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Ende des Jahres läuft der Vertrag von Max Zitzmann in dem Gebäude am Richard-Strauss-Platz aus. 

Investor möchte nicht weiter als Sündenbock dargestellt werden

Hummel erwägt Klage gegen Zitzmann

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Per Pressemitteilung kündigt Amanda Stork, Initiatorin des Bürgerbegehrens zum Erhalt von Spielwaren Zitzmann, an, die Entscheidung der Gemeinderats gerichtlich überprüfen zu lassen. Zudem droht Bauunternehmer Franz Hummel Max Zitzmann mit juristischen Schritten.

Garmisch-Partenkirchen – Nichts sagen will Max Zitzmann zunächst zur Gemeinderatssitzung vom Mittwoch, die er und seine gesamte Familie auf dem Balkon verfolgt hatten. Er gibt sich verschlossen wie eine Auster. Dann sagt er aber doch einen Satz, weil es in ihm rumort und er wohl nicht anders kann. Er sei „sehr bedrückt rausgegangen“. Die Pressemitteilung, die er Mittwochnacht noch im Garmisch-Partenkirchner Rathaus zum abgeschmetterten Bürgerbegehren in eigener Sache für den kommenden Tag angekündigt hatte, kam erst Freitagnachmittag. Sie trägt zwar die Unterschrift von Amanda Stork, Sprecherin der Initiative zum Erhalt von Spielwaren Zitzmann im Gebäude am Richard-Strauss-Platz, doch die geistigen Eltern des Schreibens dürften Zitzmann und Stork sein. Der Inhalt dünn, sehr dünn für ein Werk, über das man eineinhalb Tage gebrütet hatte. Es beschäftigt sich noch einmal ausführlich mit der Gemeinderatssitzung. Von Belang nur der Schlusssatz. „Die verwaltungsgerichtliche Überprüfung wird vorbereitet“, schreibt Stork. Was im Klartext bedeutet: Stork und ihre Mitstreiterinnen, die ebenfalls in dem Spielwarengeschäft angestellt sind und die bei einer Schließung am Ende des Jahres ihre Arbeit verlieren, werden Klage beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen. Ihre Hoffnung: Die höchsten Verwaltungsrichter kippen die Entscheidung des Gemeinderats, erklären das Bürgerbegehren für zulässig und es kommt zum Bürgerentscheid.

Hummel räumt frühere Gespräche mit Gemeinde ein

Post von einem Anwalt könnte in den kommenden Tagen indes auch Zitzmann erhalten. Franz Hummel denkt darüber nach, „gegen ihn juristisch vorzugehen“. Der Bauunternehmer „ist es leid“, als der hingestellt zu werden, der der Auslöser für Zitzmanns Probleme ist. „Das macht er und das lasse ich mir nicht länger gefallen.“ Hummel, der in Garmisch-Partenkirchen schon zahlreiche Großprojekte realisiert hat und aktuell das Gelände rund um den Bahnhof entwickelt, gibt ganz offen zu, dass er vor zwei Jahren mit dem Markt Gespräche über das Haus am Ende der Garmischer Fußgängerzone geführt hat, in dem Spielzeugland Zitzmann und die Tourist-Info untergebracht sind. Sein Begehr lehnte der Finanzausschuss allerdings ab. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) zufolge ruht der Antrag derzeit. „Ich wollte damals helfen, weil unklar war, ob die Tourist-Info nicht an den Bahnhof zieht.“ Den Standort hält Hummel für „geeigneter“ als im Ortszentrum.

Investor hat kein Interesse mehr

Der Gemeinde hatte er 2015 angeboten, falls er den Zuschlag für das Gebäude am Richard-Strauss-Platz bekommt, dieses für 20 Jahre zu mieten und auf eigene Kosten zu sanieren. Anschließend wollte er das Haus weitervermieten. „Ich hatte für diese angebliche 1b-Lage ein 1a-Angebot abgegeben.“ Der stets kolportierte Herrenausstatter Hirmer, der in der Gerüchteküche brodelt, stand angeblich nicht auf der Liste der Kandidaten. Hummel hätte sich damals allerdings durchaus vorstellen können, dass Zitzmann sein Spielzeug-Geschäft weiter an seinem Stammsitz betreibt. „Ich hatte nie gesagt, Zitzmann muss raus.“ Bleiben hätte er wohl können, wenn er eine deutliche höhere Miete als derzeit an die Gemeinde an Hummel überwiesen hätte. Das ist allerdings Schnee von vorgestern. Die Gemeinde will das Gebäude für die Tourist-Info nutzen und Hummel „hat kein Interesse mehr“.

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