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Werben für die Mundart: (v.r.) Martin Wohlketzetter, Bürgermeister von Farchant, Professor Heinz Schelle aus Oberau und Horst Münzinger.

Irrglaube: Dialekt behindert Bildung nicht

Stirbt die Mundart im Werdenfelser Land aus?

Die Dialekte haben einen schweren Stand. Kinder reden eher nach der deutschen Schriftsprache. Um dem Verlust der Mundarten entgegenzuwirken, sind nun Eltern, Erzieher und Lehrkräfte gefordert. 

Landkreis – Die bairische Sprache und die Mundarten haben auch im Werdenfelser Land einen schweren Stand. Während die Älteren noch häufig Dialekt reden, ist bei Kindern und Schülern die deutsche Schriftsprache mit meist norddeutscher Aussprache üblich. Hält diese Entwicklung an, werden auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchner in absehbarer Zeit Dialekte aussterben.

Zu diesem Ergebnis kamen die im Werdenfelser Land beheimateten Mitglieder des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte (FBSD), die gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden Horst Münzinger (München) im Gasthof Zur Schranne in Garmisch-Partenkirchen die regionale Sprachsituation und Lösungen diskutierten. Dabei würdigte Münzinger das Verdienst von Annelies Grasegger, die als langjährige Vorsitzende des FBSD-Landschaftsverbands Werdenfelser Land dem Nachwuchs in Kindergärten die bairische Sprache näher gebracht hat. „Eine Fortsetzung dieser bewährten Arbeit wäre sehr wünschenswert und auch notwendig“, betonte Grasegger.

„Um dem drohenden Verlust der Mundarten entgegenzuwirken, müssen besonders Eltern, Erzieher und Lehrkräfte von den bereits mehrfach wissenschaftlich nachgewiesenen Vorteilen des Erwerbs eines Dialekts neben der deutschen Sprache überzeugt werden“, sagte Münzinger. Bisher glaubten noch viele, Mundart behindere Bildung und beruflichen Erfolg. Doch das Gegenteil ist der Fall, weshalb auch der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) sich für mehr Förderung in den Schulen einsetzt. Münzinger berichtete auch von einem Kindergarten in München, der sehr erfolgreich einen Bairisch-Kurs für Kinder anbietet.

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