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Die Herren der Zahlen: die VR-Bank-Vorstände (v. l.) Martin Sperl, Vorsitzender Walter Beller und Martin Jocher.

VR-Bank Werdenfels steht gut da

Erfolgsgeschichte Fusion

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In einem schwierigen Umfeld hat sich die VR-Bank Werdenfels gut behauptet. Sie hat mehr Geld eingenommen, unterm Strich ist aber etwas weniger geblieben als 2015. Im Vergleich zu Mitbewerbern steht das Geldhaus weiter gut da – weil es seine Hausaufgaben frühzeitig erledigt hat.

Landkreis – Was andere Geldhäuser noch vor sich oder gerade erst begonnen haben, hat die VR-Bank Werdenfels schon hinter sich. Und das äußert erfolgreich. Die Fusion von VR-Bank im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Raiffeisenbank Weilheim und Volksbank-Raiffeisenbank Penzberg, die vor fünf Jahren vollzogen wurde, hat sich ausgezahlt. „Durch den Zusammenschluss haben wir unsere Marktposition enorm gestärkt“, sagt Vorstandsvorsitzender Walter Beller. Und Vorstandsmitglied Martin Sperl nennt die Fusion „die Erfolgsstory schlechthin“. Was der VR-Bank nutzt: Sie ist im Gegensatz zu lokalen Mitbewerbern nicht nur auf den Landkreis Garmisch-Partenkirchen fixiert, sondern auch in Weilheim und Penzberg sowie mit drei Filialen auch im Tölzer Land vertreten. Regionen, die nicht nur monostrukturiert in Sachen Tourismus sind, sondern in denen es auch große Betriebe und Industrie gibt. „Für uns ganz klar ein Vorteil“, meint Beller.

Mit einer Bilanzsumme von 1,503 Milliarden Euro (siehe Kasten) befindet sich das Finanzinstitut deshalb weiter auf Wachstumskurs. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Sprung um 116 Millionen Euro oder 8,4 Prozent. „Die Erhöhung wurde maßgeblich von den Steigerungen bei den Kundenkrediten und -einlagen getragen“, erklärt Beller. Die Kreditvergabe, die um 121 Millionen Euro auf 1,101 Milliarden Euro angewachsen ist, stammt zum überwiegenden Teil aus dem Firmenkundensegment. Bei den Privatkunden war die Nachfrage nach Immobilienfinanzierern der Haupttreiber. „Wäre vergangenes Jahr nicht die europäische Wohnimmobilienrichtlinie eingeführt worden, hätte es sogar noch besser ausgesehen“, betont Vorstand Martin Jocher. Immer mehr Kunden vertrauen der Bank ihr Geld an. Sie profitierte davon, dass Wettbewerber bereits für höhere Einlagen Negativzinsen verlangen. Diese gelten bei den Werdenfelsern nur bei Großanlegern im gewerblichen Bereich.

Mehr Geld eingenommen, unterm Strich ist allerdings weniger geblieben. Der Gewinn ging um 230 000 Euro auf immer noch respektable 1,53 Millionen Euro zurück. Die leichte Delle ist vor allem der weiter anhaltenden Niedrigzinsphase und der expansiven Geldpolitik sowie der zunehmenden Regulatorik der Europäischen Zentralbank (EZB) und nicht zuletzt der politischen Unsicherheit durch den Brexit und der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten geschuldet. „Das belastet die Bankenbranche und natürlich auch die regional verwurzelte VR-Bank Werdenfeld“, lautet die Einschätzung des Vorstands-trios. „Dennoch fällt unser Fazit durchaus positiv aus“, sagt Beller. „Die Umstände für die Kreditwirtschaft sind herausfordernd, doch wir konnten ein achtbares Ergebnis erzielen.“ Davon profitieren die Gemeinden, in denen die VR-Bank vertreten ist, über die Gewerbesteuer. 1,7 Millionen Euro überweist das Geldinstitut an die Rathäuser. Größter Profiteur ist Garmisch-Partenkirchen, wo die VR-Bank-Zentrale steht. „Bürgermeisterin Frau Dr. Meierhofer freut sich bestimmt über unsere Zahlen“, glaubt Beller.

Kluge Banken-Vorstände sorgen in guten Zeiten vor für die Zukunft, die möglicherweise weniger rosig ausfällt. Nach dieser Maxime handeln Beller, Sperl und Jocher. „Wir können uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen“, sagt Beller. Seine Bank werde den eingeschlagenen Weg weiter beschreiten und die Kostenseite laufend überprüfen. Gebühren für Barabhebungen am Geldautomat gibt es nicht und sind auch für die nähere Zukunft nicht geplant. Ziel ist es, frühzeitig auf die sich dramatisch ändernden Bedingungen Antworten zu finden, „um nicht in ein paar Jahren nur noch reagieren zu können“. Die VR-Bank Werdenfels scheint für die Herausforderungen gerüstet zu sein, weil man rechtzeitig die Hausaufgaben mit einer gelungenen Fusion gemeistert hat.

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