Hoffen auf viele Spender: (vorne v. l.) Claudia Neumeister-Reim, Claudia Zolk, Marietta Becker, Verena Spitzer, (hinten v. l.) Willi Brenner, Anton Speer, Barbara Hofmann-Ostler und Dr. Sigrid Meierhofer. 

Typisierungsaktion am Klinikum Garmisch-Partenkirchen

Ein Appell an Garmisch-Partenkirchen, Leben zu retten

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Es ist nur eine Blutentnahme – die Leben retten kann. Das der Garmisch-Partenkirchner Gerd Weinmeier und Martina Poettinger. Oder das anderer Leukämie-Patienten. Auf bis zu 1000 Teilnehmer hoffen die Initiatoren der Typisierung am 6. Mai im Klinikum.

Garmisch-Partenkirchen – Der Anlass des Pressetermins – er ist ein trauriger. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und Landrat Anton Speer (Freie Wähler) haben ins Rathaus eingeladen. Denn nur eine Knochenmarkspende kann die beiden an Leukämie erkrankten Garmisch-Partenkirchner Martina Poettinger (53) und Gerd Weinmeier(60) retten. Um einen geeigneten Spender zu finden, läuft am Samstag, 6. Mai, eine Typisierungsaktion im Klinikum. Darüber informierten die zwei Politiker gemeinsam mit den Initiatoren. Doch Meierhofer und Speer saßen nicht als Politiker im Kleinen Sitzungssaal. Sondern als Menschen mit einer wichtigen Botschaft: „Nehmen Sie den Termin wahr, werden Sie potenzieller Lebensretter“, appellierte Speer, Aufsichtratsvorsitzender des Klinikums, an die Garmisch-Partenkirchner. Und er zeigte sich wie Meierhofer überzeugt, dass viele dem Aufruf folgen werden.

Solidarität und Unterstützung „einfach unbeschreiblich“

Danach sieht es aus. Denn so traurig der Anlass des Termins war, so viel Hoffnung entsteht daraus. „Garmisch-Partenkirchen rückt zusammen“, sagte Claudia Zolk im Rathaus. Auch sie saß dort nicht als CSB-Gemeinderätin, sondern als Poettingers Freundin. Mit Claudia Neumeister-Reim und Marietta Becker, die ebenfalls zum Freundeskreis gehören, sowie Willi Brenner startete sie die Typisierungsaktion. Alle erfahren enorme Hilfsbereitschaft. Bürger melden sich, fragen, was und wie sie helfen können. Das erleben auch Poettinger und Weinmeier. „Es ist einfach unbeschreiblich, wie groß und stark bereits im Vorfeld die Solidarität und Unterstützung zur Typisierungsaktion ist“, teilen sie in einer Stellungnahme mit.

Auf 800 bis 1000 Spender hofft Brenner, der bereits vor 17 Jahren die Typisierung für den Grainauer Fritz Kraus organisiert hatte. Teilnehmen können Männer und Frauen zwischen 17 und 45 Jahren – helfen kann jeder. Denn pro Typisierung fallen 50 Euro an Kosten an. „Wir sind auf Spenden angewiesen“, sagt Verena Spitzer von der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern. Die AKB organisiert auch die Aktion am Samstag, 6. Mai.

Spendenaufruf an die Bürger

Den Aufruf gab der katholische Pfarrer Andreas Lackermeier gleich weiter. Viele mögen den Termin wahrnehmen – und am besten gleich 50 Euro mitbringen, sagte er während der Sonntagsgottesdienste. Sollten die Gläubigen die Voraussetzungen für eine Spende nicht erfüllen – „liefern Sie doch die 50 Euro ab“.

Schon jetzt folgen dem Aufruf viele. Barbara Hofmann-Ostler, deren Knochenmarkspende ein Leben rettete, stellte im Elektrogeschäft eine Spendenbox auf. Die Reaktionen nach dem jüngsten Tagblatt-Bericht rühren sie. „Leute kommen extra und schmeißen was rein.“ Garmisch-Partenkirchen rückt zusammen. Um Leben zu retten.

Informationen zur Typisierungsaktion 

Die Typisierungsaktion beginnt am Samstag, 6. Mai, um 11 Uhr im Klinikum Garmisch-Partenkirchen und endet gegen 16 Uhr. Jeder Teilnehmer (zwischen 17 und 45 Jahren) wird durch eine Blutentnahme in der weltweit vernetzten Spenderdatei der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern aufgenommen – und wird damit zum potenziellen Lebensretter für Martina Poettinger, Gerd Weinmeier oder einen anderen Leukämiepatienten. Helfen kann auch, wer die Voraussetzungen nicht erfüllt oder an diesem Tag keine Zeit hat. Denn die Stiftung ist auf Geldspenden angewiesen. Dafür sind in Garmisch-Partenkirchen in der Chocolaterie Amelie, bei Elektro Hofmann und bei Sport Conrad Spendenboxen aufgestellt. Spenden können auch auf das Konto der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern unter IBAN DE 15 7025 0150 0022 3946 54 mit dem Verwendungszweck GAP überwiesen werden. Wer sich typisieren lassen möchte, findet dazu Informationen unter www.akb.de.

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