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Dauerzustand: Auf der zweispurigen B 2 in Garmisch-Partenkirchen herrscht stets ein großes Verkehrsaufkommen. Die Straße für einen Fahrradstreifen zu verschmälern, ist laut Staatlichem Straßenbauamt deshalb nicht möglich. 

Im Gemeinderat soll‘s Aufklärung geben

Umbau der B2 spaltet die Meinungen: Kommen die Fahrradfahrer zu kurz?

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Auto- vor Fahrradfahrer: Diese Reihenfolge missfällt Dr. Stephan Thiel. Deshalb kann der Grüne den Plänen des Staatlichen Bauamts Weilheim für die B2 in Garmisch-Partenkirchen nicht viel abgewinnen.

Garmisch-Partenkirchen - Ein bisschen fühlt sich Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen) vor den Kopf gestoßen. Um das Radverkehrskonzept für Garmisch-Partenkirchen zu entwerfen, hat er „uferlos viel Zeit“ investiert. Und jetzt, im Zuge der Planungen für den Umbau der B 2, entsteht für ihn der Eindruck, als würde der nicht-motorisierte Verkehr an zweiter Stelle stehen und nicht so berücksichtigt werden, wie es eigentlich vorgesehen wäre.

Zu dieser Meinung veranlasst ihn die jüngste Bauausschuss-Sitzung, in der die geplanten Vorhaben entlang der innerörtlichen B2 präsentiert wurden. Dr. Hermann Streicher und Martin Dondl vom zuständigen Staatlichen Bauamt Weilheim stellten die Erneuerung der Lichtzeichenanlage vor. Unter anderem sollen die Ampeln an allen acht Knotenpunkten mit neuester Technik, also LED, Radfahrererkennung und Bluetooth, ausgerüstet werden. Ebenso geht’s darum, die Kreuzungen barrierefrei auszubauen. „Durch diese Anpassungen sollen ein reibungsloser Straßenverkehr sowie eine verbesserte Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer erreicht werden“, teilt Rathaus-Sprecherin Ute Leitner mit.

Wank-Tunnel wichtig für Entscheidung

Für Thiel reicht das nicht aus. Er plädierte für einen eigenen Fahrschutzstreifen. Mit diesem Wunsch stieß er nicht nur auf offene Ohren. „Das ist wegen der Verkehrsbelastung und der Enge nicht möglich“, betont Streicher auf Nachfrage. Dem schließt sich Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) an. „Solange wir keinen Wank-Tunnel haben, sollte die innerörtliche B2 nicht verschmälert werden“, sagt die Bürgermeisterin. „Dies hätte zur Folge, dass sich oft große Rückstaus bilden würden, und die Wohngebiete mit einem höheren Verkehrsaufkommen rechnen müssten.“ Thiel hatte diese Einstellung nicht erwartet. Der Grüne ist „sehr überrascht“, dass eine Verfechterin des Radverkehrskonzepts und eine „SPD-Bürgermeisterin da mitmacht“. Und er widerspricht, weil ein renommierter Beratungsplaner, mit dem er zusammenarbeitet, das Gegenteil behauptet. Ein Streifen wäre diesem zufolge umsetzbar. Nur muss man ihn wollen, sagt Thiel. „Aber ich weiß nicht, was bei der Verwaltung im Hintergrund läuft.“

Seine Enttäuschung spricht Bände. Obwohl Meierhofer und das Straßenbauamt, das für zwei Knotenpunkte die Zustimmung der Marktgemeinde benötigt, eine „Niederlage“ kassierten. Während man sich unisono dafür aussprach, an der nördlichen Ortseinfahrt fahrbahnbegleitende Radeinrichtungen bis zur Unterfeldstraße (erster Knotenpunkt; nicht Planungsgebiet des Bauamts) zu errichten, lehnte eine knappe Mehrheit die Planung der Behörde ab (6:5-Stimmen).

Thiel: Planung durch die Brille der Autofahrer

Was Thiel an der ganzen Diskussion wirklich wurmt, ist die grundsätzliche Herangehensweise: „Man schaut immer durch die Brille der Autofahrer.“ Das übergeordnete Ziel sollte ihm zufolge aber der Klimaschutz sein. „Den Stau kriegen wir so oder so nicht los.“ Deshalb appelliert er an die Verantwortlichen, sich zusammenzusetzen, eine fachbezogene Diskussion zu führen und einen Kompromiss zu finden. Man könne aus dem Fahrradkonzept nicht einfach eine Achse – in diesem Fall die östliche Nord-Süd-Achse – „rausschmeißen“.

Nachdem ein Mitglied des Bauausschusses samt Liste mit acht Unterschriften von weiteren Angehörigen des Gremiums beantragt hatte, das Thema im Gemeinderat zu besprechen, steht es am heutigen Mittwoch auf der Tagesordnung. Mit dabei sein wird wieder Streicher. Die Einladung hat der Experte dankend angenommen. Er möchte richtigstellen, was durcheinander geraten ist. Und das sei einiges. Einer Diskussion über besagte Streifen verwehrt er sich gar nicht. Man müsse nur schauen, wo sie realisierbar wären. Für das Straßenbauamt sei es ein wesentlicher Punkt, durch den Umbau die Querungsmöglichkeiten für Radfahrer deutlich zu verbessern. Nur eben nicht deren Belange im Fahrbahnbereich der B2. „Das muss man unterscheiden.“ Nicht umsonst möchte Streicher, der auch einen Sachstandsbericht über den Wank-Tunnel liefert, jegliche Missverständnisse aus dem Weg räumen.


Die Gemeinderatssitzung

beginnt um 19 Uhr im Großen Sitzungssaal im Rathaus. Ein Themenkomplex beschäftigt sich mit der Vergabe verschiedener Arbeiten im Zuge der Sanierung des Olympia-Skistadions. Außerdem berät sich das Gremium über die GaPa-Card, mit der eine kostenlose Nutzung des RVO im Landkreis für Gäste ermöglicht werden soll. Ebenso beschäftigen sich die Volksvertreter mit einem Antrag von FDP-Rat Martin Schröter, der sich bezüglich Mobilfunkstrahlen für ein gesünderes Garmisch-Partenkirchen einsetzt. Weitere Punkte sind: Vollzug der neuen Datenschutz-Grundverordnung, Verabschiedung einer Sponsoring-Richtlinie und ein Bericht zur weiteren Entwicklung der Korruptionsbekämpfung.

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