Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch.
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In seiner Villa in Garmisch-Partenkirchen arbeitete Richard Strauss auch noch im hohen Alter.

Vorbereitung auf 2022 läuft schon

„Alles richtig gemacht“: Neues Konzept der Richard-Strauss-Tage ist aufgegangen

  • Tanja Brinkmann
    VonTanja Brinkmann
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Vier Tage im Zeichen von Richard Strauss liegen hinter Garmisch-Partenkirchen. Noch fehlt die Schlussrechnung, schon jetzt betonen die Verantwortlichen, dass sie im vorgegebenen Budget geblieben sind – und trotzdem Qualität geboten haben.

  • Die elf Veranstaltungen der Richard-Strauss-Tage, für die es knapp 1100 Tickets gab, waren schon seit Mai ausverkauft.
  • Verantwortliche haben ein Polster für unvorhergesehene Ausgaben einkalkuliert und sind damit sehr gut gefahren.
  • Förderantrag für 2022 wird schon mit den Vertretern des Kunstministerium vorbereitet.

Garmisch-Partenkirchen – „Alles richtig gemacht“ – Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) sagt’s mit einer gewissen Genugtuung. Und Erleichterung. Das Konzept, mit dem der Markt die Veranstaltungsreihe zu Ehren von Richard Strauss neu aufgestellt hat, ist aufgegangen. „Wir haben bewiesen, dass man mit Budgettreue und Liebe zur Sache etwas wirklich Tolles machen kann.“ Dabei hebt Koch vor allem Dr. Dominik Sedivy hervor, der mit seinem Team für das Programm verantwortlich war. „Er hat hervorragende Verbindungen und die Künstler hergebracht.“ Der Leiter des Strauss-Instituts musste nach der Aufarbeitung des immensen Defizits, mit dem sich der Markt nach dem Festival 2019 unter der künstlerischen Leitung von Alexander Liebreich konfrontiert sah, innerhalb kürzester Zeit ein Programm für die vier Strauss-Tage auf die Beine stellen. Mit Erfolg. Das bestätigt die Bürgermeisterin. „Ich bin froh, dass wir’s so hinbekommen haben.“

Künstlerische Qualität an den vier Strauss-Tagen hat überzeugt

Dem kann sich Sedivy nur anschließen. „Wir sind im Budget geblieben“, unterstreicht er. Vom Markt sind für die Reihe 100.000 Euro geflossen, die gleiche Summe kam vom Freistaat. Weitere Zahlen nennt der Musikwissenschaftler noch nicht, schließlich liegt die Schlussrechnung bislang nicht vor. Fest steht: „Die elf Veranstaltungen waren bereits seit Mai ausverkauft“, sagt Dietlinde Behncke, Sprecherin der Strauss-Tage. Unter den aktuellen Pandemie-Auflagen konnten allerdings mit knapp 1100 wesentlich weniger Tickets verkauft werden, als in den Veranstaltungsorten Platz gefunden hätten.

Die widrigen Umstände hatten Sedivy und Michael Gerber, Geschäftsführer von Gapa Tourismus und damit auch verantwortlich für die GaPa Kultur gGmbH, im Vorfeld einkalkuliert. „Mit einem Polster für unvorhergesehene Sachen“, erklärt Sedivy. Auf dem Schirm hatten sie beispielsweise Testkapazitäten oder die Ausgabe von Masken. Der Umzug aller Veranstaltungen vom Konzert- in den Festsaal Werdenfels, um möglichst viele Zuhörer unterzubringen, kam für ihn und sein Team allerdings überraschend. Die höheren Kosten für Miete und Umzug der Technik waren aber gedeckt – „alles gut“, betont der Institutsleiter erleichtert.

Ein perfekter Abschluss: der Liederabend mit Julian Prégardien.

Wie Gerber ist er sehr erfreut über die künstlerische Qualität, die sie an diesen vier Tagen bieten konnten. „Es war eine runde Sache, das ist beim Publikum sehr gut angekommen.“ Gerade den Abend mit der Cellistin Raphaela Gromes, „die um ihr Leben gespielt hat“, und die Matinee mit Solisten führender Orchester aus Deutschland und Österreich hebt Sedivy hervor. Genau wie den Auftakt mit der Musikkapelle Partenkirchen. „Ich freue mich darauf, im kommenden Jahr wieder mit ihr kooperieren zu können.“

Programm für die Strauss-Tage 2022 wird längst erarbeitet

Das Konzept ist aufgegangen, davon ist auch Gerber überzeugt. Gestern Vormittag waren er und Sedivy im Kunstministerium in München, um den Förderantrag für 2022 vorzubereiten. Am Programm feilt der Musikwissenschaftler längst. „Er stellt sogar schon Überlegungen für 2023 an“, lobt Gerber. Die mittelfristige Planung sei zum einen wichtig, um entsprechend gute Orchester, Musiker und Sänger zu verpflichten. Zum anderen aber auch, um eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Geldgebern zu haben. Das nennt Gerber ebenfalls „eine gute und richtige Entscheidung“. Die Neuausrichtung der Reihe sieht er auch deshalb wie die Bürgermeisterin als absolut gelungen an.

Auf BR-Klassik

ist das Sinfoniekonzert mit der Camerata Salzburg am Mittwoch, 4. August, zu hören. Der Liederabend mit Julien Prégardien wird am Montag, 19. Juli, übertragen. Beginn ist jeweils um 18.05 Uhr.

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