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Hat kräftig ausgeteilt: Fastenprediger Andreas M. Bräu.

Politiker-Derblecken in Garmisch-Partenkirchen

Starkbieranstich: Für (fast) jeden ein böses Wort

Politiker-Derblecken – das hat im „Schatten“ Tradition. Die Garmisch-Partenkirchner Polit-Prominenz bekam von Fastenprediger Andreas M. Bräu ihr Fett weg – bis auf Landrat Anton Speer.

Garmisch-Partenkirchen – Eine gelungene Veranstaltung war’s. Spritzig, smart und rhetorisch geschliffen. Jede Pointe saß. Schauspieler Andreas M. Bräu kann fastenpredigen. Er las als Pater Andreas den anwesenden Politikern die Leviten – und auch jenen, die nicht da waren.

Mit Fake-News aus dem Fernsehen wurde gleich zu Beginn aufgeräumt. Mama Bavaria alias Marie-Teres Pfefferle stellte klar, dass sie nicht zurückgetreten ist, „sondern nur mei Double aufn Nockerberg heat auf.“ Die 25-jährige Partenkirchnerin gibt seit vergangenem Jahr bei der „fünften Jahres Freid“, dem Starkbierfest im Gasthof Schatten, die weltliche Patronin Bayerns.

Im ausverkauften Schattensaal konnte Bräu gleich zu Anfang seiner Predigt das sichtlich amüsierte Publikum beruhigen, „Uschi Glas kommt heute nicht aus der Dekoration gesprungen.“ Er begrüßte die verehrte Fastengemeinde und CSU-Dame Elisabeth Koch, „die liebe Sissi“. Als Teil eins der Kampf-GroKo im Rathaus habe sie es doch tatsächlich zwischen kulinarischen Experimenten posten auf Facebook und diversen Sitzungen geschafft, in den Schatten zu kommen. Derweil habe sie doch jetzt ein neues Steckenpferd, nämlich die Geriatrie „oder besser die Geriatronik“. Koch interessiere sich jetzt für Altenhilferoboter. „Probekunden gibt’s ja genug im Ort. Aber ob sich die g’frein, dass irgendwann bloß noch die Maschine da is?“, fragte Bräu.

Nachdem Spielwaren Zitzmann zugesperrt hat, heißt es jetzt in der Marktgemeinde Geriatronik statt Lego, meinte Bräu. Die Touristinfo werde vergrößert. Viele Urlauber würden den Unterschied zwischen den Playmobilmanschgerl und „den Mitarbeitern der selbigen gor ned merken. Falls da no Platz wär in der neuen Megatouristinfo hätt der intellektuelle Lehrer vo da CSU, da Wank Max, gleich an Vorschlag gehabt: Ein ganzjähriges Kripperlmuseum, samt Lebendkrippe. Als Ochs wär er selber zur Verfügung gestanden und auch an Esel hätt ma in seiner Partei gefunden“.

Die Gmoa wollte dem Zitzmann ja helfen. Man findet eine geeignete Lage, haben sie gesagt. Pater Bräu wüsste da schon was: „ De Sparkasse in da Ludwigtraß, weil de ham ma ja a nimmer lang.“ Allerdings setzt sich der Freie Wähler Florian Möckl für den Erhalt der Filiale ein. „Bravo, des hat ja mit seim Paketschuppen scho guad funktioniert.“

Bei Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer von der SPD wurde er ein bisschen vorsichtig, der Bruder Andreas, „ned dass er a mit der Polizei des Saals verwiesen wird, wie sich das neulich bei der Gemeinderatsitzung zugetragen hat, wo de Pfosten über die Masten entschieden ham“. Also den Mobilfunkmasten. So zugegangen sei es da, dass sogar ärztlicher Beistand durch CSU-Gemeinderat Dr. Günter Steinebach gefordert war, weil sich der Fanclub aus der Törlenstraße vom Möchtegern MdB, FDP-Mann Martin Schröter, so aufgeführt habe. Überhaupt würde doch für den Teilzeit-Luxemburger die Signatur DvD, also Depp vom Dienst, viel besser passen.

Weil er grad bei den Kürzeln war, hatte der Herr Pater gleich noch eines für den, „Bürgermeister der Herzen“ dem Bauer Wolfi, nämlich GGOVD (Grüßgottonkel vom Dienst). Beim Zölibat schwach werden könnte der Pater Andreas, wenn er die fesche Bürgermeisterin anschaut. „Aber wenn ich sie dann reden hör, dann weiß ich wieder, warum ich ins Kloster gegangen bin.“ Die Bürgermeisterin im Publikum rang sich ob dieses Kompliments ein gequältes Lächeln ab. Die KNvdU, also de Krawallnudel von da Union, Elisabeth Koch, hat eine Erhöhung der Sitzungsgelder für den Aufsichtsrat vom Klinikum gefordert. „Freilich mia zoin Krankenkasse und de Daddrigen vom Aufsichtsrat steckens ei.“

Danach bekam Ex-Verkehrsminister Alexander Dobrindt sein Fett weg. „Dieseldummy Dobrindt“ könne sich vielleicht als Schülerlotse in Oberau bewerben, dann macht er wenigstens einmal was Vernünftiges. Der Tunnel soll ja jetzt nach dem Konterfei vom Dobrindt gestaltet werden. „Durch oa Brillenglasl als Eingang fahrst nei und durchs andere wieder raus.“ Einzig bei Landrat Anton Speer hatte Bruder Andreas nichts zum Schimpfen gefunden, der Herr Pater. „Falls es im Landtag eine Koalition mit den Freien Wählern gibt, dann kriagt der vom Hubsi Aiwanger bestimmt ein Hochzeitslader-Ministerium.“ Der Landrat mit Gattin Maria war ebenfalls in den Gasthof Schatten gekommen und schmunzelte gewohnt verschmitzt.

Zünftig musikalisch umrahmt wurde der Abend durch die „Schonseitn Musi“ aus Holzkirchen. Teil des Programms waren auch die „Gruaberbuam“ aus Uffing. Vater Michael Schmid und seine beiden Söhne, der 16-jährige Hannes und der 14-jährige Flori, machen schon seit über zehn Jahren gemeinsam Musi. Und das so hervorragend, dass sie erst kürzlich mit dem „Wasserburger Löwen“, einem renommierten Volksmusikpreis ausgezeichnet wurden. Das sympathische Trio ist ein Genuss für Augen und Ohren und begeisterte die Zuschauer mit Gstanzln und einer echten, feinen Volksmusik.

Lilian Edenhofer

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