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Freuen sich, helfen zu können: Linus Kässer (Chocolaterie Amelie,v.l.) und Barbara Hofmann-Ostler (Elektro Hofmann) zusammen mit dem erkrankten Gerd Weinmeier. 

Typisierung: „Hilfsbereitschaft ist wahnsinnig berührend“

28 000 Euro für die Aktion Knochenmarkspende

Die Landkreis-Bürger wollen helfen -  und haben geholfen. Viele von ihnen ließen sich bei der Typisierungsaktion testen, mit deren Hilfe ein Stammzellenspender für Gerd Weinmeier und Martina Poettinger gefunden werden soll. Viele spendeten auch Geld. Das ist entscheidend, damit die  „Aktion Knochenmarkspende“ ihre Arbeit machen kann. 

Landkreis– Gerd Weinmeier und Martina Poettinger sind vom Engagement der Landkreis-Bürger überwältigt. Anfang Mai 863 Menschen ins Garmisch-Partenkirchner Klinikum gekommen, um testen zu lassen, ob sie als Stammzellenspender für die beiden an Leukämie Erkrankten in Frage kommen. Dafür haben sie sich von Pflegekräften Blut abnehmen lassen. Um die Typisierung zu finanzieren, haben zahlreiche Landkreis-Bürger in den Geldbeutel gegriffen. 28 000 Euro sind bei der Stiftung „Aktion Knochenmarkspende“ (AKB) in Gauting bislang eingegangen. „Diese Hilfsbereitschaft ist wahnsinnig berührend“, sagt Poettinger (53). Auch Verena Spitzer und Manuela Ortmann von der AKB sind von dem Engagement der Einheimischen beeindruckt. Dennoch reicht die Summe nicht ganz aus, um die Kosten zu decken. „Im Moment fehlen uns noch 10 000 Euro“, sagt Spitzer.

Mehr als die Hälfte der Kosten zusammen

Mit 1000 Euro unterstützt die Kolpingsfamilie Partenkirchen um den Vorsitzenden Roland Gaß (l.) die Typisierungsaktion für Gerd Weinmeier und Martina Poettinger. 

50 Euro kostet nämlich eine Typisierung, betont Ortmann. Bei 863 Freiwilligen macht das unterm Strich 43 150 Euro. „Wir haben also schon gut mehr als die Hälfte zusammen“, sagt die Stiftungsbeauftragte. Ein Teil der Kosten werde auch von Fördergeldern finanziert. Alle Blutproben, die im Klinikum genommen wurden, werden ausgewertet. „Wir hören natürlich nicht mit der Arbeit auf“, sagt Ortmann. Bis fest steht, ob jemand aus dem Landkreis tatsächlich für eine Stammzellenspende in Frage kommt, kann es dauern – bis zu acht Wochen.

Damit noch mehr finanzielle Mittel zusammenkommen, wollen sich die Geschäfte im Ort weiter engagieren. Alleine bei Elektro Hofmann, der Chocolaterie Amelie und bei Sport Conrad sind bislang mehr als 2200 Euro eingegangen. Und auch die Kolpingsfamilie Partenkirchen hat vom Erlös des Kuchenverkaufs beim GeorgiMarkt 1000 Euro fließen lassen. Die Spendenboxen sollen erstmal stehen bleiben: „Wir sammeln einfach weiter“, sagt Barbara Hofmann-Ostler.

Jeden kann Leukämie treffen

Die AKB ist auf Beiträge wie diese angewiesen, betont Ortmann. Auch Weinmeier findet es wichtig, dass die Stiftung Unterstützung erfährt. Denn: „Jeden kann eine Erkrankung wie Leukämie treffen“, betont der 60-jährige Garmisch-Partenkirchner. „Und dann ist man einfach nur froh, wenn man Hilfe bekommt.“ 

Meggy Schäfer/Magdalena Kratzer

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