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Unter Beobachtung: Die ACE-Mitarbeiter Urs Peter Janetz (3.v.l.) und Florian Baar (2.v.r) zählen im Rahmen der Aktion „Finger weg“ am Überweg an der Olympia-/Chamonixstraße Fußgänger, die sich mit ihrem Handy beschäftigen. 

Aktion „Finger weg“ gestartet

Unfälle durch Handys: „Smombies“ leben gefährlich

Es ist Alltag: Immer mehr Menschen laufen mit Blick aufs Handy über die Straße. Damit gefährden sie nicht nur sich selbst.

Garmisch-Partenkirchen– Wie willenlose Zombies wandeln sie durch die Straßen. Es scheint, als würden sie durch ihr Smartphone gesteuert. Alles andere um sich herum blenden sie aus. Kein Wunder also, dass es zur Wortschöpfung „Smombie“ kam. Mehr und mehr Menschen kapseln sich durch Kopfhörer und den Blick auf ihr Handy von der Außenwelt ab.

Dadurch gefährden sie massiv sich selbst und ihre Umwelt. Das so oft beschworene Multitasking entpuppt sich als „gefährlicher Mythos“, sagt Urs Peter Janetz, der Vertrauensanwalt des Auto Club Europa (ACE) und Sprecher des Clubs für den Landkreis. „Niemand kann gleichzeitig Nachrichten lesen und auf den Verkehr achten“, betont er.

Die logische Konsequenz eines solchen Fehlverhaltens sind Unfälle. 60 Prozent der deutschlandweit innerorts gezählten Verkehrstoten waren zu Fuß unterwegs. Die Zahlen in diesem Bereich stagnieren seit Jahren. 2015 gab es 31 589 verunglückte Fußgänger, davon starben 534. Zwar war mit rund 40 Prozent der Hauptgrund dafür, dass Menschen bei Rot die Straße überquerten. Doch mehr und mehr Bürger sind durch ihre elektronischen Geräte abgelenkt und verursachen deshalb Unfälle.

Diese erschreckende Entwicklung veranlasste den ACE dazu, in Garmisch-Partenkirchen die Aktion „Finger weg!“ umzusetzen. Dabei wurden alle Fußgänger im Bereich des Richard-Strauss-Platzes gezählt, die sich mit ihrem Handy beschäftigten. Der gefährliche Trend bestätigte sich: Von 554 Passanten hantierten 16 mit dem Smartphone herum (2,9 Prozent), bei Kindern und Jugendlichen lag die Quote sogar bei 5,8 Prozent. Was die extrem Süchtigen, also die „Smombies“ anging, lagen bisherige Statistiken bei einer Quote von 16 Prozent. Bei der Zählung in Garmisch-Partenkirchen wurden allerdings nur drei Prozent erfasst. Trotzdem zu viele. „Mit unserer Aktion wollen wir einen Denkanstoß liefern“, erklärt Janetz.

Jeder hat sein Leben selbst in der Hand, sagt der ACE Vertrauensanwalt. Besonders gelte dies für Smombies. Sein Appell richtet sich vor allem an die Erwachsenen: Sie sollten Vorbild sein und das Handy bewusst gebrauchen oder weglegen.

Magnus Näbauer

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