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Dankbar: Daniela aus Limburg wurde durch die Stammzellenspende von Barbara Hofmann-Ostler gerettet.

Macht mit und steigert die Chance!

Typisierungsaktion: Lebensretter für zwei Garmisch-Partenkirchner gesucht

Leukämie – eine Diagnose, die Martina Poettingers und Gerd Weinmeiers Leben völlig aus der Bahn geworfen hat. Eine Knochenmarkspende kann die beiden Garmisch-Partenkirchner retten. Deshalb findet am Samstag, 6. Mai, eine große Typisierungsaktion im Klinikum statt.

Martina Poettinger wird derzeit durch eine Chemotherapie stabilisiert

Garmisch-Partenkirchen – Bei Verena Spitzer in der Gautinger Zentrale der AKB (Aktion Knochenmarkspende Bayern) Zentrale steht das Telefon nicht mehr still. „Ein großer Akt der Solidarität ist mit dem Aufruf zur Typisierung für die beiden an Leukämie erkrankten Garmisch-Partenkirchner, Martina Poettinger und Gerd Weinmeier, angelaufen“, erklärt die Pressesprecherin. Dabei „besteht großer Aufklärungsbedarf über das Procedere und das ganze Drumherum“, sagt Claudia Reim. Sie hat zusammen mit Claudia Zolk und Marietta Becker – die drei Frauen gehören zu Poettingers Freundeskreis – die Organisation vor Ort übernommen. Mit dabei ist erneut Willi Brenner. Der Bergwacht-Mann bringt Erfahrung für die Aktion mit, denn er hatte bereits 1999 die Typisierung für den damals an Leukämie erkrankten Grainauer Fritz Kraus übernommen.

Vor 18 Jahren waren über 1000 Werdenfelser dem Aufruf gefolgt. „Damals hatte mich unsere Freundin Verena Spitzer, einst selbst erkrankt, durch eine Stammzellenspende geheilt und inzwischen für die AKB tätig, angesprochen“, erinnert sich Brenner. Sein Engagement hat er nie bereut. Deshalb ist er auch diesmal zur Stelle, hält den Kontakt zur AKB, zumal er sowohl Weinmeier als auch Poettinger sehr gut kennt.

Inzwischen sind die Flyer gedruckt und werden verteilt. Eine Pressekonferenz mit Bürgermeisterin und Landrat ist terminiert, Vereine sind angesprochen und im Klinikum sind für Samstag, 6. Mai, von 11 bis 16 Uhr Räumlichkeiten organisiert. Im Bergwachthaus gegenüber gibt’s anschließend eine Brotzeit.

„Es ist nur eine harmlose Blutentnahme samt Registrierung, die alle gesunden 17- bis 45-Jährigen wahrnehmen sollten“, wirbt Barbara Hofmann-Ostler. Sie war mit der 1999er Typisierung in die weltweit vernetzte Datenbank gekommen. „15 Jahre später, denn als Spender kommt man bis 60 in Frage, erhielt ich den Anruf, dass ich die geeigneten Stammzellen für eine junge Frau habe“, erzählt die Geschäftsfrau. Sie war sofort bereit. „Einigen Spritzen an den Tagen vorher, die ich mir wie Heparin-Spritzen selbst geben konnte, folgte die Blutentnahme in Gauting, während der ich mir einen Film angeschaut habe. Das war alles“, beschreibt sie das Procedere, über das immer noch viel Ungereimtes kursiert. „Es ist wirklich machbar“. Das Großartige passierte: Die Stammzellen-Empfängerin aus Limburg wurde gerettet, konnte vor vier Wochen ihren 30. Geburtstag feiern.

Gerd Weinmeier leidet seit 2014 an Leukämie.

Ein Ausgang, der für Poettinger und Weinmeier zu wünschen ist. „Wir erfahren Unglaubliches in dieser schweren Zeit. Neben unseren Familien, die uns tatkräftig zur Seite stehen, gibt es eine überwältigende Solidarität und Unterstützung im Vorfeld. Wir sagen schon jetzt ein herzliches Dankeschön und hoffen, dass viele ins Klinikum kommen“, schreiben die beiden Erkrankten in einem gemeinsamen Statement. Der 60-jährige Weinmeier, der seit 2014 an einer besonderen Art von Leukämie leidet, hat bereits einen Behandlungsmarathon mit verschiedenen Chemo- und Antikörpertherapien sowie Eigenstammzellenspende hinter sich. Alles sah gut aus, bevor 2016 die Werte wieder anstiegen. Weil zurzeit die Behandlung erneut anschlägt, geht der Vertriebsmanagement-Leiter in der Kreissparkasse wieder seiner Arbeit nach. Er lebt mit der Hoffnung, dass der passende Stammzellenspender - seine einzige Chance, um gesund zu werden – gefunden wird.

Auch für Poettinger ist eine Stammzellentransplantation unumgänglich. Von einer Stunde auf die andere änderte sich ihr Leben, als die bösartige Erkrankung vor zwei Monaten festgestellt wurde. Zurzeit wird die die 53-Jährige in der Klinik München-Schwabing mit Chemotherapien stabil gehalten. Je mehr Menschen sich typisieren lassen, desto größer auch ihre Chance, den genetisch passenden Spender zu finden.

„Die Typisierung ist kostenlos, weil wir aber hohe Laborkosten haben, benötigen wir dringend Geldspenden“, erklärt Spitzer. Deshalb gibt es neben der Überweisungsmöglichkeit und der Spende vor Ort am 6. Mai, ab sofort Spendenboxen in Garmisch bei Elektro-Hofmann und in Partenkirchen in der Chocolaterie Amelie. Jeder Euro hilft und rettet Leben, denn Blutkrebs kann jeden treffen.

Wer spenden will,

kann das auf das Konto der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern unter IBAN: DE 15 7025 0150 0022 3946 54 mit dem Verwendungszweck: GAP tun.

Margot Schäfer

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