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Hitzige Diskussion im Gemeinderat

Wanktunnel sorgt für Wut-Politiker: Gemeinderat Braun verlässt Sitzungssaal

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Der Stillstand beim Wanktunnel, der den Ortsteil Partenkirchen entlasten soll, hat im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat für hitzige Diskussionen gesorgt. Besonnene Männer machten ihrem Unmut Luft und regten die Blockade der B2 an, um Druck zu machen.

Garmisch-Partenkirchen – Ein Seele von Mensch ist Peppi Braun. Den Gemeinderat der Freien Wähler bringt so schnell nichts in Rage. Am Mittwochabend ging er allerdings in die Luft, wie weiland das HB-Männchen aus der Zigarettenwerbung, nachdem er sich mit Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) ein Wortgefecht geleistet hatte. Dieses gipfelte darin, dass Braun wutentbrannt den Großen Sitzungssaal verließ, um sich vor der Tür abzukühlen.

Entbrannt war der Disput nach einer Meierhofer-Aussage zum Wanktunnel und zu den Fahrschutzstreifen für Radfahrer auf der B2, auf der das Staatliche Baumamt die Ampelanlagen und acht Knotenpunkte erneuern und den Gegebenheiten der Zeit anpassen will  Meierhofer meinte, die Fahrradstreifen könnten in zehn Jahren nachträglich angebracht werden, wenn sich der Verkehr durch die Inbetriebnahme des Wanktunnels auf der Bundesstraße vom Farchanter Tunnel in Richtung Mittenwald reduziert habe. „Jetzt muss ich aufpassen, was ich sage“, erklärte Braun zornbebend. „Sie sprechen von zehn Jahren, nachdem, was wir eben gehört haben? Ich glaub’s nicht.“ Der nette Herr Braun als Wut-Politiker.

Wanktunnel noch in weiter Ferne

Ein paar Minuten zuvor hatte Dr. Hermann Streicher, Abteilungsleiter des Staatlichen Bauamts Weilheim und dort für Garmisch-Partenkirchen zuständig, die Gemeinderäte in Sachen Wanktunnel, für den nach derzeitigem Stand Kosten von 150 Millionen Euro veranschlagt sind, auf den neuesten Stand gebracht. Was sie hörten, hat den wenigsten gefallen. Es waren schlechte Nachrichten. Streicher machte klar, dass der Wanktunnel, vom ehemaligen Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zwar in den vordringlichen Bedarf hochstuft, derzeit in seiner Behörde nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wenn überhaupt. „Uns fehlt Personal“, sagt Streicher. Alle Mitarbeiter seien mit dem Kramertunnel und dem Starnberger Tunnel beschäftigt und damit ausgelastet. „Wir sind nicht so aufgestellt, dass wir alle Projekte stemmen können.“

Tatsachen, die die Kommunalpolitiker in helle Aufregung versetzten, die die Mitglieder der 2-Tunnel-Initiative, deren Chefin CSB-Gemeinderätin Ursel Kössel ist, aber seit langem kennen und über die das Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblattin seiner Ausgabe vom 23. März ausführlich berichtet hatte. Der Stand der Dinge ist auch Meierhofer bekannt, die sich in regem Austausch mit dem Staatlichen Bauamt befindet. Als Arbeitsgrundlage für den Bau des Wanktunnels dient der Plan, der 2011 im Zuge der Olympia-Bewerbung entworfen worden war. „Der muss natürlich den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden“, erklärt Streicher. Mindestens fünf Jahre könnte es bis zur Planfeststellung dauern, danach beginnt die Ausschreibung. Bis zum Spatenstich dürften erneut Jahre vergehen.

Braun: „Wir ersticken im Verkehr“

Viel Zeit. Zeit, die die Partenkirchner nicht haben. „Wir ersticken im Verkehr, und es wird jeden Tag schlimmer“, sagt Braun. Um Druck zu machen, landes- und bundespolitisch, scheuen selbst besonnene Zeitgenossen wie Zweiter Bürgermeister Wolfgang Bauer (CSU) nicht vor zivilem Ungehorsam zurück. Er regte an, mit Aktionen die Bundesstraße an Wochenenden zu sperren, wie vor Jahren in Oberau und Farchant geschehen, „damit wir Aufmerksamkeit ganz oben erregen“. Auch eine Blockade der B2 unter der Woche, um den Lkw-Verkehr zu treffen, kann er sich vorstellen. Die Bauer-Vorschläge kommentierte FDP-Gemeinderat FDP-Mann Martin Schröter mit den Worten: „Wolfgang, Du bist ja radikaler als ich.“

Übrigens: Der Gemeinderat stimmte mit 26:0 für den Plan des Staatlichen Bauamts, die B2 vorerst ohne Fahrradschutzstreifen auf den neuesten Stand der Technik und der Verkehrssicherheit zu bringen. Der Markt beteiligt sich mit etwas mehr als 205 000 Euro an dem 1,5 Millionen Euro teuren Projekt, das 2019 abgeschlossen sein soll.

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