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Am Bahnhof ist der Mann in den Bus eingestiegen.

51-Jähriger außer Rand und Band

Wegen Biertrink-Verbot: Engländer beschimpft und ohrfeigt Busfahrer 

Ordentlich aus der Haut ist ein Engländer gefahren, als er in Garmisch-Partenkirchen mit dem Bus unterwegs war. Jetzt musste er sich vor dem Gericht verantworten.

Garmisch-Partenkirchen – Stark angetrunken war ein 51-jähriger Engländer, der sich in einem RVO-Bus am Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen derart daneben benahm, dass der Fahrer Anzeige erstattete. Das Amtsgericht verhängte gegen ihn wegen Beleidigung und vorsätzlicher Körperverletzung eine Geldstrafe von 1350 Euro.

Der Mann stieg nicht nur mit seiner Freundin und deren drei Kinder samt Kinderwagen in den Bus, sondern hatte auch eine offene Bierflasche in der Hand. Der Genuss des Inhalts wurde ihm freilich nicht erlaubt, woraufhin der angeblich von der Universität Dresden kommende Mann erst so richtig in Fahrt kam: Seinen Ärger über das Biertrink-Verbot schrie er laut heraus und deponierte die Flasche im Netz des Kinderwagens. Er schimpfte sodann über das Sch...-Garmisch, hieß den Busfahrer einen Idioten und ein A...loch. Oberdrein versetzte er ihm eine Ohrfeige und verlangte überdies, dass er die Polizei hole.

Der aus Dresden gekommene Brite, der als Wohnsitz die Universität Southampton in Südengland nannte, hatte einen Strafbefehl von 1350 Euro erhalten. Angesichts der Sachlage war es seltsam, dass er Einspruch gegen den Strafbefehl erhob. Wegen der Verhandlung musste er nunmehr gar aus Southampton nach Garmisch-Partenkirchen reiste, um mit dem Münchner Anwalt Markus Fischer als Verteidiger vor Gericht zu erscheinen. Er sei halt seinerzeit im Reisestress gesteckt, bekundete er, entschuldigte sich beim Fahrer für die Ohrfeige, „die ich nur mit den Fingerspitzen gegeben habe“ sowie die Schimpfworte und bot ihm 150 Euro Schmerzensgeld an. Die Entschuldigung nahm der Fahrer gerne an, das Schmerzensgeld lehnte er dankend ab.

Den Antrag des Verteidigers jedoch, das Verfahren einzustellen, kam für Richter Andreas Pfisterer nicht in Frage. Nach kurzer Beratung mit seinem Anwalt akzeptierte der fließend Deutsch sprechende Brite dies, weshalb der Strafbefehl prompt zum Urteil erhoben wurde.

Wolfgang Kaiser

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