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Bauen eines der zehn Wahllokale der U18-Wahl im Landkreis auf: die Wahlhelfer der 9c zusammen mit ihren Sozialkundelehrern Thomas Mittelstraß (7. v. l.) und Hannes Bräu (7. v. r.) sowie Konrektor Ferdinand Klingelhöfer (5. v. r.).

Wahlstätten für Jugendliche 

U18-Wahlen: Probelauf in politischer Meinungsäußerung

Jugendliche im Landkreis sind zur U18-Wahl aufgerufen. Ein Stimmlokal gibt‘s in der Realschule im Blauen Land.

Landkreis – Den Jugendlichen eine Stimme verleihen und ihre Meinung ernst nehmen. Das ist das Ziel der U18- Wahlen, die heute bundesweit stattfinden. „Wir wollen die Jugendlichen für ihr demokratisches Grundrecht sensibilisieren“, sagt Markus Kölling, Sozialpädagoge für kommunale Jugendarbeit des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen. Mit dem örtlichen Kreisjugendring organisieren Kölling und seine Kollegen das Projekt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Zehn Wahllokale sind dafür in den letzten Tagen aufgestellt worden. In Rathäusern, Jugendzentren und Bildungseinrichtungen. Genau wie bei der Bundestagswahl am 24. September geben heute die Jugendlichen auch zwei Stimmen ab. Wählen darf jeder Minderjährige, unabhängig von Herkunft, Status, Religion oder Hautfarbe. Hauptsache derjenige macht sein Kreuz geheim und ganz eigenständig. Selbstverständlich alles nur fürs Papier. Die U18-Wahl ist eine Art Probelauf für später, wenn die heute noch Minderjährigen bei der großen Bundestagswahl ihre Stimmzettel in die Urne werfen können.

Eine der Wahlstätten steht in der Realschule im Blauen Land in Murnau. Jugendsozialarbeiter des Kreisjugendrings haben das Projekt in den Sommerferien dort angestoßen. Die Sozialkundelehrer Thomas Mittelstraß und Hannes Bräu waren begeistert. „Politische Bildung benötigt in der Schule einen höheren Stellenwert als sie aktuell hat“, meint Bräu. Schulen müssen einen Beitrag dazu leisten, Jugendlichen nahe zu bringen, dass sie durch Wahlen Einfluss auf die Zukunft ihrer Heimat haben. Mit den Wahlhelfern der 9c wurde die Aula gestern zum Wahllokal umfunktioniert.

Das Engagement der Pädagogen reichte jedoch noch weiter. Die Woche vor der Wahl nutzten die Murnauer Lehrer, um alle Jahrgangsstufen im Unterricht entsprechend auf ihre politische Meinungsäußerung vorzubereiten. „Wir haben Infomaterialien pädagogisch und didaktisch aufbereitet“, sagt Bräu. In eine Sprache übersetzt, die auch die Jüngsten an der Schule verstehen. Die Heranwachsenden einfach so abstimmen zu lassen, war für den 30-Jährigen keine Option. Parteiprogramme wurden jugendgerecht besprochen, Fragen beantwortet, Entscheidungshilfe gegeben. Ein Schwerpunkt des Unterrichts war die Kinder- und Familienpolitik. „Mit Themen direkt aus dem Umfeld der Jugendlichen motivieren wir sie am besten.“

Denn genau darum geht es: das Interesse der Heranwachsenden an Politik und sozialem Engagement zu wecken. Nicht nur in Bräus Klassenzimmer. „U18 Wähler sollen miteinander sprechen und Familien daheim debattieren“ erhofft sich Landratsamt-Mitarbeiter Kölling. Diskussionen und Meinungsäußerungen sieht der Sozialpädagoge als wichtiges Element der Demokratie. Die U18-Wahl bereitet Jugendliche darauf vor. „Als soziale Einrichtung muss man dieser Verantwortung nachkommen.“ Zum zweiten Mal begleitet das Amt in Kooperation mit dem Kreisjugendring eine Wahl. Eine Prognose abgeben, was die Jugend des Landkreises heute wählt, kann Kölling allerdings nicht. Die jungen Wähler können freiwillig auf ihrem Stimmzettel Alter und Geschlecht angeben. „Am stärksten werden die 11- bis 17-Jährigen vertreten sein.“

Das Ergebnis der Zweitstimme, der Wahl einer Partei, wird noch heute Abend vom Bayerischen Jugendring, dem landesweiten Organisator des Projekts veröffentlicht.

Auch in Murnau werden die schulinternen Ergebnisse publik gemacht – am schwarzen Brett. „Wir sind sehr engagiert bei diesem Projekt“ urteilt Bräu. Wählen zu gehen, ist für ihn nicht nur Bürgerrecht, sondern Bürgerpflicht. Den Schülern das begreiflich zu machen, ist das ganz individuelle Ziel in Murnau.

Die Wahlergebnisse

können unter der Seite www.u18.org abgerufen werden.

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