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Viele gute Vorschläge bringen die Schüler ein.

Umweltschutz an der Zugspitz-Realschule

Rohstoffverbrauch: „So geht’s nicht weiter“

Ressourcen auf der Erde sind knapp. Und werden immer knapper. So wie wir jetzt mit ihnen haushalten, kann es nicht weitergehen, sagt der Biologe Stefan Simonis. An der Zugspitz-Realschule diskutiert er mit Jugendlichen, wie es jeder besser machen könnte.

Garmisch-Partenkirchen – Gut über 100 Schüler erheben sich in der Turnhalle der Zugspitz-Realschule in Garmisch-Partenkirchen von ihren Plätzen auf der Zuschauertribüne. Kurz darauf setzten sich die meisten wieder. Nur diejenigen bleiben stehen, die im Juni, Juli oder August Geburtstag haben – zirka ein Viertel. Ja, es ist ein Spiel, bei dem die Jugendlichen mitmachen. Nein, es hat nur bedingt etwas mit Spaß zu tun. Die 12- bis 14-Jährigen spielen bitterernste Verhältnisse nach. Diejenigen, die im Sommer geboren sind, repräsentieren nämlich die Anzahl der Weltbevölkerung, die dem Rest der Menschheit die Rohstoffe der Erde wegnehmen.

An der Schule kann man einiges verbessern: Direktorin Regina Spitzer und Biologe Stefan Simonis sind sich einig.

Es ist die reiche Minderheit im industrialisierten Westen. Auf dem Spiel stehen wertvolle Ressourcen, die immer knapper werden. „Das ist die Realität“, sagt Stefan Simonis. Der Biologe aus Freiburg spricht häufig an Schulen, um Jugendliche auf diese ungerechten Verhältnisse aufmerksam zu machen. Dieses Mal kam er mit seinem Vortrag nach Garmisch-Partenkirchen. Er trägt den Namen „REdUSE“. Drei Begriffe stehen dahinter: reuse (Wiederverwenden), reduce (redzieren) und recycle (wiederverwerten). Alles Dinge, die helfen würden, um die Ressourcen der Erde zu schützen. Diese unterteilen sich in nachwachsende und nicht nachwachsbare Rohstoffe. Baumwolle, Holz und Pflanzen gehören zu ersterer Kategorie. Gold, Zinn, Kupfer, Coltan oder Eisen und Aluminium zur Zweiteren. Die Stoffe, die nicht mehr nachwachsen, von der Menschheit aber trotzdem zur Herstellung für Computer, Handys, Elektroartikel, Klamotten, Baustoffen oder sonstigen Gebrauchsgegenständen verwendet werden, sind irgendwann aus. Für immer.

„Die können wir selbst nicht herstellen“, sagt Simonis. Aber auch nachwachsende Ressourcen sind begrenzt. Etwa dann, wenn zu viele davon verbraucht werden, und die Natur zu wenig Zeit hat, sich davon zu erholen. Ein „worst case“ sozusagen. Der schlimmste aller Fälle. In unserer Konsumgesellschaft, in der jeder immer mehr und immer das Neueste braucht, ist der bereits eingetreten. Immerhin nimmt die Anzahl der Menschen auf der Erde zu. Die meisten wollen in Häusern leben, das neueste Smartphone oder Tablett besitzen oder auf weißem Papier schreiben. Woher kommen die Rohstoffe dafür? Etwa von Bäumen, die dafür gefällt werden müssen. „Pro Sekunde wird ein halbes Fußballfeld abgeholzt“, betonte Simonis. Doch es kann bald noch schlimmer kommen. Denn: „Wenn Länder wie Indien oder China genauso viel verbrauchen wie der reiche Westen, benötigen wir drei Erden um den Bedarf zu decken“, gab der Biologe zu Bedenken. Dumm nur, dass die Weltraumforschung nicht so weit ist, dass wir ins All auswandern könnten.

„So geht es nicht weiter“, sagte Simonis. Doch was können wir dagegen tun, um mit den Rohstoffen besser zu haushalten? Die Siebtklässler brachten einige Vorschläge: Yoghurtbecher und Co. nach Gebrauch zum Beispiel nicht einfach irgendwo wegwerfen, sondern trennen und zum Wertstoffhof bringen, sagte Alexander Ulrich. „Klar, sonst sind die Rohstoffe darin verloren“, sagte Simonis. Davon abgesehen, dass Abfälle – vor allem Kunststoffe – die nicht wiederverwertet werden und viele hundert Jahre brauchen um sich zu zersetzen, die Umwelt stark belasten. „Nicht immer das neueste Smartphone kaufen, sondern gebrauchte Handys“, betonte Lucia Serve. „Beim Einkaufen auf weniger Verpackung achten“, schlug Vincent Holzheuer vor. „Schulhefte aus recyceltem Papier kaufen“, sagte Arjuna Autenrieth.

„Das sind alles gute Vorschläge“, lobte Simonis. Letzterer brachte auch Direktorin Regina Spitzer zum Nachdenken. „An der Schule können wir einiges verbessern.“ Zum Beispiel Toilettenpapier aus recycelten Fasern kaufen. Simonis ist sich sicher; „Das ist auch nicht teurer.“ Und für die Umwelt sogar ganz bestimmt günstiger.

Magdalena Kratzer

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