Messerstecher von Grafing: Das Urteil ist gefallen

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Besucher aus Fernost: Der Zuwachs bei den Gästen aus China beträgt in Garmisch-Partenkirchen in den ersten sechs Monaten 94,1 Prozent. Das Bild entstand im Hofbräuhaus in München.

Auwärtstrend geht ungebremst weiter

Immer mehr Asiaten zu Gast

Die Asiaten sind im Kommen. Tourismusdirektor Peter Ries drückte es bei der Vorstellung der Zahlen für das erste Halbjahr so aus: „China explodiert.“ Der Zuwachs bei den Gästen aus dem Reich der Mitte betrug in Garmisch-Partenkirchen 94,1 Prozent. 

Garmisch-Partenkirchen – Es war das vorletzte Mal, dass Tourismusdirektor Peter Ries den Mitgliedern des Tourismusausschusses Zahlen präsentieren durfte. Zum Jahresende verlässt er GaPa-Tourismus und geht in den Vorruhestand.

Die Ergebnisse, die er nun vorlegte, waren exzellent. Ein Ende des touristischen Höhenflugs ist nicht in Sicht. Denn von Januar bis Juni wurden in Garmisch-Partenkirchen alles in allem 213 932 Gästeankünfte registriert. Das sind 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Übernachtungen liegt das Plus bei 5,7 Prozent (752 527). „Dies ist insofern bedeutsam, da andere Mitbewerber-Destinationen in den Alpen Rückgänge zu verzeichnen haben“, unterstrich Ries. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken.“

Kein Wunder also, dass Ries im Tourismusausschuss von einem „sehr erfreulichen ersten Halbjahr“ sprach. Trotz der Schneeknappheit konnten die Vorjahreszahlen übertroffen werden.

Bei den Auslandsmärkten fällt das Ergebnis unterschiedlich aus. Der Zuwachs bei den Gästen aus China betrug im Vergleich zum Vorjahr satte 94,1 Prozent. Doch es kamen auch deutlich mehr Taiwanesen und Japaner nach Garmisch-Partenkirchen. Brasilien, Belgien, die Niederlande, Österreich, Spanien, die Türkei sowie die osteuropäischen Länder legten ebenfalls Zuwächse hin.

USA wieder stärkster Auslandsmarkt

Einen „Einbruch“ von fast 50 Prozent gab es dagegen bei den arabischen Staaten. Diese Gäste „kommen aber vor allem in den heißen Monaten“, sagte Ries. Es werde interessant, wie sich die Nachfrage heuer im Juli und August entwickelt.

„Erfreulich ist, dass sich der US-amerikanische Markt mit einem Zuwachs von 11, 1 Prozent bei den Übernachtungen wieder zum stärksten Auslandsmarkt entwickelt hat.“ Hier mache sich die seit Jahren kontinuierliche Marktbearbeitung von GaPa- Tourismus positiv bemerkbar.

Insgesamt war es so, dass nach leichten Zuwächsen im Januar und Februar im März ein Minus folgte. Im April gingen die Zahlen massiv nach oben (50 Prozent), im Mai registrierten die Touristiker wieder einen kleinen Einbruch (10 Prozent), wohingegen im Juni Rekordzahlen verzeichnet wurden (plus 18 Prozent).

Das sind die Gewinner unter den Unterkunftsarten

Auch Langzeit-Vergleichszahlen hatte der Tourismusdirektor im Gepäck. Zwischen 2011 und 2016 konnten sowohl bei den Ankünften (plus 23,5 Prozent), als auch bei den Übernachtungen (plus 17,5 Prozent) massiv zugelegt werden. Ebenfalls im grünen Bereich ist man bei der durchschnittlichen Auslastung. Diese ging um 11 Prozent von 36,6 Prozent auf 40,6 Prozent in die Höhe. Die Zahl der Belegtage stieg um 10,9 Prozent von 66 auf 74 Tage an.

Ries hatte darüber hinaus noch Informationen zu den Unterkunftsarten parat: Hotels, Hotels Garni, die Pensionen, Jugendherbergen und Hütten sowie die Ferienwohnungen zählen demnach zu den Gewinnern, was die Ankünfte und Übernachtungen betrifft. „Leichte Rückgänge“ hätten „die Gasthöfe und der Caravanpark zu verzeichnen“, stärkere die Erholungsheime und Privatvermieter. Bei letzteren gibt es inzwischen keinen klassifizierten Betrieb mehr.

Hinsichtlich der Betten hat sich nichts grundlegend verändert. Doch in den Ferienwohnungen sind sie Ries zufolge „wieder mehr“ geworden, bei den Hotels ist die Zahl unverändert, wodurch ein „immer größeres Ungleichgewicht“ entstehe. Die Einflussmöglichkeiten seien diesbezüglich aber gering.


Roland Lory

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