwacher stellt, ergaben, dass die Beanstandungsquote unter dem Garmisch-Partenkirchner Schnitt liegt. Den Zweckverband zufolge betragen die Verstöße in der gesamten Marktgemeinde 5,58 Prozent, in der St.-Martin-Straße lediglich zwei Prozent. Bei den 19 Unfällen, die in jüngerer Vergangenheit in der St.-Martin-Straße passierten, waren keine Fußgänger oder Radfahrer betroffen. Zumeist handelte es sich um Kollisionen, die zwischen fahrenden und parkenden Autos passierten. Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen) schlug vor, Radwege einzuzeichnen und um damit die Breite der Straße zu verringern. Marktbaumeister Jörg Hahn brachte sogar einen Rückbau ins Spiel. Beide Ideen fanden kein großes Echo im Hauptausschuss und wurden nach kurzer Diskussion verworfen. Konsens war hingegen Bergers Vorschlag, die Autofahrer mit Geschwindigkeitsmessanlagen, so genannten Smileys, zu sensibilisieren.

Rubriklistenbild: © fkn

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