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Viel Holz und Glas: die Ansicht der künftigen „Tannenhütte“ am Wank. 

Bau im Frühjahr geplant

Grünes Licht für „neue Gamshütte“

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Tannenholz und viel Glas – daraus soll die neue Einkehr am Wank entstehen. Im Bauausschuss gab’s jetzt grünes Licht für das Gebäude, durch das die abgebrannte Gamshütte ersetzt werden soll.

Garmisch-Partenkirchen – Traditionell und doch zeitgemäß – so soll sie werden, die neue Hütte am Wank. Pünktlich zum Start der Landesausstellung „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ im Mai 2018 wird sie eröffnet, wenn alles nach Plan läuft. Denn die beliebte Einkehr, die im August 2015 einem Feuer zum Opfer gefallen war, ist Teil des Rahmenprogramms. Unter welchem Namen sie dann beworben wird, das steht noch nicht fest. Gamshütte wird es wohl nicht mehr sein, diesen Begriff hat sich der frühere Besitzer Bernhard Raubal markenrechtlich schützen lassen. Der Arbeitstitel, den die Bayerischen Staatsforsten derweil gewählt haben, lautet Tannenhütte. Passend zum Rohstoff, aus dem das Gebäude größtenteils errichtet wird.

Ein entscheidender Schritt, um dieses zu realisieren, ist jetzt im Bauausschuss erfolgt. Weitgehend einstimmig segnete das Gremium die drei erforderlichen Befreiungen von der Garmisch-Partenkirchner Ortsgestaltungssatzung ab. Lediglich das Kupferdach, das anstelle der sonst üblichen Dachplatten verlegt werden soll, erntete eine Gegenstimme. Gegen das Flachdach, das über der Küche geplant ist, und die nötige Geländeanpassung, um einen Teil des Funktionstrakts im Hang zu integrieren, hatten die Kommunalpolitiker nichts einzuwenden. Somit ist das Vorhaben vom Ausschuss genehmigt, die restliche Abstimmung erfolgt direkt mit dem Bauamt sowie mit den weiteren Behörden. „Wir scheinen aber mit allen Stellen auf einem guten Weg zu sein“, sagt Thomas Feigl, Architekt bei den Bayerischen Staatsforsten.

Um den Gästen auch von innen den Blick aufs Wettersteinmassiv zu bieten, sind große Glasfenster vorgesehen. Ein Vorhaben, das Alois Maderspacher (CSU) nicht überzeugte: „Solche Panoramafenster haben nichts mit einer Hütte zu tun“, bemängelte er. Unter einer gemütlichen Einkehr am Berg „stelle ich mir etwas anderes vor“.

Alter Name ist tabu

Wer sich im Gebäude aufhält, der kann Feigl zufolge künftig aber zwischen zwei Bereichen wählen: dem offenen mit freiem Bergblick und einem mit Stubencharakter. Durch die Blockbauweise „erhält Holz auch innen viel Gewicht“. Details, wie die Hütte eingerichtet werden soll, stehen noch nicht fest. „Das wird jetzt konkretisiert“, sagt der Architekt. Selbstredend achtet er auch hier auf eine Kombination aus Tradition und Moderne. „Holzmöbel, die das Ganze nicht überfrachten“, stellt er sich vor.

Mit dem Bau will Feigl im Frühsommer beginnen. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. „Wir müssen sämtliche Leitungen von Strom, Wasser und Abwasser bis zu Telefon neu machen“, erklärt Eugen Huber vom Forstbetrieb Oberammergau. Nachdem die erste Idee, diese von der Mittelstation der Wankbahn zu verlegen, verworfen wurde, – „das wäre mitten im Naturschutzgebiet“ –, geht’s jetzt vom Hasental aus auf knapp 1000 Meter Höhe. „Zur Abklärung gab es schon zwei Begehungen mit der Unteren Naturschutzbehörde“, sagt Huber. Auch er ist guter Dinge, dass das Projekt bis zur Eröffnung der Landesausstellung realisiert ist.

Während Maderspacher von der Gestaltung nicht überzeugt ist, entpuppte sich Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) als Anhängerin des traditionell-modernen Baustils. „Ich freue mich auf die neue Gamshütte“, erklärte sie im Ausschuss. Wie die Einkehr allerdings künftig heißt, steht noch in den Sternen. Der alte Name ist wohl tabu, nachdem sich Raubal diesen dem Patentamt zufolge für alkoholische Getränke, Dienstleistungen zur Verpflegung und Beherbergung von Gästen sowie zur Erziehung, Ausbildung, Unterhaltung und für sportliche sowie kulturelle Aktivitäten schützen ließ. Ob die postalische Adresse „Gamshütte 1“, unter der die Einkehr geführt wird, daran etwas ändert, ist fraglich. „Das lassen wir noch prüfen“, erklärt Huber. Beim Forst bleibt der Bau momentan einfach die Tannenhütte.

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