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Von Strohfeuern und Hirngespinsten

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Kommt eine erneute Olympia-Bewerbung München für 2022? Eine Antwort gibt es noch nicht. In Garmisch-Partenkirchen will man sich auch noch gar nicht mit der Frage befassen.  Foto: dpa
Kommt eine erneute Olympia-Bewerbung München für 2022? Eine Antwort gibt es noch nicht. In Garmisch-Partenkirchen will man sich auch noch gar nicht mit der Frage befassen. Foto: dpa

Garmisch-Partenkirchen - Olympia ist aktuell. Olympia 2012 in London, nicht Olympia 2022 in München. Eine mögliche Kandidatur sei in Garmisch-Partenkirchen kein Thema, sagen Befürworter und Gegner. Wenn die aber kommt, werden alle kämpfen.

Sie haben sich ganz bewusst nicht aufgelöst: die Vereine OlympiJa und NOlympia in Garmisch-Partenkirchen. Die einen, weil „jeder von uns die Hoffnung gehegt hat, dass es weitergeht“, sagt Heinz Mohr, Vereinsvorsitzender der Befürworter. Die anderen, um für einen möglicherweise nötigen Widerstand gewappnet zu sein. „Uns gibt es noch mit unserem ganzen Wissen von damals“, sagt der Kopf der Gegenbewegung, Axel Doering.

Vielleicht wird dieses Wissen gebraucht: Eine neue Bewerbung von München um die Olympischen Winterspiele 2022 steht im Raum. Erst gestern präsentierte sich die Sportstadt München im Deutschen Haus in London. Auch wenn es nicht der Grund für den Besuch war: Thema war eine deutsche Bewerbung allemal. Nicht für Doering. In „Hirngespinsten einzelner" sieht er „keinen Grund, in unangemessene Hektik zu verfallen".

Wie berichtet, räumen einige Funktionäre einer bayerischen Kandidatur gute Chancen ein, nachdem die USA auf eine Bewerbung für 2022 verzichtet hatten. Auch die Mitglieder von OlympiJa kommen bei dieser Ankündigung nicht in Wallung. „Wir lassen uns von diesen Gerüchten nicht beeinflussen“, betont Mohr. Der Verein lässt seine "Aktivitäten ruhen", heißt es auf der Homepage. Bis eine Entscheidung gefallen ist. Dann „werden wir uns wieder positiv einbringen", sagt Mohr.

Florian Nöbauer nennt im Namen von Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) eine klare Reihenfolge: „Erst muss der Sport Farbe bekennen, dann München und erst dann kann sich Garmisch-Partenkirchen Gedanken machen.“ Unter Beteiligung der Bürger, betont er. Grundsätzlich sei die Bereitschaft für eine Bewerbung natürlich da. „Aber erst sind die anderen am Zug.“ Die Gemeinde beobachtet.

Das tut offenbar auch Landrat Harald Kühn (CSU) und findet das Thema „sehr interessant und spannend“. Das sagte er im Rahmen einer Veranstaltung. Eine Meinung zu dieser anregenden Thematik aber blieb er schuldig. Dafür hatte er gute Ratschläge für alle Beteiligten parat. Zum Beispiel, dass man aus der ersten Bewerbung lernen müsse: „Man muss die Region mitnehmen und die Bevölkerung befragen. Dann könnte man sich viele Irritationen sparen.“

Die sind bei manch’ einem offenbar schon da. Ignaz Streitel beispielsweise, „kann gar nicht beschreiben“, was er von den Gedankenspielen um eine neue Bewerbung hält. Sie sind dem Olympia-Gegner unerklärlich „in Zeiten, wo eh kein Geld da ist“. Doch auch der Garmisch-Partenkirchner, der als Sprecher der Grundstückseigentümer auftrat, betont: „Wir machen jetzt nix.“

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