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Gruppenbild mit Ministerin: Ursula von der Leyen (M.) umringt von (v. l.) Prof. Dr. Rudolf Faltermeier von den Freunden des Marshall-Centers, Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, Brigadegeneral a.D. Johann Berger, Landtagsabgeordneter Harald Kühn, Regierungspräsidentin Brigitta Brunner und Landrat Anton Speer.

Zum 70. Jahrestag des Marshall-Plans

Ursula von der Leyen und James N. Mattis in Garmisch-Partenkirchen: Da stimmt die Chemie

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Zum 70. Jahrestag des Marshall-Plans empfängt Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen ihren US-Kollegen James N. Mattis in Garmisch-Partenkirchen. Ein Anlass, den viele nutzen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Garmisch-Partenkirchen – Gut, dass sie Rot trägt. Anhand der Signalfarbe ist Ursula von der Leyen schnell auszumachen inmitten der grauen, dunkelblauen und schwarzen Uniformen. Sie ist das Objekt der Begierde – von unzähligen Fotografen und vor allem von den Freunden des George C. Marshall Centers. Fast jeder, der gestern zum Empfang in das Europäische Zentrum für Sicherheitsstudien geladen ist, zückt sein Smartphone. Das Ereignis ist ein denkwürdiges. Eines, das man für die Nachwelt festhalten sollte.

Startschuss für strategischen Dialog mit „Jim“ 

Zum ersten Mal besucht die Bundesverteidigungsministerin (CDU) die deutsch-amerikanische Einrichtung. Außerdem hat sie just in Garmisch-Partenkirchen den Startschuss für den strategischen Dialog mit ihrem US-Kollegen James N. Mattis begonnen – „Jim“, wie sie ihn nennt. Für Landrat Anton Speer (Freie Wähler) ein Zeichen dafür, „dass die Chemie zwischen den beiden einfach passt“. Das zeigt sich auch in den Reden der Politiker, die unisono ihre Verbundenheit sowie die Bedeutung des Marshall-Centers und der engen Partnerschaft ihrer Länder bekunden. „George C. Marshall glaubte an eine globale Verantwortung seines Landes, und er war fest davon überzeugt, dass es langfristig zum Wohl aller beiträgt, auch Besiegten die Hand zu reichen“, unterstreicht die Ministerin. „Dieser Gedanke ist heute so aktuell wie vor 70 Jahren, als er den Marshall-Plan verkündete.“ Eine Einschätzung, die Mattis teilt.

Mattis war schon einmal in Garmisch-Partenkirchen - und kam gerne wieder her

Überhaupt liegt Mattis sehr an der Einrichtung, deren amerikanischer Direktor sein College-Freund Keith W. Dayton ist. Ein Grund, warum er vor seiner Berufung zum Verteidigungsminister schon einmal in Garmisch-Partenkirchen gewesen war, um einen Vortrag im Marshall-Center zu halten. Und auch dafür, dass er gegenüber Dayton vorschlug, zurück ins Werdenfelser Land zu kommen. Um den 70. Jahrestag des Marshall-Plans mitzufeiern. Eine Idee, die Dayton und sein deutscher Stellvertreter, Brigadegeneral a.D. Johann Berger, begeistert aufnahmen. Zumal sie das gleich mit einer neuerlichen Einladung an von der Leyen verknüpfen konnten. „Uns hätte nichts Besseres passieren können“, sagt ein sichtlich zufriedener Berger nach dem offiziellen Teil. Das Ziel der Einrichtung, „Frieden, Stabilität und Sicherheit durch Gespräche, Netzwerke und Offenheit zu gewährleisten“, geben er und seine Kollegen den Politikern mit auf den Weg.

Die perfekten Botschafter dafür sind nicht nur die mehr als 12 000 zivilen und militärischen Vertreter aus 143 Ländern, die bisher an Lehrgängen der Einrichtung teilgenommen haben. Für von der Leyen zählen ganz klar die Freunde des Marshall-Centers dazu, „die ihre Herzen und Türen öffnen“. Auf verschiedene Weise bringen die 50 Mitglieder, unterstützt von Paten, den Studenten das Werdenfelser Land und seine Traditionen, aber auch die Natur und das übrige Bayern näher. „Ohne Sie wäre das Marshall-Center nicht denkbar“, wendet sie sich an die Gäste. Worte, die ankommen.

Ein Programmbuch vom Richard-Strauss-Festival für Ursula von der Leyen

„Das adelt uns“, sagt Prof. Dr. Rudolf Faltermeier, Vorsitzender des Vereins. „Der Zuspruch der Ministerin bedeutet eine große Wertschätzung für unsere Arbeit.“ Trotz ihres eng getakteten Terminplans lässt es sich von der Leyen nicht nehmen, mit ihm und etlichen anderen honorigen Garmisch-Partenkirchnern zu plaudern. Nur die Häppchen, die von belegten Brezen über Mozzarella-Sticks bis zu Oliven mit Schafskäse reichen – international wie die Einrichtung –, muss sie ausschlagen. Der Hubschrauber wartet schon. In den steigt die Verteidigungsministerin mit spannender Lektüre. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) hat ihr das Programmbuch des Richard-Strauss-Festivals überreicht.

Für die Rathauschefin sind Termine wie der im Marshall-Center ein perfekter Anlass, um auf Themen in ihrer Gemeinde hinzuweisen. „Ein positiver Nebeneffekt“, sagt sie und lacht. Von der Leyen hat’s jedenfalls gefreut, von der Reihe zu Ehren des Komponisten zu erfahren. Ein Künstler, dessen Werk sie schätzt. Aus der Erfahrung mit ihren sieben Kindern weiß sie, dass sich seine Salome bestens eigne, um Kinder an die Oper heranzuführen. „Da passiert viel auf der Bühne und sie ist nicht so lang.“ Dass Strauss gerade von dem Lohn für dieses Stück, seine Garmischer Villa bauen ließ, gefällt der Ministerin. Und motiviert sie, das Festival selbst einmal zu besuchen – „früher oder später“. 

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