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Eine Veranstaltung im Wahlkampf 2014, um die die Kandidaten damals nicht herumgekommen sind: die Tagblatt-Podiumsdiskussion. 500 Besucher sind gekommen. 

Landrat Speer sieht jeden als Konkurrenten

Wahlkampf um das Amt des Landrats: Einer gibt schon Vollgas

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Die Uhr tickt: Im März 2020 entscheiden die Bürger im Landkreis, wer künftig ihr Oberhaupt sein soll. Drei Anwärter auf den Posten gibt es bereits. Während sich zwei noch nicht im Wahlkampf befinden, prescht einer vor.

Florian Lempert ist Kandidat der CSU. 

Landkreis – Er streichelt Kühe, wandert durchs Wankgebiet oder läuft mit Helm über eine Großbaustelle. Alles in einer Minute und drei Sekunden. Digital, im Video, auf Facebook. Florian Lempert stellt sich in dem Spot vor. Erzählt, woher er kommt, was er beruflich macht und warum er Landrat werden möchte. Es ist das erste Filmchen des CSU-Kandidaten. Aber wohl nicht das letzte.

Zwei Tage waren der 30-Jährige und sein Wahlkampf-Team für den Dreh unterwegs. Die bewegten Bilder wurden nicht laienhaft mit dem Smartphone eingefangen, sondern professionell. Lempert: „Wir haben einen, der sich auf so etwas spezialisiert hat.“ Sich selbst vor die Kamera zu stellen und sich dabei souverän zu präsentieren, war für den Seehauser eine Premiere. „Das ist wesentlich schwerer, als man denkt.“

CSU-Landrats-Kandidat Lempert nutzt die sozialen Medien

Lempert nutzt die sozialen Medien für sich und sein Ziel. Tipps hatte er sich als Kreisvorsitzender der Jungen Union bereits im April beim Wahlkampf-Team des damals noch österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz (ÖVP) geholt. Mit seinem Video ist der Immobilien-Fachwirt mehr als zufrieden. Mit dessen Resonanz erst recht. „Die Nutzerzahlen sind gigantisch“, sagt er. Vierstellig in den ersten zwei Wochen nach der Veröffentlichung.

Der CSU-Kandidat plant weitere Clips. Sie drehen sich weniger um seine Person, sondern um Themen. Zum Beispiel ums Bauen und Wohnen. „Jeder spricht davon“, sagt Lempert. Ein Konzept gebe es aber bislang nicht. Das will er ändern und am 14. Oktober vorstellen. Jenseits der Online-Kanäle bei einer Veranstaltung.

CSU-Kandidat aus Seehausen gibt Gas im Wahlkampf

Der 30-Jährige drückt aufs Gaspedal. Muss er auch, wenn er den Amtsinhaber Anton Speer (Freie Wähler), der felsenfest im Sattel sitzt, davon vertreiben will. Sich mit angezogener Handbremse um den höchsten Posten im Landkreis zu bewerben, „wäre ja fatal“. Seit drei Monaten läuft Lemperts Wahlkampf-Maschinerie. Das Arbeitspensum schlaucht ihn nicht. „Ein junger Mensch“, sagt er, „hält das durch.“ Bis Weihnachten heißt der oberste Maßstab, Präsenz zu zeigen. „Ich freue mich über jede Einladung – vom Betrieb bis zum kleinen Stammtisch“, betont der Seehauser.

Landrat Speer wird im Herbst von den Freien Wählern gekürt

Anton Speer ist amtierender Landrat.

Während Lempert von den Christsozialen bereits aufgestellt worden ist, steht bei Speer die offizielle Kür durch die Freien Wähler der Landkreis-Gemeinden im Herbst an, dürfte letztlich aber reine Formsache werden. Dass der 60-Jährige sein Amt noch eine weitere Periode ausüben möchte, hat er längst signalisiert. Auf einen Wahlkampf verzichtet Speer. „Ich darf meine Arbeit nicht vernachlässigen“, sagt er. In der Zeit bis zu den Kommunalwahlen im März 2020 hält er es wie bisher: bei Versammlungen und Veranstaltungen anwesend sein und erfahren, was die Menschen bewegt. Seine Präsenz ist seine stärkste Waffe. Trotzdem stellt er mit aller Deutlichkeit klar: „Ich mach’ das nicht, um wiedergewählt zu werden.“

Anders als Lempert lässt der Unterammergauer wohl die Finger von den sozialen Medien. Dessen Video kennt er nicht. Dafür sieht er thematische Parallelen. Beide spielen die Karte Heimatverbundenheit. „Er fährt eine ähnliche Schiene“, meint Speer. Das sieht sein Herausforderer anders. Vor allem, wenn es um öffentliche Auftritte geht. „Ich höre eher zu, als vorne etwas zu sagen.“

Respekt hat er sich jedenfalls bereits verschafft. Speer belächelt seine Ambitionen nicht. „Ich sehe jeden als Konkurrenten.“ Erfahrungswerte. Schließlich hatte er sich 2014 wider Erwarten gegen CSU-Schwergewicht Dr. Michael Rapp durchgesetzt.

Fast-Kandidat Göllrich wartet FDP-Versammlung im Oktober ab

André Göllrich hält sich noch zurück.

Neben Lempert möchte auch noch André Göllrich um die Gunst der Wähler buhlen. Der FDP-Kreisvorsitzende muss aber wie Speer erst von seiner Partei als Kandidat nominiert werden. Die Versammlung dazu findet am 20. Oktober statt. Bis dahin hält sich der Garmisch-Partenkirchner mit seiner Taktik zurück, schließlich möchte er die Strategie intern abstimmen. Nur so viel verrät er: „Ich bereite einiges vor.“ Der Wahlkampf wird sich ihm zufolge nicht auf die Marktgemeinde konzentrieren, sondern auf den Landkreis ausgerichtet sein. „Ich möchte als Vertreter für das Volk tätig sein.“ Um den Thron der Kreisbehörde zu besteigen, setzt er auch auf soziale Netzwerke. Das gehört für ihn dazu. „Man muss die Jugend und die Rentner mitnehmen.“

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