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Die neue Hütte am Wank: Früher hieß sie Gamshütte, jetzt ist es die Tannenhütte.
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Die neue Wank-Hütte - die Tannenhütte - wurde geweiht und eröffnet.
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Das Tannenhütten-Team: (v.l.) Bernd Kern, Barbara Bräutigam, Lena Staller, Wirtin Anna Hertle, Sebastian Anton, Gabriele Müller, Tobias Arentz, Karin Schaller und Christina Müller.
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Die neue Hütte am Wank: Früher hieß sie Gamshütte, jetzt ist es die Tannenhütte.
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Die neue Hütte am Wank: Früher hieß sie Gamshütte, jetzt ist es die Tannenhütte.

Hütte mit neuem Namen

Nach verheerendem Brand der Gamshütte: Neues Ausflugsziel am Wank eröffnet

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Es ist soweit: Nach einem verheerenden Brand 2015 wurde die Tannenhütte - ehemals Gamshütte - am Wank am Freitag wiedereröffnet. Sie ist DAS neue Ausflugsziel.

Garmisch-Partenkirchen – König Ludwig II. hatte es. Das Auge fürs Erhabene. Für majestätische Ausblicke. Ja, fürs fast kitschig Schöne. Nicht umsonst stand der Wank bei dem Monarchen hoch im Kurs. Nur zu gern hätte er dort ein Königshäuschen errichten lassen. Ging aber nicht, erzählt Martin Neumeyer. Es gab keine Möglichkeit, Versorgungsleitungen zu bauen. Deshalb sei er von seinem Lieblingsstandort abgewichen – weg vom Wank hin zum Schachen. Was dem „Kini“ nicht gelungen war, erledigten jetzt die Bayerischen Staatsforsten. „Wir haben realisiert, wovon Ludwig II. im 19. Jahrhundert träumte“, sagt der Vorstandsvorsitzende: Die Tannenhütte wurde verwirklicht, in exquisiter Lage, mit erlesenem Panorama. Ganz nach dem Geschmack des Regenten, passend zum Thema der Landesausstellung „Mythos Bayern – Wald, Gebirg und Königstraum“ in Ettal.

Neumeyer steht am Freitagvormittag bei der feierlichen Einweihung auf der Sonnenterrasse vor den geladenen Gästen, darunter Bürgermeister und Touristiker aus dem Landkreis, und begutachtet das Prachtexemplar voller Stolz. „Es ist ein wunderschönes Bauwerk“, sagt er. Exemplarisch fürs Bauen in sensiblen Bereichen am Berg. Eines, das Tradition und Moderne verbinde.

Das Tannenhütten-Team: (v.l.) Bernd Kern, Barbara Bräutigam, Lena Staller, Wirtin Anna Hertle, Sebastian Anton, Gabriele Müller, Tobias Arentz, Karin Schaller und Christina Müller.

Diesen Mittelweg zu finden, stellte Architekt Thomas Feigl vor eine Herausforderung. Sein Leitbild: Etwas zu kreieren, das in die Landschaft passt – mit schlichten Formen und trotzdem in zeitgemäßem Stil. Nicht einfach, aber eine „tolle Aufgabe“, wie er bei seiner Rede betont. Aus drei Baukörpern besteht die Nachfolgerin der 2015 abgebrannten Gamshütte: dem Hauptteil mit Gaststuben für etwa 90 Personen sowie sanitären Anlagen und Pächterbereich im Obergeschoss, dem Küchentrakt und dem Nebengebäude mit Heizung, Garagen sowie Müll- und Lagerräumen.

Der Name der Hütte ist Programm. Als Rohstoff kam vorwiegend Tannenholz zum Einsatz – ganze 260 Kubikmeter. Der einzige Bruch: Bei der Inneneinrichtung wurde Esche verwendet, bei den Tischplatten Ahorn. Das Holz sorge für eine ausreichende Wärmedämmung und schaffe Behaglichkeit, meint Feigl. Und die große Fensterfront, die einen Blick auf Garmisch-Partenkirchen und Grainau sowie auf das Wettersteingebirge eröffnet? Musste sein. „Man kann das Panorama nicht aus der Hütte aussperren, es ist viel zu schön.“

Ohne Konzept lief nichts bei dem Projekt, das inklusive der Versorgungsleitung drei Millionen Euro kostete. Weder beim Architekten noch beim Bauherrn, den Staatsforsten. Neumeyer nennt die drei Hintergedanken, die mit dem Gebäude verbunden sind. Nummer eins: Man will einen Ein- und Ausblick auf den Schutzwald geben. Nummer zwei: Trotz Kritik haben die Verantwortlichen auf die Tanne gesetzt, weil sie dem Klimawandel am besten standhält. Und als dritten Punkt hebt der Vorstandsvorsitzende den Einsatz von heimischem Holz – es stammt aus dem Bereich der Forstbetriebe Landsberg und München – hervor. Das liegt ihm besonders am Herzen. Deshalb schraubt er im Zuge der Einweihung mit Feigl ein Schild mit dem Schriftzug „Holz aus Bayern“ neben die Eingangstür.

Alle Anwesenden schwärmen an diesem Tag. Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) gehört dazu. Auch, wenn nicht alle Menschen im Ort die Meinung teilen mögen, die Bürgermeisterin findet die Tannenhütte architektonisch bemerkenswert. Die Freude an der Eröffnung steht ihr ins Gesicht geschrieben. „Mit dem heutigen Tag beenden wir eine dreijährige Durststrecke.“ Dass die Gemeinde ob des Namenwechsels nun die bestehenden HinweisSchilder ummodeln darf, nimmt sie gern in Kauf. Eine Kleinigkeit im Gegensatz zu den Hürden in der Vergangenheit. Der Bauausschuss musste überzeugt werden, weil die Tannenhütte im Außenbereich der Kommune liegt. Nicht immer ein Kinderspiel.

Von Schwierigkeiten wurden die Staatsforsten ebensowenig verschont. Eigentlich war vorgesehen, die Hütte im Mai zu eröffnen, pünktlich zum Start der Landesausstellung. Wegen des schneereichen Winters 2017/18 und eines viermonatigen Baustopps gerieten die Arbeiten aber in Verzug. Für Landrat Anton Speer (Freie Wähler) ist die Verspätung kein Beinbruch. Er hält’s frei nach dem Motto: Lieber braucht man mehr Zeit, wenn dann „so ein Schmuckstück“ entsteht. Als Deko für drinnen überreicht er den Pächtern Anna und Andreas Hertle das Landkreis-Wappen – bayerisch verpackt in blau-weißem Geschenkpapier.

Hinter dem Paar, das auch den Kletterwald am Wank betreibt, liegt eine anstrengende Zeit. „Nach einer langen Wegstrecke sind wir jetzt oben angekommen“, sagt der Chef. Ab sofort können die beiden richtig durchstarten. Sie setzen auf regionale Küche mit Klassikern wie Kaiserschmarrn, wollen den Gästen aber auch untypische Hüttenkost servieren. Lüngerl zum Beispiel. Dass es ihnen an Besuchern fehlt, darum müssen sie sich wohl keine Sorgen machen. Bei der Eröffnung kehren die ersten Wanderer ein. Ein Betriebsausflug hatte vergangene Woche auch schon die Tannenhütte auf 940 Metern als Ziel. Ebenso gibt’s bereits Buchungen und Anfragen für Weihnachts- und Silvesterfeiern. All das an einem Ort, für den schon der Märchenkönig einst einiges übrig hatte.

Die Öffnungszeiten

der Tannenhütte: dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

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