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Prächtige Wagen waren beim Festzug dabei.

Ein bisschen Glück spielte auch mit

Verkehr, Zeitplan, Wetter: So fällt die Bilanz des historischen Festzugs aus

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Klagen und Beschwerden? Gab es bisher nicht. Die Organisatoren und Einsatzkräfte sind zufrieden mit dem Ablauf des großen Festzugs am Pfingstsonntag. 

Garmisch-Partenkirchen – Puh, alle da. Alois Maderspacher konnte zum ersten Mal aufatmen. Keiner der rund 1500 Mitwirkenden hatte eine Auto- beziehungsweise Wagenpanne. Bei so vielen, sagt er, könne das mal passieren. Man muss mit allem rechnen. Schließlich gab’s schon ganz andere Schlamassel bei Umzügen. Teilnehmer irrten sich beim Termin. „Sie kamen erst eine Woche später“, erzählt Maderspacher und lacht. Passierte, aber nur früher, in Zeiten ohne Facebook und Co. Glücklicherweise nicht am Pfingstsonntag beim historischen Festzug zum „Mythos Bayern“ in Garmisch-Partenkirchen.

Alle 41 Wagen, die 20 Fuß- und Reitergruppen, die acht Musikkapellen und fünf Trommlerzüge trafen pünktlich ein. Trotzdem: Durchschnaufen an so einem Tag? „Ist nicht“, sagt der Chef der Garmischer Ortsvereine. Eines half ihm aber ungemein dabei, ruhig zu bleiben. „Ich wusste, dass alles gut organisiert ist.“

Verkehrskonzept hat größtenteils funktioniert

Er sollte Recht behalten. Der Zug, der im Rahmen der Landesausstellung stattgefunden hat, verlief ohne Zwischenfälle. Zumindest ist ihm und seinem Kollegen von den Partenkirchner Ortsvereinen, Anton Witting, nichts anderes zu Ohren gekommen. Weder von Mitwirkenden, noch von Zuschauern oder den Einsatzkräften. „Bisher gab’s nur Lob“, betont Maderspacher. Von allen Seiten.

Das kann sein Organisationspartner nur bestätigen. „Jedem hat’s taugt“, sagt Witting, der von der Besucherschar – rund 30.000 verfolgten den Festzug – ein paar Tage später noch immer ganz berauscht ist. Die Erklärung dafür muss er nicht lange suchen. All die aufwendig hergerichteten Wagen und das historisch authentisch gekleidete Fußvolk, die die Werdenfelser Geschichte lebendig werden ließen, „das hat schon ein Buidl gemacht“.

Landesausstellung: Historischer Festzug durch Garmisch-Partenkirchen

Vor allem führt der Hauptmann der Gebirgsschützen den Erfolg auf den guten Zusammenhalt und das Engagement zurück. „Wenn das nicht etliche 100 Leut’ in die Hand nehmen, geht’s nicht.“ Hinzu kommen die Einsatzkräfte, die für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Zum Beispiel Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk. Sie wickelten den Verkehr ab.

„Riesenmassel“ beim Wetter

Mit dem ausgearbeiteten Konzept ist man gut gefahren. „Es hat größtenteils funktioniert“, sagt Hubert Hohenleitner von der Garmisch-Partenkirchner Inspektion. Auch wenn der Verkehr sich manchmal nur zähfließend vorwärts bewegte. „Ganz schmerzfrei kann man so eine Veranstaltung nicht abwickeln“, betont der Hauptkommissar. Beschwert hat sich bei den Beamten jedoch niemand, wenngleich sicherlich das Nervenkostüm mancher Autofahrer angespannt gewesen sei. Bereits um 16 Uhr konnten die Beamten ihre Aufgabe beenden. Begünstigt durch die zahlreichen Besucher, die per Zug anreisten. „Wir hatten wenig bis gar keinen abfließenden Verkehr.“ Das bestätigt Bernhard Schrallhammer. Der THW-Ortsbeauftragte weiß sogar, dass Autofahrer ausgestiegen sind, um den Festzug zu fotografieren. Haben diejenigen selbst erzählt.

Das A und O an diesem Tag war aber das Wetter. Es spielte lange mit. „Wir hatten ein Riesenmassel“, sagt Witting. Der Regen setzte erst ein, als der Festzug längst am Richard-Strauss-Platz, seinem Endpunkt, angekommen war und sich die meisten im Trockenen aufhielten. Witting, Maderspacher und die vielen Helfer und Mitwirkenden – sie hatten das Glück der Tüchtigen. 

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