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Diese Lüftlmalerei des Mittenwalder Künstlers Sebastian Pfeffer zierte bis vor Kurzem noch das Gebäude.

Viele hat nackte Fassade erschreckt

Verschwundenes Kunstwerk: Lüftlmalerei fällt Sanierung zum Opfer

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Die Lüftlmalerei am Lödermann-Haus in der Historischen Ludwigstraße in Partenkirchen ist einer Sanierung zum Opfer gefallen. Doch die Hauswand bleibt nicht nackt: Es wird wieder ein neues Kunstwerk an der Fassade entstehen, teilt der Hausbesitzer mit.

Garmisch-Partenkirchen – Karl Müller versteht die Welt nicht mehr. Zumindest nicht die bayerische. Denn plötzlich war sie weg, seine geliebte Lüftlmalerei am so genannten Lödermann-Haus. Das Gebäude mit der Nummer 15 an der Historischen Ludwigstraße zierte bis vor Kurzem noch ein filigranes Werk des Mittenwalder Künstlers Sebastian Pfeffer. Das Bild, das 1981 entstand, stellte eine Krippenszene mit der Geburt Jesu in alpenländischem Stil dar. Jetzt ist es weg. Hat bei einer Sanierung einer neuen Fassade Platz machen müssen. Das hat viele erschreckt, Einheimische, wie auch Urlauber, die dem Tagblatt geschrieben haben.

Irgendwie nackt präsentiert sich die Fassade des Hauses Nummer 15 in der Historischen Ludwigstraße im Ortsteil Partenkirchen.

Darunter Karl Müller aus Sehnde. Seit seiner Kindheit ist Garmisch-Partenkirchen für den Niedersachsen zur zweiten Heimat geworden. Seit Jahrzehnten reist er mit seiner Familie ins Werdenfelser Land. Erfreut sich an den Bergen, den Seen sowie an der gesamten Natur und natürlich an den schönen Lüftlmalereien.

Umso schmerzvoller ist es für ihn, dass „Traditionen, die doch gerade in Bayern hochgehalten werden, einfach so missachtet werden“. Ihn verbindet eine persönliche Geschichte mit dem Haus. „Wir hatten seinerzeit die Ehre, den Krippenschnitzer Martin Lödermann kennenzulernen.“ Der „Moar-Martl“, wie ihn die Einheimischen kannten, war als Krippenbaumeister über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. „Damals durften wir auch sein Haus ansehen“, erzählt Müller. „Drinnen wie ein Puppenstüberl, außen die fantastische Malerei.“ Für ihn ist klar: „Es wäre sehr traurig, wenn es diese nicht mehr gibt.“

Hausbesitzer Martin Simon beruhigt ihn. Die aktuell nackte Fassade bleibt nicht so. Im Gegenteil: „Es wird wieder eine Lüftlmalerei darauf entstehen.“ Und zwar von Sebastian Pfeffers Sohn Stephan. „Die ersten Gespräche haben bereits stattgefunden“, sagt Simon.

Welches Kunstwerk künftig sein Haus an der Ludwigstraße ziert, weiß er noch nicht. „Es wird etwas Persönliches“, unterstreicht er. „Da werde ich noch drüber nachdenken.“

Ihm ist ein neues Kunstwerk eine Herzensangelegenheit. Denn „müssen“ hätte er nicht, betont er. „Lüftlmalereien sind nicht grundsätzlich denkmalgeschützt“, erklärt Rathaus-Sprecherin Ute Leitner. Jene am Lödermann-Haus sei erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden. Somit stellte die Unteren Denkmalschutzbehörde „nach sachlicher Abwägung mit dem Landesamt für Denkmalpflege“ bei einer Ortsbesichtigung im Jahr 2016 „keine schutzwürdige Bemalung“ fest. Das Fassadengemälde durfte verschwinden.

Keine Überraschung für Simon, blickt er auf die Geschichte des alten Gebäudes zurück: „Das Haus hat insgesamt schon drei verschiedene Malereien auf der Fassade gehabt“, hat er nachgeforscht. „Alle 20 Jahre ist ein neues Bild darauf entstanden.“ Das Haus Nummer 15, das so nach dem großen Marktbrand von 1865 zum ersten Mal gemauert wieder aufgebaut wurde, gehört zu einem sogenannten Denkmalensemble in der Historischen Ludwigstraße.

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