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Ein Jahr lang eine Baustelle: Ab Neujahr 2019 müssen die Touristinfo-Mitarbeiter hier raus.

Mitarbeiter müssen die Koffer packen

Umbau der Tourist-Info: Wird das Provisorium almerisch oder modern?

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Für ein Jahr müssen die Mitarbeiter der Tourist-Info Garmisch-Partenkirchen wegen desUmbaus ausziehen. Der Tourismusausschuss sprach nun über mögliche Zwischenlösungen.

Garmisch-Partenkirchen – Bald heißt es Koffer packen für die Mitarbeiter der Touristinfo in Garmisch-Partenkirchen. In der zwölfmonatigen Umbauzeit im Zitzmanngebäude werden sie in einem Ersatzbau am Kongresshaus unterkommen. Doch in welche provisorische Domizil sie derweil einziehen sollen, ist noch offen. Am Donnerstag-Abend befasste sich der Tourismusausschuss mit dieser Frage.

Andreas Neff von der Touristinfo teilte während der jüngsten Sitzung am Olympiahaus im Skistadion Entwürfe aus. Vier Varianten stehen zur Auswahl. Vier Möglichkeiten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Vom zweistöckigen Plattenbau bis zur urigen Almhütte ist alles dabei. „Wichtig ist, zuerst ein Stimmungsbild einzufangen“, sagte Vizebürgermeister Wolfgang Bauer (CSU). Der Favorit war schnell ausgemacht. Ein kastenförmiges, einstöckiges Gebäude in Ständerbauweise. Die Summe von etwa 100 000 Euro steht im Raum. „Es ist zweckmäßig und multifunktional“, versicherte Bauer. Es lässt sich über das Dach gut lüften und bietet genügend Platz für Besucher. Das sei mit am wichtigsten. „An Spitzentagen kommen bis zu 1600 Gäste in die Info“, sagte Leiter Anton Weinberger.

Eine Zipfi-Zapfi-Hütte am Richard-Strauss-Platz?

Hier soll die provisorische Zwischenlösung entstehen: Die Frage ist nur, ob das Gebäude am Richard-Strauss-Platz almerisch oder modern wird. 

Eine alternative Variante, die dem Ausschuss ebenfalls zusagte, ist eine typische Almhütte. Die wäre allerdings nicht zu kaufen, sondern lediglich zu mieten für voraussichtlich 71 000 Euro pro Jahr inklusive dem Transport. Auf rund 140 Quadratmetern würde es Almflair pur am geplanten Standort vor dem Kongresshaus am Richard-Strauss-Platz geben. „Viele halten sie aber für eine Zipfi-Zapfi-Hütte (Anm. der Red.: Partyhütte)“, meint Weinberger. Auch wenn er grundsätzlich dem Almerischen nicht abgeneigt ist, hat er so seine Bedenken. Er vermutet, dass es darin enorm heiß werden wird. Mit Hitze kennt er sich aus: „Wir haben in den jetzigen Büros schon durchschnittlich 30 Grad.“

Zudem warnt er vor Vandalismus. „Eine Holztür ist leicht aufgebrochen,“ sagt der Leiter. Hingegen würde ein Kastenbau einen stabileren Eindruck machen. Die Angst ist nicht ganz unbegründet: Erst im vergangenen Oktober machten sich Einbrecher an dem Wandtresor der Tourist-Info zu schaffen.

Harald Helfrich (SPD) ist bekennender Hütten-Fan – allerdings nicht vor dem Kongresshaus. „Das passt im Gesamten einfach nicht zusammen.“ Doch gerade das ist für Bauer ein Grund mehr für den alpenländischen Stil: „Es wäre ein Blickfang“ und würde im Gegensatz zu einem kastenförmigen Gebäude optisch hervorstechen.

Für welche Variante man sich letztlich entscheidet: Es eilt. Der Umzug soll am 1. Januar 2019 abgeschlossen sein, die Mitarbeiter im neuen Jahr ihre Arbeit aufnehmen. „Die Zeit drängt“, mahnte Peppi Braun (Freie Wähler). Er vermutet, dass es schwierig sein wird, bis dahin genug Handwerker zu mobilisieren. „Die sind alle sehr ausgelastet.“ Außerdem sollten noch mehr Informationen eingeholt werden bezüglich der Kosten. Deshalb will Bauer in der nächsten Sitzung des Bauausschusses im September über die Vorlage diskutieren. „Da dürften wir dann weitere Informationen zu diesen Alternativen eingeholt haben.“

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