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Ausgelassene Stimmung herrschte beim Turnerkranzl 2017 des TSV Partenkirchen.  

TSV Partenkirchen findet keinen Veranstaltungsort

Turnerkranzl macht ein Jahr Zwangspause

Ein Fasching ohne Turnerkranzl? Das gibt‘s nicht. Doch sehr wohl - gezwungenermaßen. Weil St. Irmengard die Turnhalle selbst benötigt, muss der Traditionsball ausfallen.

Garmisch-Partenkirchen – Zahllose neue Ideen für eine Fortsetzung in diesem Jahr gab es schon. Ein Motto auch. Die Band Deerisch hatte sich den Termin bereits im Kalender eingetragen. Dann Ende November vergangenen Jahres gab’s die Gewissheit für den TSV Partenkirchen: Der Faschingsball Turnerkranzl, seit vielen Jahrzehnten gesellschaftlicher Höhepunkt des Partenkirchner Faschingstreibens, muss 2018 zwangsweise ausfallen. Es gibt keine geeignete Räumlichkeit für den traditionellen Ball. Eine Enttäuschung für viele – für die Organisatoren des TSVP aber auch für einige Werdenfelser Faschings-Fans.

„Einige begeisterte Gäste hatten sich bereits Urlaub genommen“ sagt Hannes Bräu, Faschingsbeauftragter der Handball-Abteilung des Vereins. So sehr war das Kranzl in den vergangenen drei Jahren, in denen es stattfand, wieder zur Institution zur Narrenzeit im Ort geworden. Nachdem die Turner seit der ersten Faschingsgaudi vor über 110 Jahren mehr oder weniger jedes Jahr einen Ball veranstaltet hatten, legte der TSVP 2009 eine fünfjährige Pause ein. „Es hat sich damals einfach nicht mehr rentiert“, erinnert sich Bräu.

2015 dann die erfolgreiche Wiederbelebung in der Turnhalle der St.-Irmengard-Schulen, in der das Treiben seither jedes Jahr stattfand. Auch nach der Veranstaltung 2017 sicherte die Schule dem Verein die Halle für nächstes Jahr zu. Die Lokalität – der ideale Austragungsort für das Kranzl. „Die Größe stimmt und wir können unseren eigenen Ausschank betreiben“, sagt Bräu.

Ende Juni erreichte den Verein die Nachricht, dass das St. Irmengard die Halle wegen des Schulumzugs selbst benötigt. Aus mit der Fete am Faschingssamstag. Intensive Bemühungen des Faschingsausschusses, eine Alternative zu finden, scheiterten. Anfragen an Gasthöfe, Schulen, Vereine und auch die Gemeinde liefen ins Leere. Viele Räumlichkeiten sind für den Faschingssamstag bereits besetzt oder eignen sich für die Voraussetzungen des Kranzls nicht. „Wir brauchen in etwa Platz für 400 Personen, damit es sich rechnet“, meint der Chef-Organisator. Dabei geht es dem TSVP in erster Linie nicht darum, Gewinn zu machen. Auch wenn das Geld jedes Jahr gut in die vereinseigene Jugendarbeit investiert ist. Es geht um die Aufrechterhaltung einer jahrelangen Tradition. Um einen der letzten ehrenamtlich veranstalteten Faschingsbälle in Partenkirchen. „Das wollen wir bewahren“, erklärt Bräu.

Kurzzeitig haben die Verantwortlichen tatsächlich überlegt, ein Zelt für den Ball aufzustellen. So gerne hätten sie selbst wieder zum Turnerkranzl geladen. „Doch die Organisation wäre einfach zu aufwändig gewesen“, sagt Bräu. Und so gab man sich beim TSVP ohne passende Lokalität Ende November geschlagen. „Wir legen 2018 einfach eine Pause ein und hoffen, dass uns alle treu bleiben und im nächsten Jahr wieder dabei sind.“ Ein Motto für 2019 gibt es schon, eine Lokalität auch. Mehr verrät Bräu nicht.

Martina Baumeister

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