Die Entwicklung von Garmisch-Partenkirchen und seiner Bevölkerung zeigen Professor Wolfgang Seiler und Wissenschaftlerin Kerstin Schmidt auf. foto: Sehr

Die sterbende Gemeinde

Garmisch-Partenkirchen - Die Bevölkerung Garmisch-Partenkirchens schrumpft und altert: In 80 bis 100 Jahren könnte der Ort aussterben.

Stirbt Garmisch-Partenkirchen aus? Möglicherweise, aber frühestens „in 80 bis 100 Jahren“. Doch wirklich beruhigend ist diese Antwort von Kerstin Schmidt nicht. Wie die Demographie-Beraterin auf diese Einschätzung kommt, führte sie im Garmisch-Partenkirchner Kongresshaus aus. Sie sprach im Rahmen einer Info-Veranstaltung des laufenden Nachhaltigkeits-Projekts über die Zukunft der Marktgemeinde. Das Interesse war mit nur 70 Zuhörern sehr gering.

Davon kann Garmisch-Partenkirchen nur träumen. Hier hat sich die Einwohnerzahl nach Angaben der Demographie-Expertin in den vergangenen zehn Jahren um knapp 800 Bürger auf 25 842 Einwohner im Jahr 2010 verringert. Gleichzeitig nehme das Durchschnittsalter kontinuierlich zu. Ihr Fazit: „Garmisch-Partenkirchen kann bis 2025 zwar mit einer insgesamt relativ stabilen Bevölkerungszahl rechnen, doch das Durchschnittsalter steigt.“

Und auch die sich daraus ergebenden Folgen nannte die Wissenschaftlerin beim Namen. Der demographische Wandel betreffe des Leben in der Kommune vor allem in zwei Bereichen: Kinder und Familie sowie Leben und Wohnen im Alter. Als gemeinsames Ziel von Politik, Verwaltung und lokalen Akteuren forderte sie deshalb „die Schaffung eines kinder- und familienfreundlichen Klimas“.

Für all dies müsse die Gemeinde eine eigene Strategie entwickeln, griff Professor Wolfgang Seiler schließlich die Thematik auf. Er ist der Koordinator des vom Gemeinderat beschlossenen Leitprojekts „Nachhaltiges Garmisch-Partenkirchen“. Doch ob sich ein Konzept auf die Beine stellen lässt, das von Erfolg gekrönt ist, hängt ihm zufolge entscheidend davon ab, wie die Kommune auf den Wandel in der Bevölkerung reagiert.

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