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Variabel lässt sich der Bereich von Shop und Gesundheitseck gestalten.
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Rückzugsort: Links neben den Schaltern befindet sich eine Leseecke.
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Die Haupthalle mit begrüntem Atrium und Infoschaltern.
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Platz für Kinder und für Informationen gibt’s rechts des Eingangs.

Die Mehrheit im Bauausschuss sagt „YES“

Tourist-Info in Garmisch-Partenkirchen: So könnte sie einmal aussehen

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Es kann nur einen Sieger geben: Im Rennen um den Auftrag für die Planung der neuen Tourist-Information in Garmisch-Partenkirchen setzte sich ein Architektenbüro aus München im Bauausschuss durch. Nicht jedermanns Favorit.

Garmisch-Partenkirchen – Immer wieder öffnet sich die Tür des Kleinen Sitzungssaals im Rathaus. Genau genommen sechsmal, um die Vertreter der Architekturbüros hereinzubitten. Sie sollen dem Bauausschuss im nicht-öffentlichen Teil ihre Entwürfe für die neue Tourist-Information am Richard-Strauss-Platz vorstellen. Das dauert. Gut 40 Minuten länger als angesetzt, weil das Gremium hinter geschlossener Tür laut und rege diskutiert. Ändert sich auch anschließend im Beisein der Zuhörer nicht. Schließlich geht’s darum, an diesem Tag ein Büro zu bestimmen, das die Planung für das prestigeträchtige Projekt übernimmt. Nicht jedem Ausschussmitglied fällt diese Aufgabe leicht.

Allen voran Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Grüne) wollte nichts überstürzen. Er beantragte gleich zu Beginn der öffentlichen Sitzung, das Votum zu verschieben. Zumal manche Pläne recht kurzfristig eingegangen waren. Sein Wunsch wurde mehrheitlich abgelehnt.

Mit vielen Visualisierungen und detaillierten Beschreibungen buhlten die sechs Konkurrenten um die Gunst der Ausschussmitglieder. Am Ende gab es zwei heiße Kandidaten: die Kottermair/Rebholz-Architekten aus Murnau und „YES architecture“ aus München. Aber keine Entscheidung ohne die Einschätzung der unmittelbar Beteiligten, den Mitarbeitern von GaPa-Tourismus. Die hatten ihren Favoriten bereits auserkoren.

Räume zur Fremdvermietung als Vorgabe

Thorsten Unseld teilte ihn mit aller Deutlichkeit mit. Im Gegensatz zu den Murnauern haben „die YES-Architekten die Vorgaben bestmöglich umgesetzt“. Deren Entwurf (siehe unten) entspreche hinsichtlich der Gestaltung und Funktionalität am meisten seiner Vorstellung und der seines Teams. Zu den Vorgaben zählen unter anderem ein 24-Stunden-Terminal, ein barrierefreies WC, ein Schalter für GAP-Ticket, eine Leseecke sowie Räume zur Fremdvermietung. Ein wichtiger Punkt für die Zukunft. Denn diese sollen für das Kongressgeschäft genutzt werden, verdeutlichte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Zumal die Gemeinde für die Tourist-Info nicht den ganzen Platz im Gebäude benötige. Der Hintergedanke: Durch die Vermietung „soll Geld reinkommen“.

Doch über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Nicht jeder im Gremium teilte den von Unseld. Zum Beispiel Claus Gefrörer. Der „YES“-Entwurf erinnerte den CSU-Gemeinderat eher an „Zurück in die Vergangenheit“. Zu wenig innovativ, lautete sein Urteil. Er tendierte eher zu der Murnauer Fassung, wenngleich diese an die Vorgaben angepasst werden müsste. Sah auch Vize-Bürgermeister Wolfgang Bauer (CSU), der im Publikum saß, so. Das Münchner Konzept sei zu nüchtern. „Man müsste noch kräftig darauf einwirken.“

„Das ist ein Thema, das brennt.“

Das schloss Meierhofer gar nicht aus. Allerdings ging es jetzt darum, sich für eine Linie zu entscheiden. Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen. Um einen Förderantrag bei der Regierung von Oberbayern stellen zu können, muss man sich in der Planung für die ersten drei Leistungsphasen befinden. Die Zuschusshöhe für das Projekt, dessen Rahmen bei zwei Millionen Euro abgesteckt wurde, steht noch nicht fest.

Auf die Entscheidung drängte auch Harald Helfrich (SPD). „Ich kenne uns“, sagte er. „Wir diskutieren in drei Monaten immer noch.“ Davon riet Unseld dringend ab. „Das ist ein Thema, das brennt.“ Gerade mit Blick auf die Änderung der Rechtsform von GaPa-Tourismus. Meierhofer leitete daher gleich zum Beschluss über. Nur wenige Hände wanderten für „YES“ nach oben. Vorerst. „Wahnsinn“, sagte die Rathauschefin. Eine Entscheidung „gegen die Touristiker“. Worte, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Das Münchner Architekturbüro bekam die Mehrheit (7:3). Doch offensichtlich nicht jede Stimme aus vollster Überzeugung.

Im Tourismusausschuss

des Marktgemeinderates Garmisch-Partenkirchen zwei Tage später wurde das Thema Tourist-Information noch einmal behandelt. Das Ergebnis fiel ähnlich aus. Mit 7:2-Stimmen entschieden sich die Mitglieder des Gremiums für „YES architecture“.

Das beinhaltet der Entwurf des Münchner Architektenbüros

Die Tourist-Information in Garmisch-Partenkirchen hat eine L-Form auf zwei Etagen. Der Haupteingang befindet sich am Richard-Strauss-Platz. Die Fassade wird zurückgenommen und der Eingang mit zwei „hölzernen Rahmen“ versehen.

Konzept im Inneren: Links vom Eingang: Büro GAP-Ticket mit vorgeschalteter 24-Stunden-Zone samt Hotelautomaten, Flatscreens und Broschürenwand; dahinter: Leseecke, Kaminzimmer für die Besucher. 

Haupthalle: Begrüntes Atrium – mit den Arbeitsplätzen im Obergeschoss verbunden, verschiedene Info-Schalter und Bergführer; Spielhäuschen mit Boulderwand. 

Rechts vom Eingang: Mini-GaPa-Berg-Museum mit Infostelen, Sitzgelegenheiten, Ausstellungsregalen und Vitrinen; Zone wechselnd mit Ausstellungen bespielbar. 

Weg zum hinteren Bereich: Unterschiedlich aktuell gestaltete Schaufenster. Station 1: Shop samt Arbeitsplatz und Verkaufstheke zur Zonierung; flexibel kombinierbares Regal- und Verkaufssystem (Shop-Optik kann verändert werden). Übergang zum nächsten Bereich durch langes Regal und Schubladensystem. Station 2: Gesundheitszentrum; schmalere Fächer für Broschüren; direkt am Empfang Verkaufs- und Beratungstheke. 

Weitere Gestaltung im Erdgeschoss: Mitarbeiterzugang führt in Eingangshalle, daneben Personenaufzug und Not-WC; Treppe als Verbindung zu Büros im Obergeschoss, ebenso Atrium. 

Obergeschoss: Offene Bürolandschaft mit Küche, Einzelbüros und Besprechungszonen; öffentliche, zusammenschaltbare Konferenzbereiche samt Küche, Speisenaufzug und WCs; erreichbar über eigene Treppe; vom Verwaltungsbereich abtrennbar.

Leitlinien beim Konzept: Fließende offene Räume als Darstellung der Aufgeschlossenheit von Garmisch-Partenkirchen; Architektur mit wertigen natürlichen und nachhaltigen Materialien wie Holz, Stein, Filz und Glas (spiegeln zeitgenössische bayerische Handwerkskunst wider); verschiedene Zonen für alle Geschmäcker, Interessen und Altersstufen als Art Erlebniswelt zum Verweilen und zur Vorbereitung der Gäste auf ihren Aufenthalt.

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