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Die Wassermassen haben in der Baugrube auch zwei Bagger geflutet - eine Maschine (hinten) hat es schwer erwischt.

Bagger und Autos eingeschlossen

Wassermassen fluten Baugrube und Tiefgarage

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Garmisch-Partenkirchen - Mehrere hunderttausend Liter Wasser sind am Wochenenende in eine Baugrube und eine Tiefgarage im Ortsteil Partenkirchen geflossen. Der Schaden ist noch offen.

Von einem Bagger ragen nur noch Teile des Armes und der Kabine heraus. Der Rest steht unter Wasser. Die Oberfläche ist schon gefroren. Zumindest bis zu den schweren Ketten reicht bei einer zweiten Baumaschine die dunkle Brühe. Und in der angrenzenden Tiefgarage steht das Wasser etwa einen Meter hoch. Dort sind zwar acht Autos eingeschlossen, erreicht hat sie das Nass zum Glück nicht. So stellt sich am Sonntag die Lage dar, als die Feuerwehr Partenkirchen gegen 10.15 Uhr auf der Baustelle an der Mittenwalder Straße eintrifft. Für die Männer beginnt ein stundenlanger Einsatz – hervorgerufen durch Wasser aus der Kanker.

Auf dem Grundstück unterhalb des Gsteigs entsteht ein Neubau. Dazu hat eine Firma eine große Baugrube ausgehoben. Oberhalb, am Hang, ist bereits das Rohr zu sehen, das bergabwärts verlegt ist: Es soll das Wasser aus einem Graben fassen und in die Kanker leiten. Doch am Übergang zum Bach sind die Leitungen noch nicht abgedichtet. Als es am Freitagabend und Samstag anhaltend regnet, steigt der Pegel der Kanker – und drückt sie zurück. Erst in die Grube und von dort in die offene Garage.

Mehrere hundert Kubikmeter dürften es sein, schätzt Michael Sexl, Stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Partenkirchen, bis ein Passant am Sonntagvormittag das Dilemma erkennt und die Helfer alarmiert. Die 35 Einsatzkräfte dichten Sexl zufolge den lecken Übergang mit einer so genannten Hochdruckblase ab. Sie senken außerdem den Pegel im Rückhaltebecken der Kanker, damit nichts nachfließen kann. Und sie bauen eine Sandsackbarriere zur Tiefgarage. Danach lassen die Helfer stundenlang starke Pumpen laufen, bis die Garage leer ist und die acht Autos ausfahren können.

Wassermassen fluten Baugrube: Bilder

Auch aus der Baugrube holen sie viel Wasser, damit zumindest der weniger geflutete Bagger die zweite Maschine aus dem Sumpf ziehen kann. Der Rest wird Sache des Bauherrn sein. Und der muss auch klären, ob bereits errichtete Bauteile Schaden genommen haben oder es Folgen für die weiteren Arbeiten gibt. Davon hängt auch ab, wie hoch der Sachschaden ist. Er ist bisher nicht zu beziffern.

Matthias Holzapfel

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