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Der wärmste Winter seit 1895

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Loipe? Nichts zu sehen davon! So sieht's zwischen Krün und Wallgau derzeit aus. © Marius Ludwig, Krün

Garmisch-Partenkirchen - Gab's ihn überhaupt? Meteorologisch ja! Und da stellte der vergangene Winter in Garmisch-Partenkirchen einen neuen Rekord auf!

Schnee war in den vergangenen Monaten in der Region wirklich Mangelware. Kein Wunder, denn die Temperaturen lagen mit einem Durchschnittswert von 0,8 Grad Celsius deutlich über dem langjährigen Mittelwert (minus 2,3 Grad Celsius). „Dies war damit der wärmste Winter in Garmisch-Partenkirchen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1895“, bilanziert Robert Schardt von der Zugspitz-Wetterwarte.

Der Experte registrierte in den zurückliegenden zweieinhalb Monaten 40 Prozent weniger Niederschläge. Dafür schien die Sonne deutlich länger. Das langjährige Mittel von 235,8 Stunden wurde um 42,4 Stunden übertroffen. Zu mild und zu trocken fiel der Winter bislang auch auf Deutschlands höchstem Gipfel aus. Die dortige Wetterwarte maß auf der Zugspitze durchschnittliche Temperaturen von minus 8 Grad Celsius. Der Normalwert liegt bei minus 10,8 Grad Celsius. Auch die Niederschlagsmenge (252,0 Liter pro Quadratmeter) bereitet den Wetterfröschen ein wenig Sorge. Denn dieses Ergebnis weicht um sage und schreibe 48 Prozent vom bisherigen Mittel (525,7 Liter pro Quadratmeter) ab. Dafür durften Ski- und Snowboardfahrer deutlich mehr Sonne genießen – 424,2 statt 364,5 Stunden. Das hat natürlich gravierende Auswirkungen auf die Schneemenge. Der höchste Wert (2,30 Meter) im Februar wurde am 23. des Monats gemessen. „Hier war der Februar 1948 mit 730 Zentimetern wesentlich erfolgreicher“, resümiert Schardt.

Von einem Winter im klassischen Sinn kann im Tal sowieso nicht die Rede sein. Eine Schneedecke verzeichnete die Zugspitz-Wetterwarte im Februar lediglich an den ersten drei Tagen – mit maximal vier Zentimetern. Damit liegt Garmisch-Partenkirchen meilenweit hinter dem Rekordergebnis von 1999 (108 Zentimeter). Die Zahlen sind nicht weiter verwunderlich angesichts des eklatanten Rückgangs (55 Prozent) der Niederschlagsmenge im Februar.

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