Ob es ein Uringemisch war, ist bislang unklar

Unappetitliche Aktion mit Folgen: Rentner (71) übergießt Raucher mit Flüssigkeit

Zwei Raucher erlebten vor einem Garmisch-Partenkirchner Lokal eine böse Überraschung. Ein Mann soll von seinem Fenster aus Flüssigkeit über sie gekippt haben. Ob es sich dabei um Wasser oder Urin handelte, ist bislang nicht klar.

Garmisch-Partenkirchen – An Rauchern mag sich so mancher stören. Ein 71-jähriger Rentner aus Garmisch-Partenkirchen hat sich scheinbar derart über zwei rauchende Gäste, die vor einer beliebten Kneipe im Ortsteil Garmisch standen, erzürnt, dass er sie von oben mit Wasser übergoss. Nach Aussage von Zeugen soll dieses stark nach Urin gestunken haben. Das kostet den Mann jetzt eine Stange Geld: 800 Euro darf der Raucherfeind für seine Aktion zahlen.

Der Vorfall habe sich Staatsanwältin Cathrin Horling zufolge am 9. Oktober vergangenen Jahres auf der Freischankfläche vor dem Lokal ereignet. Es war bereits nach Mitternacht, nur noch zwei Gäste – ein Mann und eine Frau – waren draußen und ließen sich ihre Zigaretten schmecken. Urplötzlich habe der Hausbewohner oberhalb sein Fenster geöffnet und mit einem Schwung einen Kübel übel stinkenden Wassers über die beiden Raucher gegossen. Anschließend soll er das Fenster schlagartig wieder geschlossen haben, berichtete die Wirtin. Ihrer Aussage nach sei der Hausbewohner bereits öfters aktiv gewesen. „Er hat schon mehrfach so etwas über meine Gäste ausgekippt und sagt zur Begründung auch noch, dort würden Orgien gefeiert“.

Nach der Gießaktion habe die Wirtin nach dem Hausbewohner geklingelt und die Polizei gerufen. Auch die scheinen den Mann bereits zu kennen. Mittlerweile würde die Beamten der Gastronomin zufolge jedoch nicht mehr kommen, „denn er macht die Tür einfach nicht auf“.

Der angeklagte Rentner äußerte sich auf Anraten seines Verteidigers Michael Röhrig zwar nicht zu dem Vorfall – immerhin sei niemand am Fenster gesehen worden. Allerdings wusste Richter Pfisterer, dass die Wirtin den Rentner bei seiner Tat beobachtet habe.

Ein Detail der besagten Nacht konnte auch bei der Verhandlung nicht geklärt werden. Nämlich, ob es sich bei der aus dem Fenster gekippten Flüssigkeit nur um Wasser oder ein Uringemisch gehandelt hatte. „Doch selbst nur Wasser zu schütten, ist immer noch eine Nötigung“, betonte die Staatsanwältin.

Auf Anregung von Anwalt Röhrig wurde vom Strafbefehl von 1600 Euro, den der 71-Jährige vor Monaten erhalten hatte, abgesehen. Der Richter stellte das Verfahren ein – allerdings gegen die Bezahlung von 800 Euro an die Staatskasse. „Geben Sie einfach in Zukunft Ruhe“, riet der Richter abschließend dem Angeklagten. Sonst könne die Gießaktion beim nächsten Mal sehr viel teurer werden.

Wolfgang Kaiser

Rubriklistenbild: © dpa Symbolbild

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