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Fachmann in Sachen neues Antennenfernsehen: Jens Richter vom„EP Werdenfelser Elektromarkt“. 

Informationen für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Umstellung auf Antennenfernsehen: Das müssen Sie wissen

Die Angst vor dem schwarzen Bildschirm geht um. Schuld ist die Umstellung auf DVB-T2 HD. Experte Jens Richter liefert im Interview Informationen. 

Landkreis – Ende März wird an fünf bayerischen Standorten auf das neue Antennenfernsehen umgestellt. Gerade wegen der sehr allgemein gehaltenen Informationen gibt es große Verunsicherung in der Bevölkerung. Betroffen ist davon zunächst nur ein kleiner Teil des Landkreises Garmisch-Partenkirchen. „Jeden Tag haben wir mindestens 20 Kundenanfragen, die sich mit der Umstellung des Antennenfernsehens auf DVB-T2 HD beschäftigen“, erklärt Jens Richter, Bereichsleiter Unterhaltungselektronik im „EP Werdenfelser Elektromarkt“.

Was passiert konkret nach dem 29. März in der Region Garmisch-Partenkirchen in Sachen Fernsehen?

Jens Richter: Es ändert sich nichts! Erst in eineinhalb Jahren, im Herbst 2018, wissen wir mehr, was die Umstellung des Antennenfernsehens betrifft. Dann ist sie für unsere Region angekündigt. In Süddeutschland werden zunächst die großen Ballungsgebiete wie München oder Nürnberg mit DVB-T2 versorgt. Die ländlichen Regionen müssen warten. Für Kabelnetz- und Satelliten-Schüssel-Kunden bleibt sowieso alles wie bisher.

Also bleibt im Landkreis alles beim Alten?

Richter: Fast. Mir liegt ein offizielles Schreiben der ARD-Kommunikation und Marketing vom 10. März vor. Hier heißt es: „Für die Regionen, in denen DVB-T2 HD noch nicht startet, ändert sich zum 29. März nichts. Hier wird DVB-T weiterhin ausgestrahlt“. Das stimmt aber nicht so pauschal für unseren Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Als zuständiger künftiger Senderstandort für Garmisch ist laut Auskunft des BR-Fernsehens voraussichtlich ab dritten. Quartal 2018 der Hohenpeißenberg mit Kanal 53 ausgewiesen. Mit Zimmerantenne sollen alle öffentlich-rechtlichen Programme – die privaten Sender werden kostenpflichtig – in Full-HD-Qualität empfangen werden können.

Hohenpeißenberg?

Richter: Den Sender gibt es auf einer anderen Karte noch gar nicht. Dort ist zunächst nur der Wendelstein eingetragen, der, wenn er ab 29. März umstellt, Wallgau, wahrscheinlich auch Krün beeinflussen könnte. Wie es im nördlichen Landkreis aussieht, dazu kann ich nichts sagen.

Wie steht es mit Freenet-TV?

Richter: Macht man den Freenet-TV-Empfangscheck im Internet, ist Garmisch-Partenkirchen auf der Übersichtskarte grau gefärbt, was heißt, dass es derzeit noch keine Aussage gibt, ob es bei uns überhaupt empfangbar wird. Wallgau liegt dagegen im grünen, im Empfangsbereich. Hier ist die Plattform ab übernächster Woche möglich. Für alle anderen gibt es die nicht zufriedenstellende Information: Freenet-TV befindet sich noch im Aufbau.

Und der ORF-Empfang?

Richter: Generell alt aussehen werden künftig alle ORF-Freunde, die vor allem Sportsendungen gern ohne Werbung und mit begeisterten Kommentaren gesehen haben. Die Österreicher stellen ebenfalls um und senden ab April nur noch verschlüsselt. Ohne Smartcard geht dann nichts mehr. Ich kann es allerdings total nachvollziehen, dass es diese nur für die österreichischen Haushalte gibt, denn unsere Nachbarn zahlen mit circa 40 Euro im Monat eine vergleichsweise hohe Fernsehgebühr. Gibt es keine Einigung, wird ORF sehr wahrscheinlich auch aus dem Kabelnetz verschwinden. Außer ORF2Europa sind die österreichischen Sender per Satellit eh bereits verschlüsselt.

Was ist das Positive in Sachen Fernsehen der Zukunft?

Richter: Eine bestechend bessere Bildqualität dank Full-HD-Signal und Smart-Anwendungen. Neuere Fernsehgeräte haben alles an Bord für den Empfang. Bisherige Antennen können weiter verwendet werden. Ob ein bereits vorhandenes Gerät DVB-T2 unterstützt, welchen Receiver und ob die Kunden überhaupt einen benötigen, erfahren diese am besten im Fachgeschäft. Auf alle Fälle können sich die Kunden Zeit lassen.

Das Gespräch führte Margot Schäfer.

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