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Verkehrschaos droht: Hauptroute nach Italien tagelang komplett gesperrt - Umleitung für Deutsche nicht erlaubt

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Von: Markus Christandl, Katharina Bromberger

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Eine wichtige Reiseroute von Bayern in Richtung Süden ist zu: Der Fernpass in Tirol bleibt bis vorerst Freitag gesperrt. Massive Verkehrsbehinderungen bahnen sich an.

Update vom 11. August, 19.10 Uhr: In den Süden mit bester Aussicht – das bietet die vor allem bei Münchnern beliebte Route über den Fernpass (B179) von Reutte nach Imst, 14 Kilometer Luftlinie vom Gipfel der Zugspitze entfernt. Wegen ihrer Lage wird die Fernpassstraße dementsprechend frequentiert. Doch bis Freitag, 18 Uhr, gibt es dringende Bauarbeiten im Tunnel zwischen Nassereith Nord und Nassereith Süd. Hier war ein Riss in der Wand bemerkt worden, der schnell repariert werden muss. Heißt: Vollsperrung einer Hauptroute nach Italien, die örtliche Umleitung dürfen nur Anwohner benutzen.

Tunnel in Tirol auf wichtiger Reiseroute gesperrt: Was können Reisende nun tun?

Der ADAC befürchtet ein Verkehrschaos auf den Ausweichstrecken in Richtung Innsbruck. Die Nächstgelegene wäre über die B2 nach Mittenwald, weiter über Seefeld und Zirler Berg. Der ADAC: „Staus könnten sich bereits auf der B2 zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald ergeben.“ Bei der derzeit grassierenden Hitzewelle alles andere als ein Vergnügen.

Bei der Polizeiinspekion in Mittenwald machte sich bis Dienstag Mittag ein vermehrtes Aufkommen von Autos noch nicht bemerkbar. „Nicht mehr als sonst – viel Ausflugsverkehr, die Normalität“, sagt Thomas Rappensberger, der stellvertretende Dienststellenleiter. Es empfiehlt sich trotzdem, von München nach Innsbruck über die A8 und die A93 durchs Inntal auszuweichen. Von der Allgäuer Seite her wäre – je nach Startpunkt – auch die Route über Lindau und Bregenz eine Alternative.

Fernpass in Tirol gesperrt: Verkehrslage rund um Garmisch-Partenkirchen „generell angespannt“

Ursprungsartikel vom 11. August: Garmisch-Partenkirchen – Der Fernpass ist dicht. Kaum einer, der bei dieser Nachricht nicht sofort an Verkehrsbehinderungen, Stau, womöglich Chaos denkt – weil momentan gefühlt permanent Autochaos herrscht. Markus Stückl von der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen spricht von einer „generell angespannten Verkehrslage“. Angesichts der Fernpass-Sperrung aber bleibt er gelassen.

Wohnmobil fährt auf eine Straße, darüber große Verkehrsschilder Richtung Brennerpass, Innsbruck, Mittenwald
Bis voraussichtlich Freitag bleibt der Fernpass in Tirol gesperrt. © THOMAS SEHR

Sie gilt seit Dienstag, 8 Uhr. Zwischen dem Knoten Mieminger Straße im Bereich Nassereith Süd und der Anschlussstelle Nassereith Nord bleibt die B179 für den Güter- und Personenverkehr zu. Grund dafür sind laut dem Land Tirol dringende Instandsetzungsarbeiten an einem Tunnel der Umfahrung Nassereith. Entsprechend war die Sperrung bereits im Vorfeld angekündigt worden. Über Umleitungspläne aber haben die Tiroler Beamten die deutschen Kollegen nicht informiert. Auch nicht jene in Garmisch-Partenkirchen.

Fernpass dicht: Verkehr aus Reutte wird über Garmisch-Partenkirchen umgeleitet

Wer erst in der Marktgemeinde von den Arbeiten erfährt – nach dem Farchanter Tunnel steht ein Hinweis – muss über Mittenwald, Zirler Berg und Innsbruck ausweichen. Der Verkehr aus Reutte werden ebenfalls über Garmisch-Partenkirchen umgeleitet. Davon im Vorfeld zu erfahren, „wäre theoretisch schon wünschenswert gewesen“, sagt Stückl. Auf der anderen Seite war’s vielleicht gar nicht notwendig, meint er. „Es ist fraglich, ob die Sperrung hier so ins Gewicht fällt.“

Stückl und seine Kollegen beobachten die Lage. Doch sein Gefühl sagt ihm: Die meisten, die über Garmisch-Partenkirchen Richtung Süden fahren, nutzen ohnehin die Route über den Zirler Berg. Der erste Tag gab ihm bedingt recht, es kam zu Stau zwischen Grainau und dem Ortsteil Garmisch. Inwieweit dies mit der Fernpass-Sperrung und der Reutte-Umleitung zu tun hat, lässt sich nicht 100-prozentig klären. Mit größeren Problemen rechnet Stückl im Allgäu.

Fernpass gesperrt: Hoffnung auf Fertigstellung am Freitag - sonst droht Verkehrschaos

Dort hat offenbar der Bayerische Rundfunk interveniert. Nach eigener Aussage wurde erst auf Nachfrage des BR-Studios Kempten bei der Autobahndirektion Südbayern angestoßen, eine entsprechende Information an der A7 bei Memmingen anzubringen, um Auto- und Lkw-Fahrer rechtzeitig auf die Sperre hinzuweisen.

Wichtig wäre, dass die Arbeiter am Tunnel den Zeitplan einhalten. Demnach soll der Fernpass ab Freitag, 14. August, 18 Uhr, und damit vor dem Wochenende wieder freigegeben werden. Andernfalls könnte Garmisch-Partenkirchen doch noch – zusätzlichen – Stau oder gar Chaos erleben.

Im vergangenen Jahr galten in Tirol auf besonders stark belasteten Straßen wieder Fahrverbote. Auch der Fernpass war davon betroffen. Die Regelung hatte zu großem Streit zwischen Deutschland und Österreich geführt.

Verkehrschaos in Garmisch-Partenkirchen: Kommt jetzt ein Umdenken? Eine Winter-Kampagne soll die Probleme lösen - doch das letzte Wort dazu ist noch nicht gesprochen.

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