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Völlig unklar ist, wann es beim Kramertunnel weitergeht.

Viele offene Fragen

Kramertunnel: Baustart völlig offen

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Garmisch-Partenkirchen - Streibl will's wissen: Der Landtagsabgeordnete hat nachgefragt, was der Freistaat für die Garmischer Umfahrung tut. Die Antwort des Innenministers lässt Spielraum für Spekulationen.

Still ruht die Baustelle für den Kramertunnel. Zwar sieht man am Nordportal immer mal wieder mal einen Lkw stehen, „doch mit uns hat das nichts zu tun“, sagt Michael Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamts in Weilheim. Die Sorge um den Kramertunnel treibt Florian Streibl, Parlamentarischer Geschäftsführer der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, um. Der Oberammergauer Landtagsabgeordnete hat den enttäuschenden Stillstand der westlichen Umfahrung von Garmisch-Partenkirchen zum Anlass genommen, um zum wiederholten Male eine klare Aussage der Staatsregierung zu verlangen, was sie für eine rasche Realisierung tut. Streibl wollte wissen „wann mit der Verkehrsfreigabe dieser dringend nötigen Umfahrung gerechnet werden kann und mit welchen Kosten aktuell zu rechnen ist“.

Die Antwort von Innenminister Joachim Herrmann lässt Raum für Interpretationen. „Das Projekt B 23 Ortsumfahrung Garmisch mit Kramertunnel wird im neuen Bundesverkehrswegplan als laufendes Vorhaben enthalten sein. Es gilt damit als gesetzt und wird nicht mehr bewertet“, lässt der CSU-Minister wissen. Aufgrund von zusätzlichen Erkenntnissen im Zusammenhang mit den 2010 bis 2012 vorgenommenen Arbeiten am Erkundungsstollen sei ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren notwendig geworden. Die Bayerische Straßenbauverwaltung bereite zurzeit die notwendigen Antragsunterlagen vor.

Da nicht auszuschließen sei, dass der ergänzende Planfeststellungsbeschluss einer gerichtlichen Überprüfung unterzogen wird, kann aktuell noch kein belastbarer Zeitpunkt für den Baubeginn und damit auch die Verkehrsfreigabe genannt werden.

Herrmann bezieht sich dabei auf eine mögliche Klage des Bund Naturschutzes, der fürchtet, dass bei einem Weiterbau dem Berg noch mehr Wasser entzogen würde. Streibl gesteht den Naturschützern ihre Schritte zu, meint aber: „Das rechtlich zulässige, aber dennoch nicht erfreuliche Gebaren von Naturschutz-Lobbyisten trägt mit dazu bei, dass die Allgemeinheit weitaus höhere Kosten für dieses zentrale Verkehrsprojekt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu tragen hat. Außerdem wird den Bewohnern immer noch eine tägliche Blech- und Lärmlawine zugemutet.“

Er appelliert an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), nach dem Startschuss für die Umfahrung Oberau nun auch „weitere Schaufeln in die Hand zu nehmen, damit er bald den ersten Spatenstich für den Kramertunnel, aber auch für den Wank- und den Auerbergtunnel machen kann“.

Die derzeit vom Bund genehmigten Gesamtkosten für das Projekt Kramertunnel stammen aus dem Jahr 2007 und belaufen sich auf 133,4 Millionen Euro. Aktuelle Berechnungen der Bayerischen Straßenbauverwaltung gehen zwischenzeitlich von Gesamtkosten in Höhe von 189,2 Millionen Euro aus. „Diese werden zurzeit dem Bund zur Zustimmung vorgelegt“, schreibt Herrmann.

Peter Reinbold

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