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An der Kletterhalle hält Investor Franz Hummel nach wie vor fest. Das Vorhaben muss allerdings neu geplant werden und wird auf der anderen Seite des Bahnhofs realisiert.

Dorfleitners Vision soll realisiert werden

Wann kommt die Kletterhalle?

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Der Kletterhallenverein ist Geschichte. Sein Zweck hat sich allerdings nicht erfüllt. Nach wie vor gibt es keine Kletterhalle in Garmisch-Partenkirchen. Nachdem Investor Franz Hummel seine Pläne am Bahnhofsareal ändern musste, ist unklar, wann an der Olympiastraße gebaut werden kann.

Garmisch-Partenkirchen – Enttäuschung – dieses Wort beschreibt die Gemütslage von Katharina Dorfleitner und ihrer Tochter Martina Betz am besten. Enttäuschung darüber, dass Garmisch-Partenkirchen nach wie vor keine Kletterhalle hat. Und darüber, dass sie jetzt, 15 Jahre nach dem tragischen Tod ihres Ehemanns und Vaters Michael Dorfleitner, von der Erfüllung seines großen Traums immer noch meilenweit entfernt sind. Eine Kletterhalle in seinem Heimatort – das war Dorfleitners Vision. „Für ihn war das eine Herzensangelegenheit“, erzählt Betz. Um die zum Leben zu erwecken, hatte die Familie bei der Beerdigung statt Kränzen um Spenden für dieses Projekt gebeten. Und sich über den 2003 gegründeten Kletterhallenverein danach mit viel Energie und Tatendrang dafür eingesetzt.

Viel Hoffnung hatten (v. l.) Katharina Dorfleitner, Markus Dorfleitner, Martina Betz, Wasti Buchwieser, Christoph Pampusch, Georg Fink, Eberhard Steinert und Wolfgang Bauer bei der Auflösung des Kletterhallenvereins in die Bebauung des Bahnhofsareals gesetzt.

Im vergangenen Jahr glaubten sie sich am Ziel. Die Kletterhalle, die Investor Franz Hummel am Bahnhof realisieren wollte, schien zum Greifen nah. „Da haben wir uns getraut, den Verein aufzulösen“, erinnert sich Georg Fink. Ein Schritt, vor dem Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), selbst Mitglied im Verein, abgeraten hatte. „Ich fand, dass wir das erst wagen sollen, wenn die Kletterhalle tatsächlich steht.“ Überzeugen konnte sie die anderen Mitglieder jedoch nicht. Vor einem Jahr überreichten Schatzmeister Fink, der langjährige Vorsitzende Markus Dorfleitner und sein kommisarischer Nachfolger Eberhard Steinert das Geld aus der Kasse an die Alpenvereinssektion Garmisch-Partenkirchen. „37.000 Euro verknüpft mit dem engen Verwendungszweck, das Geld gemeinnützig und nur zur Förderung des Klettersports einzusetzen“, sagt Fink. Ein Jahr galt es danach still zu halten, es hätte ja noch jemand Ansprüche anmelden können. Nachdem das nicht der Fall war, ist das endgültige Aus des Kletterhallenvereins besiegelt.

Boulderhalle am Alspitzbad reicht nicht

Und genau an diesem Punkt macht sich bei Dorfleitner und ihrer Tochter wieder Enttäuschung breit. Eine Kletterhalle gibt’s nämlich nach wie vor nicht in Garmisch-Partenkirchen. „Zermürbend“ findet Betz die ganze Angelegenheit. Zumal sie weiß, dass der Bedarf im Landkreis vorhanden ist. „Schulen und Trainingsgruppen, beispielsweise vom Alpenverein, sind daran interessiert“, unterstreicht sie. Allein die Boulderhalle am Alpspitz-Wellenbad, die der Kletterhallenverein mit 20.000 Euro unterstützt hat, genügt angesichts der großen Nachfrage nicht. Zumal in ihr auch nicht die ganze Bandbreite des alpinen Kletterns abgedeckt werden kann. Die Folge: Interessierte aus dem Landkreis müssen weite Strecken in Kauf nehmen – sei’s nach Ehrwald, Weilheim oder Peißenberg.

Eine ungute Situation. „Jetzt ist ein Stück weit auch die Gemeinde gefordert“, sagt Steinert. Damit trifft er den Nagel auf den Kopf, denn die hat’s Hummel zufolge in der Hand, wann er auf der anderen Bahnhofsseite loslegen kann. Nach Differenzen mit dem Nachbarn musste der Unternehmer seine Kletterhallen-Pläne auf dem Areal zwischen Lagerhausstraße und Gleisen verwerfen. Das bedeutet aber nicht, dass er das Vorhaben nicht weiterverfolgt – nun halt auf der anderen Seite an der Olympiastraße. „Schließlich steht das in dem städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde“, betont er. „Daran halte ich mich.“

Warten auf das Verkehrsgutachten

Bevor er aber einen Planer beauftragt, müsse der Bebauungsplan stehen. Und der lässt auf sich warten. Warum, das erklärt Meierhofer: „Ehe auf dieser Seite etwas passieren kann, benötigen wir ein Verkehrsgutachten.“ Dieses erwartet sie noch im Herbst. Anhand dessen kann dann beschlossen werden, wie Tagestouristen, Pendler, Bahnreisende et cetera künftig gelenkt werden, wie groß ein Parkhaus an der Olympiastraße sein muss und auch, was in diesem Bereich alles untergebracht werden kann. „Der Verkehr muss funktionieren, das ist der Dreh- und Angelpunkt“, sagt die Bürgermeisterin. Parallel zum Rückbau der Gleise der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB), die mit dem Neubau des Bahnhofs Richtung Eisstadion verlegt werden, könne mit der Aufstellung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans begonnen werden. Klingt alles schlüssig, aber auch danach, dass noch einige Zeit verstreicht, ehe Michael Dorfleitners Traum Wirklichkeit wird.

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