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Schon 1962 war die „Tour de Badakurch“ eine Riesengaudi. Damals fuhren auf ihren reifenlosen Stahlrössern (v.l.) Josef Ostermair (vulgo Wani), Hans Gröbl (Floudl) und Anto Grasegger (Veitl, Jakom). 

Riesengaudi garantiert

„Tour de Badakurch“: Ja, mir san mitm Radl da - nur ohne Reifen

Es ist ein Höhepunkt im Faschingskalender: Die Partenkirchner Ortsvereine richten heuer die „Tour de Badakurch“ aus. Und die hat‘s in sich. 

Garmisch-Partenkirchen – Dass der Nachmittag eine Riesengaudi auch für die Zuschauer wird, das steht schon jetzt fest: Die Partenkirchner Ortsvereine veranstalten am Fasenachts-Sonntag, 26. Februar, ab 12 Uhr mit Start um 14 Uhr ein narrisches Maschkera-Radlrennen, das sie sinnigerweise „Tour de Badakurch“ nennen. „Schon darum ganz was Besonderes ist“, sagt Mitorganisator und Trachtlervorsitzender Hansjörg Ostermair, „weil alle unsere Mannschaften mit Radln ohne jede Bereifung auf der Felge fahren.“ Deshalb, aber auch wegen der originellen Kostümierungen und den zwischendrin angesetzten lustig-harten Prüfungen auf der Piste, die vom Kirchplatz bis hinauf zum Ziel am Floriansplatz führt, ist für Gaudi bestens gesorgt.

An der „Tour de Badakurch“ nehmen die Partenkirchner Ortsvereine teil. Jeder von ihnen darf zwei Dreier-Mannschaften stellen, erläutert Feuerwehrkommandant Klaus Straub das Reglement. Treffpunkt und Startnummernausgabe ist am Sonntag um 12.30 Uhr an der Goldschmiede Aumayr: Von dort aus marschiert dann um 13 Uhr das Rennkomitee samt den Mannschaften geleitet von der Musikkapelle Partenkirchen bis hinunter zum Kirchplatz, wo die Mannschaften ab 13.30 Uhr zunächst vorgestellt und gewogen werden, ehe von jedem Team Fotos gemacht werden und die obligate Dopingkontrolle samt Bewertung der Kostüme erfolgt. Punkt 14 Uhr ist schließlich startet das Rennen, das vom Kirchplatz vorbei an einer Schranke durch einen richtig echten Fichten-Slalom in der Ludwigstraße bis hinauf zum „Florian“ führt.

Ganz so einfach geht’s natürlich nicht, denn zwischendrin sind ja auch noch ein paar Prüfungen angesagt, die von den Vereinsvorständen in vorbereitenden Sitzungen „ausdischkriert“ wurden: Zunächst ist beim Müllebankla (Milchbank) an der Sonnenbergstraße eine Wippe zu bewältigen, dann geht’s weiter zum Antonibrunnen, wo man beim Büchsenwerfen „lokalpolitische“ Ziele treffen muss. Kurz vor dem Finale am Floriansplatz findet noch ein Mohrenkopf-Essen samt Schnapstrinken statt. Während des Rennens sorgen der Mütter- und der Fingerhaklerverein am Kirchplatz für die Verpflegung nicht nur der Maschkera-Sportler, sondern auch der Zuschauer. Am Floriansplatz sind der Trommlerzug und die Gebirgsschützen-Marketenderinnen für diese wichtigen Belange zuständig.

Die Preisverteilung findet anschließend im Werdenfelser Hof statt. Jeder Teilnehmer bekommt dort ein Essen und eine Maß Bier. Nur um es nochmal festzuhalten: Gefahren wird in Dreier-Teams mit je drei Rädern ohne Bereifung, also auf der Felge und sie dürfen nicht geschoben werden. So ein Fasenachts-Radrennen fand übrigens schon vor vielen Jahren einmal statt – nämlich 1962. 

Wolfgang Kaiser

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