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Heimwärts geht’s: Die Partenkirchner Schafe kommen am Sonntag und Montag zurück ins Tal.

Brauchtum im Werdenfelser Land

Traditioneller Abtrieb der Partenkirchner Bergschafe

Das Geheimnis steckt in der „March“: Damit die 600 Tiere wieder zu ihren Besitzern kommen, gibt es einen Trick. 

Garmisch-Partenkirchen Ein bisserl Wehmut ist angesagt: Nicht nur die Schulferien der Kinder gehen in wenigen Tagen zu Ende, auch der sommerliche „Almurlaub“ der Partenkirchner Schafe ist aus: Für die vielen Tiere aus dem Ortsteil unterm Wank ist am Sonntag, 10., und Montag, 11. September, die Idylle hinten im Reintal rund um die Bockhütte beendet: Sie kommen aus dem riesigen Gebiet zwischen Partnach-Oberlauf und Knorrhütte, wo sie seit Juni saftige Bergweiden genießen durften, zurück. Die Hirten Karl Wörndle und viele Helfer bringen die Schafe ins Tal, wo ihre Besitzer schon auf sie warten.

„Wie immer am zweiten Wochenende im September werden sie zunächst am Sonntagvormittag aus den drei Weidegebieten herabgetrieben“, erklärt Matthias Grasegger, Vorsitzender der Weidegenossenschaft. Am frühen Nachmittag kommen alle an der Partnachalm zusammen und marschieren dann ab 17 Uhr hinunter nach Partenkirchen. Zum nunmehr 21. Mal war Wörndle in diesem Almsommer der Partenkirchner Schafhirte und Ehefrau Annemie die Wirtin in der vor sechs Jahren neu erbauten Bockhütte. „Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben“, sagt Grasegger. „Doch leider will er aufhören, und ich befürchte, dass dieser Almsommer sein letzter war“.  Insgesamt sind es Grasegger zufolge in diesem Jahr 600 Tiere, die die Partenkirchner Schafalm bevölkerten: 470 am Reintalanger, 80 am Oberreintal und 50 am Frauenalpl.  Ob es während des Sommers in den Herden zu einem Todesfall gekommen ist, stellt sich – bedingt durch ihre weitflächige Verteilung – erst heraus, wenn die Tiere an ihre Besitzer verteilt werden.

Der Abtrieb am Sonntag erfolgt, wenn die Schafe gegen 17.30 Uhr drunten in der Wildenau angelangt sind und auf dem Weg übers Skistadion, die Dreitorspitz- und Ludwigstraße hinauf durch die Ballengasse zum Hasental traben. Dort dürfen sie dann ein letztes Mal eine Almweide genießen, ehe sie am Montagfrüh zwischen 7 und 8 Uhr in den darunter befindlichen Stall laufen, wo die Übergaben stattfinden. Für die Bewirtung sind übrigens traditionell die Fingerhakler zuständig. Immer wieder wundern sich übrigens bei dieser „Zeremonie“ die nicht fachkundigen Zuschauer, wie fast unheimlich schnell die Schaf-Verteiler wissen, welchem Landwirt welches Tier gehört. „Im Grunde ist das ja kein Geheimnis“, sagt Grasegger mit einem Schmunzeln, „jedes Schaf hat ja am Ohr eine Markierung, ein March’, wie wir sagen: Das kann ein Halbmond sein, eine Kerbe oder ein Winkel – an die 40 verschiedene March’na ham mir in Partakurch. Und wer sie kennt, der weiß, wem welches Tier gehört.“

Traditionell geht es auch bei der Werdenfelser Bergschaf-Prämierung zu, die am Sonntag, 17. September, stattfindet. Beginn ist um 8.30 Uhr am Bischof-Eck. Schafhalter aus dem ganzen Landkreis beteiligen sich an dem Wettbewerb, zu dem auch ein familienfreundliches Rahmenprogramm gehört.

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