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Futter für die Viecherl: Mäuse und Ungeziefer fressen gerne die Gelben Säcke an. 

Rückkehr zur alten Ordnung?

Verstreuter Müll: Neuer Abhol-Takt der Gelben Säcke gewünscht

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Angefressene Gelbe Säcke, verstreuter Müll und Tüten-Berge: Für das Christlich Soziale Bündnis sind das Gründe, den Abhol-Takt erneut zu überdenken und zumindest im Sommer umzustellen.

Garmisch-Partenkirchen – Man kann fast die Uhr danach stellen. In regelmäßigen Abständen treten Probleme mit den Gelben Säcken auf. Die Tüten-Bergen am Straßenrand oder der Abtransport-Stau gerieten in der Vergangenheit in die Kritik. Jetzt kommt ein „lästiges Thema“, wie es Ursel Kössel bezeichnet, wieder ins Gespräch. Das CSB-Mitglied hat gestern im Namen der Fraktion einen Antrag im Garmisch-Partenkirchner Rathaus eingereicht. Ihr Wunsch wäre, dass die Gelben Säcke wieder 14-tägig abgeholt werden.

Einige Bekannte schilderten Kössel ihre Erfahrungen. „Sie schimpfen und stöhnen“, sagt die Gemeinderätin, „weil ihre Säcke von Mäusen angefressen werden.“ Die Tiere beschädigen die dünnen Mülltüten. Das bleibt nicht ohne Folgen. Der Abfall wird „vom Winde verweht“, also verstreut, und lockt so Ungeziefer sowie die kleinen Nager an. Hinzukommt der Gestank – vor allem im Sommer –, wenn beispielsweise Joghurtbecher mit Essensresten in der Sonne schmoren. Kössels klare Meinung: Das ziemt sich nicht für einen Kur- und Tourismusort wie Garmisch-Partenkirchen.

Lieber zwei- statt vierwöchiger Rhythmus

Deshalb würde das CSB gerne die aktuelle Regelung im Gemeinderat besprechen. Bereits vor rund zwei Jahren stand der Abhol-Rhythmus zur Diskussion. Am Ende stellte der Markt von einem zwei- auf einen vierwöchigen Takt um. Für Kössel und die CSB-Fraktion ist’s nun an der Zeit, Bilanz zu ziehen, da die jetzige Lösung nicht optimal sei.

Schon jetzt kann sie auf die Unterstützung von Martin Schröter (FDP) bauen. Schon damals war er ein Verfechter des kürzeren Modus’. Er verweist auf die Menschen, „die Gelackmeierten“, die über keine Lagermöglichkeiten wie einen Keller verfügen. Sie müssen die Gelben Säcke draußen deponieren. Dass sie diese selbst zu den Recyclinghöfen bringen können, erachtet Schröter für wenig zielführend. „Das bedeutet zusätzlichen Verkehr“, betont er. „Damit ist dem Umweltschutz nicht gedient.“ Für ihn zählt auch die Angleichung des Systems an andere Kommunen nicht, ebenso wenig der der Kostenfaktor. Etwa 90.000 Euro spart sich die Gemeinde durch die Umstellung. Der 14-Tage-Modus wurde damals von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) als „Luxus“ deklariert, den die Gemeinde bezahlen müsse. Schröter kontert – wie immer – gerne. „Das können wir uns nicht leisten“, sagt er süffisant, dafür aber ein Gutachten für 240.000 Euro für GaPa-Tourismus. Kössels Vorschlag zur Finanzierung lautet: die Müllgebühren ein bisschen anheben.

Koch: Ziel ist Müllvermeidung

Ganz anders steht dazu Elisabeth Koch – damals wie heute. Sie ruft das „oberste Gebot“ wieder ins Gedächtnis, das schon vor zwei Jahren ausschlaggebend für ihr Votum pro Vier-Wochen-Takt gewesen war. Der CSU-Fraktionsvorsitzenden geht es um Müllvermeidung und darum, das Bewusstsein dafür zu erhöhen. Dafür ist die aktuelle Ordnung geeigneter, meint sie. Noch dazu müsse jeder selber dafür Vorsorge tragen, dass Kössels Schilderungen nicht eintreten. Koch nennt konkrete Beispiele: mit der Tupperdose zum Metzger und dem Jutesackerl zum Bäcker gehen. Als die „Pest überhaupt“ bezeichnet die CSU-Frau Kaffeepads und Coffee-to-go-Becher.

Von einer überstürzten Rolle rückwärts des Marktes distanziert sich auch Robert Allmann (SPD). Die Problematik mit fehlenden Flächen zur Lagerung der Gelben Säcke leugnet er nicht. Nur würde er lieber erst klären, ob es sich bei Kössels Darstellungen um einzelne oder allgemeine Probleme handelt.

In einem sind sich aber durch die Bank alle einig: Die Beschaffenheit der Gelben Säcke lässt zu wünschen übrig. „Die nervt mich“, betont Allmann. Die Tüten müssten aus einem Material sein, „das nicht zum Verteilersieb wird“. Gar von „lausiger Qualität“ spricht Schröter.

Wann und ob sich der Gemeinderat mit dem CSB-Wunsch befasst, steht noch nicht fest. Der Antrag muss erst geprüft werden, heißt es von Seiten der Rathaus-Verwaltung.

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