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Rund 3000 Besucher feiern auf dem Berg

Wankfestival: Ein Abo auf 30 Grad und gute Laune

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Der Berg hat gebebt: Rund 3000 Besucher strömten am Samstag zum Wankfestival und feierten eine einzige große Party – bei Sonnenschein und ausgelassener Stimmung.

Garmisch-Partenkirchen – Gerne würde sie Hip-Hop hören. Tut’s aber nicht, weil sie nichts versteht. Die Zeiten sind vorbei. Jetzt mag auch Marco Wankes Oma die Stilrichtung. Dank der Mundwerk-Crew. Die Gruppe aus dem Chiemgau macht schmissigen Hip- Hop mit bayerischen Texten. Ganz nach dem Geschmack der Großmutter. „Danke, dass ihr Rücksicht auf sie nehmt“, scherzte der Moderator und gab die Bühne frei für deren neue Lieblingsmusiker.

Wankes Oma gehörte am Samstag zwar nicht zum Live-Publikum. Dafür feierten andere bei der vierten Auflage des Bergfestivals am Wank kräftig für sie mit. Insgesamt 2700 Tickets verkaufte der Veranstalter, die Bayerische Zugspitzbahn (BZB). Das erste Kontingent war binnen weniger Stunden vergriffen, das zweite von 1700 Karten in weniger als zwei Tagen. Hinzu kamen die Wanderer, die den Weg zu Fuß auf sich nahmen – trotz der Hitze.

Unsichere Wetterprognose: BZB behält Frühwarnsystem im Blick

Wie schon in den Vorjahren kletterten die Temperaturen mächtig in die Höhe. Man könnte fast meinen, die BZB hat ein 30-Grad-Abo abgeschlossen. Die Organisatoren reagierten auf die Erfahrungen mit der Hitze, vergrößerten das Dach über dem Gastro-Bereich. Logisch, dass sich einige Besucher unter den Schattenspendern tummelten.

Währenddessen richtete Klaus Schanda seinen Blick immer wieder gen Wettersteingebirge, über dem dunkle Wolken hingen. Doch der Marketing-Chef blieb gelassen. „Ich bin einfach nur glücklich, dass das Gewitter nicht kommt“, sagte er. Wie er das wissen konnte? Angesichts der unsicheren Prognosen besorgte man sich heuer einen Radar der deutschen Luft- und Raumfahrttechnik. „Das ist ein Frühwarnsystem“, erklärte BZB-Sprecherin Verena Lothes, „das genau zeigt, wo die Gewitterzellen sind.“ Gegen 16.30 Uhr über Innsbruck. Wären sie ins Werdenfelser Land gezogen, das Orga-Team hätte ein Notfallkonzept parat gehabt. Doch Blitz und Donner kamen nie über dem Wank an. Stattdessen tanzte die Sonne mit den Festivalgästen um die Wette.

Bergfestival am Wank: Die schönsten Bilder

Sie heizte ein. So sehr, dass sich das Partyvolk mit vielen Getränken eindeckte. Gerne auch mit alkoholischen. Nach wenigen Stunden ging das Bier aus. Kein Problem, wurde nachgeordert. Verdursten musste niemand, jeder konnte seine Stimmen mit ausreichend Flüssigkeit ölen, um lautstark die Stücke der vier Bands mitzugröhlen.

Den Auftakt machten „Pam Pam Ida und das Silberfischorchester“. Bizarrer Name, außergewöhnliche Musik. Zum Teil melancholisch, aber mit großer Stimmkraft von Sänger Andreas Eckerts. Die bayerischen Durchstarter brachten die ersten Besucher in Fahrt.

Über 100 Helfer im Einsatz

Die Gruppen, die auf dem Wank auftreten wollen, stehen Schlange. „Die kennen sich alle untereinander“, sagt Lothes. Die ausgelassene Stimmung und der außergewöhnliche Festivalort sprechen sich herum. Die gute Organisation ebenfalls. „Das ist sensationell, was hier aufgezogen wird“, sagte „Maschd“ von Django S. vor dem rockigen Auftritt zum Abschluss. Der Gitarrist weiß, was es heißt, Konzertkulissen schon allein im Tal aufzubauen. Er und seine Truppe aus Rosenheim spielten schon einmal auf der Winkelmoosalm. „Hier ist das aber viel professioneller.“ Der Musiker schwärmte. Stimmung, Wetter, Atmosphäre und das Drumherum – alles passte perfekt. „Man hat das Gefühl, dass ganz Garmisch-Partenkirchen zusammensteht.“ Nicht ganz. Aber ein großes Aufgebot war im Einsatz, um das Festival zu stemmen. Über 100 Helfer trugen zum Gelingen bei, neben dem BZB-Team, die Bergwacht, die Feuerwehr Partenkirchen, das Technische Hilfswerk und viele mehr.

Das Publikum – vom Kind bis zum Senior – konzentrierte sich dagegen aufs Tanzen und Singen. Oder au’s Chillen auf der Wiese. Einige machten es sich in den selbstmitgebrachten „Seatzacs“ und auf Decken unter Sonnenschirmen gemütlich. Genuss pur. Kaum jemand hielt es aber bei Matakustix auf den „Sitzen“. Die Kärntner brachten den Berg mit groovigen Mischungen von Partyhits wie „Everybody dance now“ und ihren alternativen Dialektkrachern zum Beben. Selbst der Zillertaler Hochzeitsmarsch durfte nicht fehlen, bei dem die Masse vor der Bühne wild nach rechts und links hüpfte. „Ihr seid’s ja Kängurus“, rief Sänger Matthias Ortner in die Menge und stimmte das nächste Lied an: „Topf und Deckel“. Ein Titel wie gemacht für die Veranstaltung. Denn Wank und Festival gehören mittlerweile auch zusammen.

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