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Bei der Übergabe der Anträge: Einzelhändler Alexander Laskowski-Köninger (l.) und Bürgermeister Rolf Beuting im Besprechungszimmer des Rathauses.

In die Debatte kommt Bewegung

Untermarkt: Radikale Verkehrsberuhigung?

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In Murnaus Untermarkt-Debatte kommt Bewegung: Eine große Gruppe an Einzelhändlern spricht sich für die Schaffung einer stark verkehrsberuhigten Zone aus – und rennt damit bei Bürgermeister Rolf Beuting offene Türen ein.

Murnau – Was soll aus dem Murnauer Untermarkt werden? Diese Diskussion wird seit Jahren kontrovers und leidenschaftlich geführt. Die einen hätten in dem Abschnitt am liebsten eine verlängerte Fußgängerzone. Andere wiederum bestehen darauf, dass für die Autofahrer die Erreichbarkeit des Ortszentrums von Süden her erhalten bleibt. Jetzt deutet sich eine mögliche Lösung an, die beiden Lagern gerecht wird: die Schaffung eines stark verkehrsberuhigten Bereichs. Experten sprechen von einem „Shared Space“ („gemeinsamer Raum“). Darunter versteht man eine Zone, in der nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf und in der Fußgänger, Fahrräder und Kraftfahrzeuge gleichberechtigt sind.

45 Händler und Hausbesitzer bringen den Vorschlag ein - in Form eines Antrags 

Diesen Vorschlag bringen 45 Händler und Hausbesitzer des Ober- und Untermarkts ein – in Form eines konkreten Antrags an den Gemeinderat. Der Zusammenschluss nennt sich „Initiative zur Belebung des Untermarkts Murnau“. Die entsprechenden Dokumente samt Unterschriften übergab Sprecher und Hauptorganisator Alexander Laskowski-Köninger im Rahmen eines Pressetermins an Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Die Geschäftsleute wollen demnach nicht lange warten. Sie stellen sich vor, dass das Verkehrsprojekt in Angriff genommen wird, sobald die Rathaus-Baustelle aufgelöst und die derzeit noch gesperrte Schlossbergstraße wieder freigegeben wird. Der Untermarkt ist momentan aufgrund dieser Situation vorübergehend eine Sackgasse.

Der 44-jährige Textil-Händler Laskowski-Köninger ist selbst Betroffener. Er betreibt in Murnaus „guter Stube“ zwei Läden: den „Kleiderschrank“ im Obermarkt und das „Fairgissmeinnicht“ im Untermarkt. Im Frühjahr begann er nach eigenen Angaben damit, in der Einkaufsmeile seine Kollegen abzuklappern, um ein Meinungsbild zu erhalten. In einer Umfrage bot er für den Untermarkt drei Varianten an: Neben dem besagten verkehrsberuhigten Bereich standen noch eine Fußgängerzone und eine Einbahnstraßen-Regelung zur Auswahl. Das Ergebnis ist laut Laskowski-Köninger eindeutig: Eine große Mehrheit habe sich für die Verkehrsberuhigung ausgesprochen. Er hält die 45 Unterschriften für durchaus repräsentativ. Seiner Schätzung nach dürfte die Gesamtzahl aller Einzelhandelsgeschäfte im Ober- und Untermarkt bei etwa 65 bis 70 liegen.

Passiert nichts, verliert der Untermarkt schleichend an Attraktivität

Nach Ansicht von Laskowski-Köninger muss dringend etwas geschehen. Denn der Untermarkt verliere schleichend an Attraktivität. „Das ist gefährlich“, warnt er. Am Ende leide die komplette Ortsmitte unter dieser Entwicklung. Schon jetzt sei es in dem Abschnitt südlich der Fußgängerzone mitunter schwierig, passende Nachmieter zu finden. Immer wieder ziehen seinen Angaben zufolge keine Einzelhändler mehr in leere Läden, sondern Dienstleister. Und die hätten in der Regel eine geringere Kundenfrequenz. Für Laskowski-Köninger steht daher fest: Der geforderte Eingriff würde die Einkaufsqualität im Untermarkt erhöhen und diesen beleben. „Das ist eine Stärkung für Murnau.“

Beuting sieht dies ähnlich – und unterstützt das Anliegen der Unternehmer. Der Rathaus-Chef ist bekanntlich ein Anhänger der „Shared Space“-Variante, für die ein ebenengleicher Ausbau nötig wäre. „Das ist die beste Lösung“, sagte er. Auf diese Weise werde der Durchgangsverkehr unterbunden – und die Erreichbarkeit des Ortskerns aufrechterhalten. Beuting will das Thema nach der Sommerpause auf die Tagesordnung des Gemeinderats setzen. Er glaubt, dass sich eine politische Mehrheit finden wird.

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