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Das Trikot mit den Unterschriften der Biathlon-Stars, die am City-Biathlon teilgenommen hatten, hängt jetzt am Eingang der Physotherapie der Kinder-Rheumaklinik. Tagblatt-Redaktionsleiter Peter Reinbold (l.) übergab es an Klinik-Chef Professor Johannes-Peter Haas (M.) und an Mathias Georgi, Leiter Physikalische Therapien. Reinbold hat das Trikot für die Tagblatt-Weihnachtsaktion ersteigert, nachdem die Person, die zunächst dafür 199 Euro geboten hatte, abgesprungen war. 

Buben und Mädchen ein sorgenfreies Aufwachsen ermöglichen

Tagblatt-Weihnachtsaktion: Über 70.000 Euro gehen an arme Kinder im Landkreis

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Armut hat viele Facetten. Und betrifft immer mehr Kinder. Ihnen soll durch die Tagblatt-Weihnachtsaktion geholfen werden. 71.188,40 Euro kamen zusammen, um Mädchen und Buben ein Stück weit eine normale, unbeschwerte und fröhliche Kindheit zu ermöglichen.

Landkreis – Die Schicksale berühren. Und machen betroffen. Die Geschichten, die im Rahmen der Weihnachtsaktion des Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblattsans Licht kamen, hatten genau diese Wirkung. Das Problem wird immer deutlicher: Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gibt es nicht nur Wohlstand. Im Gegenteil. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weit auseinander. Neben dem reinen Lebensunterhalt fehlt oft das Geld zur Teilhabe in der Gesellschaft. Und darunter leiden die Mädchen und Buben enorm. Ihnen geht nicht das Dach überm Kopf ab. Auch zu wenig Essen ist nicht das Problem. Arm zu sein heißt aber, auf vieles verzichten zu müssen, was für Gleichaltrige zum Aufwachsen dazugehört. Diesen Kindern wird durch die 71 188,40 Euro geholfen, die die Tagblatt-Leser wieder äußerst großzügig gespendet haben. „Ein großartiges Ergebnis“, findet Ulrich Willburger, Vorsitzender der landkreisweit aktiven Bürgerstiftung Mehrwert, die bei der Spendenaktion wieder als Partner der Heimatzeitung fungierte.

Dem Seehauser sind die Schicksale ans Herz gegangen. Und haben ihn nachdenklich gestimmt. „Da wird einem wieder deutlich vor Augen geführt, wie gut es einem geht“, meint der 69-Jährige. Auch, was für ein Glück seine drei Töchter und sein Sohn haben. Sie konnten eine unbeschwerte, fröhliche Kindheit genießen. Und er und seine Frau hatten die Mittel, ihnen alles zu ermöglichen. Ein Privileg, das den Familien, die im Zuge der Weihnachtsaktion vorgestellt wurden, und vielen weiteren nicht beschieden ist. Bei den meisten reicht das Geld gerade so zum Leben. „Ein Schwimmbad- oder Kinobesuch ist oft nicht drin“, berichtet Sozialberaterin Eva Höger von der Caritas. An Klassenfahrten, Sportvereine oder Musikunterricht ist da gar nicht erst zu denken. Den Traum von einem kleinen Urlaub beispielsweise hat sich eine Familie aus Garmisch-Partenkirchen längst abgeschminkt. Der achtjährige Sohn wäre schon mit weit weniger zufrieden. „Ich wünsche mir einfach mehr Spaß.“

Kein Rückzugsort: Mit Mutter und Bruder in einem Raum

Ein Wunsch, der Tagblatt-Redaktionsleiter Peter Reinbold betroffen macht. „Eine Kindheit ohne Sorgen sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein“, sagt der Vater zweier Töchter. Dass zahlreiche Mädchen und Buben so ganz anders aufwachsen müssen als sein Nachwuchs, macht ihn traurig. „Jedes vierte Kind in Deutschland lebt in Armut“, zitiert er aus der Studie der Bertelsmann-Stiftung, die sich diesem Thema angenommen hat. „Es kann nicht leben wie Gleichaltrige.“ Dem entgegenzusteuern ist das Anliegen von Reinbold und seinen Kollegen. „Mit dem Geld, das unsere Leser, darunter viele Geschäftsleute und Vereine, so großzügig gespendet haben, wollen wir die Kinderarmut im Landkreis ein Stück weit lindern.“

Richtig arm fühlt sich der achtjährige David aus dem Raum Murnau nicht. Er hat eine liebevolle Mama, einen Bruder zum Spielen. Er geht gern in die Schule, hat Freunde. Einladen kann er die aber nicht. Denn ein Kinderzimmer, einen Rückzugsort, um mal in Ruhe etwas zu lesen, Musik zu hören oder eben Klassenkameraden zu treffen, hat er nicht. Für die meisten Kinder eine Selbstverständlichkeit, für David ein großer Traum. Verständlich. Momentan muss sich der Zweitklässler mit seiner Mutter und dem sechsjährigen Simon ein Pensionszimmer teilen.

Armut hat eben viele Gesichter. Deshalb soll das Geld, das im Rahmen der Tagblatt-Weihnachtsaktion gesammelt wurde, zum einen den Betroffenen nützen. Der Beitrag, der an deren Kinder fließt, wird mit Hilfe der Sozialverbände ausgeschüttet. „Dadurch wollen wir sicherstellen, dass die Spende auch bei den Mädchen und Buben ankommt“, sagt Willburger. Außerdem streben er und seine Mitstreiter an, Projekte zu fördern, die sich dem Kampf gegen Kinderarmut im Landkreis widmen. „Dass wir all das durch die großzügigen Spenden der Tagblatt-Leser ermöglichen können, finde ich ganz wunderbar.“

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