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Schwungvolle Tänze und gelebtes Brauchtum: Die Garmischer Festwoche entwickelte sich zum Besuchermagneten. Alle Abende waren gut besucht, die Stimmung unter den Besuchern stieg schnell. 

„Die Linie passt“

Volles Zelt, gute Stimmung: Nur einen Wermutstropfen gab es bei der Garmischer Festwoche

„Sehr positiv“ fällt die Bilanz aus, die Christian Ruf nach der Garmischer Festwoche zieht. Der Erste Vorsitzende des Volkstrachtenvereins (VTV) Garmisch berichtet, dass das Festzelt an allen neun Tagen gut besucht war und beste Stimmung herrschte. 

Garmisch-Partenkirchen – Lange hatten die Verantwortlichen beim Gaujugendtag der Oberländer Trachtenvereinigung ob der trüben Wetteraussichten gewartet, ehe entschieden wurde: Der Festzug findet doch statt. „Dann sind wir losmarschiert und es hat geregnet“, erinnert sich Ruf. Trotz der Nässe herrschte beim anschließenden Festnachmittag im Zelt am Wittelsbacher Park unter den rund 2000 Nachwuchstrachtlern aus 29 Vereinen kein Verdruss. „Es war ein bäriges Fest, irgendwann war dann jeder trocken“, sagt der Trachtler-Chef und lacht. Auch konnte die Gaujugend alle geplanten Auftritte voll durchziehen.

„Wir haben einen guten Gesamteindruck“, betont Ruf im Namen seiner Vorstandskollegen. Gerade die fünf Heimatabende – sie nehmen einen Großteil des neuntägigen Programms der Festwoche ein – erfreuten sich wieder großer Beliebtheit. „Weil es das verdeutlicht, was wir machen wollen: Garmischer Kultur und Brauchtum“, sagt Ruf. Den Leitgedanken der Trachtenvereine „Sitt und Tracht der Alten wollen wir erhalten“ trage der VTV dadurch in die jetzige Zeit. Der Verein lädt zum Feiern ein und will „die anderen Leute daran teilhaben lassen“.

Auch die Wirtsfamilie zieht ein positives Resümee: „Es war eine schöne Festwoche“, berichtet Wirtin Gaby Adlwärth. Entgegengekommen sei ihr und ihrem Team das nicht zu heiße Wetter.

Guten Zulauf gab es wie immer beim Stoaheben. In vier Gewichtsklassen kämpften dabei die Athleten um den Alpenpokal, kritisch beäugt von den Legenden dieser Kraftsportart. Auch bei „Dreisam“ strömten die Besucher in den Wittelsbacher Park. Der Auftritt der Kultband war für den Trachtler-Chef die „Sommerparty“ in Garmisch-Partenkirchen, vor allem weil „Dreisam“ auch nach all den Jahren noch ausgesprochen beliebt und ein Stimmungsgarant ist. Die Volkssängerrevue mit den „Brettl-Spitzen live“ hatte die Wirtsfamilie Adlwärth zusammen mit der Kleinkunstbühne „Kulturbeutel“ organisiert. Auch diese Künstler begeisterten das Publikum, für Ruf waren sie „sogar besser als im Fernsehen“. Für die Wirtsfamilie war der Auftritt der Volkssänger „ein Wagnis“, gesteht Adlwärth, Jedoch: „Es geht sich aus, die Resonanz war groß, alle waren begeistert.“

Wirklich neu war in diesem Jahr nichts im Programm der Garmischer Festwoche. Der Volkstrachtenverein setzte auf Altbewährtes – und das funktionierte glänzend. Neu waren jedoch die Bierzeltgarnituren. „Die sind geschwungen, da haut man sich die Knie nicht mehr an“, erklärt Ruf die Vorzüge der Biertische.

Zum Gelingen der Festwoche trägt immer der Tag der Betriebe bei, auch heuer „war das ganze Zelt bumsvoll“ zu den Klängen von „Tromposaund“. Ruf freute sich über den Besuch der Einheimischen, Gäste und der „Auswärtigen“, von Stammtischen und Vereinen. Nach seiner positiven Bilanz steht schon jetzt für ihn fest, dass auch im kommenden Jahr nichts am Konzept für die Festwoche geändert wird. 2020 feiert die Garmischer Festwoche 70-jähriges Bestehen. „Wir werden das ähnlich gestalten wie in diesem Jahr“, betont Ruf. „Die Linie passt. Wir müssen nichts Neues erfinden.“

Alexander Kraus

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